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Mitsubishi Eclipse Cross
Gut bestückt auch durchs Gelände

MOZ / 10.04.2019, 17:34 Uhr
Frankfurt (Oder) Mitsubishi surft derzeit wahrlich auf einer Erfolgswoge. Verkaufte doch der japanische Importeur 2018 hier zu Lande insgesamt 52.196 Autos. Zum Vergleich: 2013 waren es nur rund 22.000. Zum derzeitigen Erfolg tragen vor allem die Outlander-Modelle als auch der neue, flott gezeichnete Eclipse Cross bei. Letzteren gab es allerdings bisher nur mit einem 163-PS-Benziner. Ab sofort soll mit einem sparsamen und sauberen Diesel auch die Kundschaft der Ölbrenner-Fraktion geködert werden. Der Märkische Markt hat den Crossover mit dem Dieselmotor schon ausprobiert.

Vorab: Respekt für Mitsubishi! Das Unternehmen hat sich offenbar von der momentanen Stigmatisierung und Hysterie gegen Selbstzünder-Antriebe nicht gänzlich beeinflussen lassen. Während andere Hersteller inzwischen vollends auf derlei Aggregate verzichten oder sie nicht mehr planen, lösen die Japaner ihr Versprechen vom Vorjahr ein, in das Eclipse-Cross-Programm auch einen Selbstzünder aufzunehmen. Das sei angesichts eines Diesel-Anteils im SUV-Segment von insgesamt 30 Prozent – Tendenz wieder steigend – nur logisch, heißt es bei der Marke. Für das neue Modell selbst glaubt man einen Dieselanteil von mindestens 20 Prozent zu erreichen. Wir wetten schon mal, dass das klappt.

Der einst im Outlander werkelnde und jetzt im eigenen Haus weiterentwickelte, auf Sparsamkeit und Sauberkeit getrimmte 2.2 DI-D mit SCR-Kat (wird steuerlich wegen seines Hubraums von 2,268 allerdings als 2.3er berechnet!) stellt 148 PS bereit, hat serienmäßig ein neues 8-Gang-Automatikgetriebe an Bord als auch ein Allradsystem. So bestückt kommt der Crosser tatsächlich fast überall locker durch und kann sich gekonnt (18,3 cm Bodenfreiheit) durch unwegsames Gelände wühlen. Mit einer maximalen Anhängelast von 2.000 Kilogramm zeigt der Japaner mit Diesel weitere praktische Talente. Ansonsten gefällt der Diesel mit ausreichend Dampf (388 Nm). Die bärige Kraft schiebt den 1,8 Tonner, wenn er nach einer kurzen Brummphase warm ist, relativ leise, unaufgeregt und lässig voran.

Wie Topf und Deckel passen auch der Motor und das neue, im eigenen Haus entwickelte Automatikgetriebe zusammen, das in dem Kompakten stets ein harmonisches und homogenes Antriebsgefühl vermittelt und sich willig durch die verschiedenen Drehzahlbereiche arbeitet. Das Fahrwerk ist ausgewogen justiert. Einzig die Lenkung könnte etwas mehr Rückmeldung vertragen. Freilich bietet der Vierzylinder nicht unbedingt sportliche Fahrwerte, flott ist seine Gangart trotzdem: 11,7 s auf 100, 193 km/h Spitze. Viel wichtiger ist, dass sie nicht den Verbrauch sabotieren, der im WLTP-Schnitt bei 6,9 Liter liegt. Klingt passabel für so ein Schwergewicht. Weniger gut hingegen ist der CO2-Ausstoß von 183 g/km, was nur für die Effizienzklasse D reicht. Indes sind die Tanks ausreichend groß. Der für den Diesel fasst 60 Liter. Der AdBlue-Tank bietet 15,6 Liter, was für etwa 10.000 km reichen soll.

Außen bleibt bei dem 4,41 m langen und 1,69 m hohen Japaner alles wie gehabt: das flotte Blechkostüm, die keilförmigen Coupé-SUV-Konturen und ein kraftvolles Heck mit der zweigeteilten Scheibe. Wertig und modern präsentiert sich auch der Innenraum. Armaturentafel und Türverkleidungen sind mit weichen, lederartig genoppten Materialien bezogen, hier und da gibt es silberfarbene Applikationen. Zusätzlich betonen Klavierlack- und Karbonelemente im Cockpit, am Lenkrad, in der Mittelkonsole und den Türverkleidungen den wertigen Anspruch. Ein "Touchpad Controller" sowie ein 7-Zoll-Touchscreen ermöglichen verschiedenste intuitive Bedienvorgänge. Viel Variabilität findet sich auch im Fond, wo sich die Rücksitze um bis zu 20 cm verschieben lassen und die Lehnen neigungsverstellbar sind. Nur der Kofferraum dahinter fasst leider nur 378 bis 1.159 Liter.

Für die Sicherheit sorgt eine ganze Armada an Assistenzsystemen. Sie reichen vom Auffahrwarner über Spurhaltehilfe und 360-Grad-Kamera bis hin zum Fehlbeschleunigungsschutz, der versehentliches Gasgeben verhindert, wenn sich vor oder hinter dem Auto ein Hindernis oder ein Fremdfahrzeug befinden. Bleibt noch der Preis. Da Mitsubishi noch mindestens bis Ende August jedem Eclipse Cross einen Rabatt-Bonus von 3.000 Euro gewährt, reduzieren sich auch die Preise beim Diesel. Statt der 31.590 Euro in der Liste für die günstigste Plus-Variante muss der Käufer demnach nur 28.590 Euro auf den Tresen legen. Ein faires Angebot!

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Mitsubishi Eclipse Cross

Mitsubishi Eclipse Cross 2.2 D-ID 4WD Automatik

Motor: 2,2-l-Vierzylinder-TD, 8-Gang-Automatik-Getriebe, 148 PS

0 - 100 km/h: 11,7 Sek.

Spitze: 193 km/h

Verbrauch: 6,9 Liter

CO²-Wert: 183 g/km

Kofferraum: 378 – 1.159 l

Preis: ab 31.590 Euro

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