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Honda CR-V 1,5
Frisches Design, guter Motor, viel Komfort

(MOZ) / 06.05.2019, 15:44 Uhr
Frankfurt (Oder) SUVs rufen gegensätzliche Meinungen hervor. Die einen verwerfen sie als Umweltsünder und nicht mehr zeitgemäß. Andere wissen ihre Variabilität für Freizeit und Familie zu schätzen. Der CR-V von Honda ist schon seit 24 Jahren – nicht nur am Markt, sondern schlichtweg erfolgreich. Er hat weltweit die meisten Fans und ist statistisch gesehen in diesem Zeitraum global sogar der meistverkaufte SUV. Auch die nunmehr 5. Generation des Globetrotters will weiterhin die Kundschaft begeistern. Sogar auf die Diesel-Kritik hat Honda gehört und bietet künftig im CR-V keinen Ölbrenner mehr als Antrieb an. Für uns vom Märkischen Markt war das ein Grund mehr, mal zu testen, wie sich der Japaner mit 173-PS-Benziner so macht.

Beim ersten Rundgang stellen wir fest: Auch die jüngste Version des CR-V sieht recht proper aus, das Design vermittelt angenehme Frische. Die massive, wohlgeformte Honda-typische Front weiß zu beeindrucken. Auffällig sind dort die gleich an den neu akzentuierten Grill anschließenden LED-Scheinwerfer. Seitlich registrieren wir die gewohnt hohe Gürtellinie, in die fülligen Radhäuser sind 17-Zöller montiert. Auf Wunsch gibt es sogar 19er, allerdings für 2.600 Euro extra.

Die Fenster sind mit elegant wirkenden Chromleisten gerahmt. Die von sichelartigen LED-Rückleuchten eingerahmte Heckklappe verleiht dem 1,69 m hohen Japaner eine angenehm dynamische Ausstrahlung. Der Neue ist mit 4,60 Metern kaum größer als der Vorgänger (+1,5 cm), profitiert aber von einem um rund 4 Zentimeter gestreckten Radstand und einer breiteren Spur. Das kommt vor allem den Fondpassagieren zugute, wächst doch hier die Beinfreiheit.

Cockpit wie Mittelkonsole verströmen Wertigkeit, alles wirkt passabel verarbeitet. Wir schauen auf ein variables Instrumentendisplay, samt 7-Zoll-Touchscreen, der allerdings eine teils eigenartige Menüführung bietet. Unnötig verspielt finden wir den Drehzahlmesser – ein schlecht ablesbarer, ständig wandernder Analog-Leuchtbalken.

Unsere Mundwinkel gehen schnell wieder nach oben beim Blick auf die vielen Ablagen, auf das griffsympathisch umlederte Lenkrad. Man sitzt in dem 5-Sitzer überall auf festen und gut konturierten Polstern. Die Fondtüren öffnen fast rechtwinklig, was den Einstieg ungemein erleichtert. Toll auch, wie kinderleicht sich hier die komfortable, geteilte Rückbank flachlegen lässt. Mit Hilfe eines zweistufigen Kofferraumbodens ist dann Platz für eine ebene 1,83 Meter lange Ladefläche und der Platz fürs Gepäck erhöht sich von 561 auf 1.756 Liter. Erwähnenswert die angenehm niedrige Ladekante (67 Zentimeter). Nur die Heckklappe öffnet nicht weit genug. Großgewachsene könnten sich schnell mal eine Beule einhandeln.

Wir starten! Hinter dem Kühlergrill mit variablem Lufteinlass arbeitet in unserem Testwagen ein VTEC-Turbobenziner. Der Vierzylinder schöpft aus 1,5 l Hubraum 173 PS, wuchtet 220 Nm auf die Kurbelwelle. Klingt zwar nicht nach Straßenstürmer, ist er aber. Schon an der Ampel macht er sich eilig davon, bleibt unterwegs leiser als sein Vorgänger. Mit dem Motor geht es stets knackig und kultiviert voran. Wird er bei Laune gehalten, geht’s auch richtig ab. Dann läuft er sogar vibrationsarm, brummt nur beim Beschleunigen kräftig und vernehmlich laut. Zum Glück werden nicht alle Geräusche nach innen durchgereicht. Denn störende niedrige Frequenzen absorbiert Honda durch das neue, aktive Noise-Canscelling.

Gekoppelt mit dem Motor ist eine stufenlose CVT-Automatik. Sie ist nicht unbedingt träge wie die vieler anderer ähnlicher Bauart, bremst indes hier und da den Fahrspaß. Fürs Überholen am Berg ist sie jedenfalls nicht geschaffen, denn bis zum notwendigen Schub braucht sie stets mehr als nur eine Gedenksekunde. Turbobenziner gelten am Stammtisch gemeinhin als Säufer. Dieser ist keiner. Zwar erreichen wir nicht die nach WLTP-Norm angegebenen 6,3 Liter Super, die 7,4 Liter bei unserem Testschnitt sind aber auch okay.

Uns gefällt am CR-V auch das neue Fahrwerk samt verbessertem Federungskomfort. Und löblich, wie die Radführungen Stöße und Fugen aller Art konsequent ausbügeln. Mit seiner Länge, dem hohen Aufbau und dem Leegewicht von 1,5 Tonnen ist er zwar nicht gerade ein Kurvenheld. Dennoch wuselt er durch enge Kehren einigermaßen lässig ohne großes Wanken. Auf Asphalt fährt er sich jedenfalls fast wie ein Pkw.

Preis in der Comfort-Ausstattung ab 28.490 Euro. Da sind dann beispielsweise neben Klimaautomatik, DAB-Radio, LED-Scheinwerfern, Sitzheizung vorn und einer verschiebbaren Rückbank auch verschiedenste Assistenz-Systeme schon drin.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Honda CR-V 1.5 VTEC-Turbo

Honda CR-V 1.5 VTEC-T

Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 173 PS

0 - 100 km/h: 9,3 Sekunden

Spitze: 210 km/h

Verbrauch: 6,3 Liter Super

CO²-Wert: 143 g/km

Kofferraum: 561 bis 1.756 l

Preis: ab 28.490 Euro

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