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Skoda Karoq Scout
Abenteurer in Pfadfinderklamotten

MOZ / 10.04.2019, 17:39 Uhr
Frankfurt (Oder) Hut ab, wie Skoda weiter seinen Weg geht und sich inzwischen neben den üblichen Modellreihen auch im SUV-Bereich in der Autoszene zusehends Ansehen verschafft. Sind doch bei der Marke nach dem Karoq, dem Kodiaq und dem jüngst auf dem Genfer Salon vorgestellten Kamiq inzwischen drei verschiedene SUV-Varianten zu haben. Doch auch innerhalb der Hochbeiner-Gilde wird weiter individualisiert. So fährt von der Karoq-Variante demnächst neben einem auf Sportlichkeit getrimmten Derivat mit dem Scout ein speziell geformter Crossover mit hemdsärmligem Outdoor-Dress vor. Der Märkische Markt hat ihn schon getestet.

Gelungen sind Außen schon mal die farbig abgesetzten Anbauten, die Lust auf Abenteuer wecken. Zu den augenscheinlichen Modellmerkmalen gehören u. a. vorn und hinten ein rustikal wirkender Unterfahrschutz. Metallisch silbern glänzen Außenspiegel und Dachreling. Es gibt zudem Chromzierleisten an den Seitenfenstern. Die Fondfenster sind ebenso wie die Heckscheibe dunkel getönt (Sunset). Das Talent fürs Grobe unterstreichen nicht zuletzt die markanten Radhaus-Verkleidungen. Und als elegante Besohlung runden schicke glanzgedrehte 18-Zoll-Alufelgen die gelungene Erscheinung ab.

So schnell verändern sich Wirkung und Charakter eines Karoq! Kleider machen eben nicht nur Leute. Auch innen gibt es hier und da sofort erkennbare Veränderungen im Vergleich zum normalen Modell. Bei den Sitzen fallen die neuen Bezüge mit den schwarz-braunen Kontrastnähten ins Auge. Mit Ausnahme der VarioFlex-Rückbank tragen alle Sitze einen eingestickten Scout-Schriftzug. Ein Multifunktions-Lederlenkrad, Pedale im Edelstahl-Look sowie ein LED-Paket mit Ambientebeleuchtung gehören ebenfalls zur umfangreichen Serienausstattung. So bestückt will der rustikale Crossover noch mehr zum Abenteuer animieren. Innen ist der Platz hinter den Türen des 1,61 m hohen Skoda komfortabel, die Möblierung wirkt hochwertig, man genießt das durchaus edel wirkende Interieur-Umfeld. Und freut sich über das üppige Gepäckabteil, welches ordentliche 521 bis 1.630 l fasst. Und über die nur 68 cm hohe Ladekante lassen sich an Zuladung immerhin bis zu 666 Kilo buckeln. Das Varioflex-System (drei längs und quer verschiebbare und herausnehmbare Rücksitze) kostet allerdings Aufpreis (390 Euro). Ebenso die optionale elektrische Heckklappe mit Tip-to-Close-Funktion (400 Euro extra), die per Knopfdruck öffnet und schließt.

Auf Wunsch ermöglicht die Komfortöffnung (170 Euro Aufpreis) unter dem Heckstoßfänger das Aufschwingen der Heckklappe auch per leichtem Fußschwenk. Typische, bei Skoda übliche Simply Clever-Ideen finden sich auch hier. So wird für den Kofferraum ein variabler Ladeboden angeboten und den Alltag erleichtern zudem Gepäcknetze an den Vordersitzen und der Mittelkonsole.

Als Motoren stehen für den Scout ein TSI und TDI bereit, jeweils mit 150 PS und Allradantrieb. Letzteren nutzen wir für unseren Probegalopp. Er heizt dem Scout ordentlich ein, geht feurig zur Sache. Unterwegs schiebt er beinahe unangestrengt nach vorn, baut gleichmäßig seine Kraft auf, geht wenn es sein soll druckvoll zur Sache (340 Nm). Herrlich, wie das serienmäßige DSG-Getriebe in unserem Testmodell fast unmerklich und dennoch stets auf den Punkt genau eingreift. Nebenher agiert auch die Lenkung perfekt.

Doch während so manche auf Offroad gestylte Varianten meist nur Blender mit Anbau-Gags sind, die schon vor dem kleinsten Sandhügel kapitulieren, macht der extravagante Kraroq-Showmaster dank serienmäßigem Allradantrieb auch im anspruchsvollen Outdoor-Bereichen eine gute Figur. Braucht doch der intelligente Allradantrieb mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung und elektronischer Differenzialsperre  nur einen Wimpernschlag an Zeit vom Erkennen einer kritischen Situation bis zur richtigen Kraftverteilung. Mit den 17,6 Zentimeter Bodenfreiheit sind Ausritte ins Gelände für den 1,6-Tonner kein Problem. Auch die Anhängelast von 2,1 Tonnen sind passabel, Pferde- oder Bootsanhänger also kein Problem.

Fühlbar ist auch das Engagement von Skoda für eine gelungene Fahrwerkabstimmung. Trotz gewisser sportlicher Straffheit bügelt es sogar schlechteste Straßenbeläge erstaunlich gut aus. Auch über Bodenwellen schwingt er souverän, nimmt selbst fiese Spurrillen auf die leichte Schulter.

Alles in allem zielt der Karoq Scout mit seinem rustikalen Flair und sportlichem Temperament voll auf Bauch und Herz des Outdoor-Fans. Der Karoq in Pfadfinderklamotten taugt zudem nicht nur als Wald- und Wiesenableger, mit dem man komfortabel durch Matsch, Modder und Schlaglochpisten kommt. Er ist auch einer, der vor kniffligen Touren über Stock und Stein nicht kapituliert.

Der Allrad-Karoq kostet als 150-PS-TSI mit Allradantrieb und DSG ab 33.640 Euro, als 150-PS TDI mit Allradantrieb und Sechsgangschaltung ab 34.840. Euro. Die von uns gefahrene Diesel-Version mit DSG steht ab 36.640 Euro in der Liste.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Skoda Karoq Scout

Skoda Karoq Scout TDI SCR 4x4 DSG

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-TD, 150 PS, Allradantrieb, 7-Gang-DSG

0 - 100 km/h: 8,8 Sekunden

Spitze: 195 km/h

Verbrauch: 5,5 Liter Diesel

CO²-Wert: 144 g/km

Kofferraum: 521 bis 1.630 l

Preis: ab 36.640 Euro

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