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Elektrischer Kia
Kante, Kult und kWh

E-Soul – Koreas coole Kiste erzielt Reichweiten über 450 Kilometer.
E-Soul – Koreas coole Kiste erzielt Reichweiten über 450 Kilometer. © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 23.04.2019, 10:20 Uhr - Aktualisiert 23.04.2019, 10:17
Frankfurt (Oder) (MOZ) Keine Frage, Kia kann Design. Der Soul war das erste Modell der Koreaner, das 2009 den renommierten Red Dot Award erhielt. Kia kann auch Elektroauto. Bereits 2014, als sich viele andere Hersteller noch mit Ankündigungen begnügten, wartete der Soul bereits mit vollelektrischem Antrieb auf. Jetzt geht die mittlerweile dritte Generation des Kompaktvans im Crossover-Stil an den Start und tritt damit den mutigen Beweis dafür an, dass der Totalverzicht auf den Verbrenner dem Kultstatus der kantigen Kiste nichts anhaben kann. Denn den e-Soul, der trotz leichten Größenwachstums seinem coolen Format treu bleibt, gibt es hierzulande wie der Name schon sagt ausschließlich mit Elektroantrieb. Den teilt er sich mit dem bereits Ende 2018 vorgestellten Kompakt-SUV e-Niro (MOZ berichtete), der jetzt ebenfalls bei den Kia-Händlern vorfährt. Das ausgefeilte batterieelektrische System beider Modelle ermöglicht Reichweiten von gut 450 Kilometern. Im städtischen Fahrzyklus sind sogar mehr als 600 Kilometer ohne Zwischenstopp an einer Ladestation drin – das schaffen nur wenige Benziner vergleichbaren Formats mit einer Tankfüllung.

Zwar kann der e-Soul mit 4,20 Metern Länge als kleinerer Bruder des e-Niro (4,38 Meter) gelten, doch an Platz für bis zu fünf Passagiere gibt es nun wahrlich keinen Mangel. Großgewachsene müssen selbst im Fond den Kopf nicht einziehen und dank leicht verlängertem Radstand zwickt es nun auch im Knieraum nicht. In Sachen Laderaum allerdings liegt der Niro mit 451 bis 1405 Litern (Soul 315 bis 1339 Liter) klar vorn. Je zwei Leistungsstufen des Elektroantriebs stehen zur Wahl. Die Basismodelle haben Unterflur-Akkus mit einer Kapazität von 39,2 kWh an Bord, leisten 136 PS und erzielen Reichweiten von 276 km (e-Soul) bzw 289 km (e-Niro). Einen weitaus kräftigeren Stromstoß erhalten die  Top-Modelle aus 64-kWh-Batterien. Deren E-Motor leistet 204 PS und sorgt für eine Reichweite von 452 bzw. 455 Kilometer.

Kia geht davon aus, dass sich mehr als 90 Prozent aller Käufer für den starken Akkupack entscheiden. Kein Wunschdenken, wie unsere ersten Fahreindrücke bestätigen. Denn mehr noch als die für heutige Verhältnisse stattliche Reichweite beeindruckt die einzigartige Agilität des 204-PS-Elektroantriebs. Ganz gleich, für welchen der vier per Knopfdruck wählbaren Fahrmodi wir auch immer uns entscheiden - mit dem Tritt aufs E-Pedal werden augenblicklich bullige 395 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderachse abgedrückt. Die sorgen für turbinenartigen Vortrieb und begeisternde Elastizität. Im Sportmodus katapultiert sich der leer immerhin rund 1,8 Tonnen schwere e-Soul in nur 7,9 Sekunden bis auf Tempo 100 (e-Niro 7,8 Sekunden) und erreicht, untermalt von unaufdringlichen Wind- und Abrollgeräuschen, eine Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h. Auch beachtlich: Die136-PS-Version meistert den Standardsprint in 9,9 (9,8) Sekunden und rennt 157 (155) km/h. Wer allerdings wirklich über 400 Kilometer weit mit einer Akkuladung kommen will, der sollte den Eco+-Modus wählen. Der begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h und schaltet alle energieintensiven Systeme bis hin zur Klimaautomatik ab. Ansonsten heißt es fleißig rekuperieren, Bremsenergie zurückgewinnen. Denn Nachladen kostet nun mal Zeit. Mit dem Schnellladeanschluss (CCS-Stecker) dauert es an einer 100-kW-Station zwar nur 54 Minuten, ehe die Kapazität im e-Soul-Akku wieder bis auf 80 Prozent steigt. Doch an der Haushaltssteckdose zieht sich der Ladevorgang geschlagene 31 Stunden hin. Es lohnt sich also, die für den persönlichen Fahrstil angenehmste, möglichst effiziente Rekuperationsstufe herauszufinden. Und das macht uns Kia in beiden Modellen leicht. Über Wippen am Lenkrad können insgesamt fünf verschiedene Stufen gewählt werden, vom Automatik- bis hin zum sogenannten One-Pedal-Modus. Da reicht es, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, um den Wagen in fast allen Verkehrssituationen sicher abzubremsen.

Inzwischen kaum noch erwähnenswert: Kias Stromer sind rundum fein verarbeitet, mit einer Sieben-Jahre-Garantie gesegnet, die selbstverständlich auch die Batterie einschließt, und sehr gut ausgestattet. Da mangelt es weder an Komfortzutaten wie Klimaautomatik, Touchscreen mit bis zu 10,25 Zoll Größe, Smartphone-Integration oder Head-up-Display (Soul), noch an Fahrer-Hilfspersonal vom Spurhalter und Stauassistenten über die autonome Notbremse bis hin zum Querverkehrs- und Müdigkeitswarner. Ganz neu und vorerst nur für den e-Soul im Angebot: UVO Connect, eine Telematiksystem, das verschiedene Fernbedienungsfunktionen für das Auto bietet, die per App gesteuert werden.

Die Preise für den e-Soul beginnen bei 33.990 Euro (136-PS-Version) bzw. 37.790 Euro für den 204 PS starken Motor mit großer Batterie. Der e-Niro kommt mit 35.290 bzw. 39.090 Euro etwas teurer. Wolfgang Brekeller

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