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Probefahrt
Autotest Renault Scénic

Wirklich schick: Renault Scénic
Wirklich schick: Renault Scénic © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 07.05.2019, 11:20 Uhr - Aktualisiert 07.05.2019, 14:14
Berlin (MOZ) Während der deutsche Gesamtmarkt in diesem Jahr leicht ins Minus gerutscht ist (-0,2 Prozent), kann Renault zumindest ein kleines Plus von 0,9 Prozent verbuchen. Die Modell-Bilanz der Franzosen ist dabei gemischt: Während Twingo, Mégane und Talisman zulegen konnten, verloren Kadjar, Captur und Scénic.

Motor

Drei Benziner und zwei Diesel stehen für den aktuellen Scénic zur Verfügung. Das ergibt eine Leistungspalette von 116 PS bis 159 PS. Der von uns gefahrene 140-PS-Benziner stellt die goldene Mitte bei den Ottomotoren dar. Aus den gerade 1,3 Litern Hubraum, bei aber vier Zylindern, holt das Triebwerk bis zu 240 Newtonmeter maximales Drehmoment (bereits ab 1600 Umdrehungen). Das reicht für durchaus flotte und zumeist kultivierte Ausfahrt – erst bei hohen Drehzahlen macht sich der Motor akustisch deutlich bemerkbar. In 10,4 Sekunden kann man von 0 auf Tempo 100 kommen und maximal 201 km/h auf der Autobahn erreichen. Die Sechs-Gang-Schaltung aber ist etwas hakelig.

Der Renault Scénic im Test.
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Renault Scénic

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Karosserie/Ausstattung

Lange Jahre waren Kompaktvans schwer angesagt, der Siegeszug der SUV hat das Segment deutlich abschmelzen lassen. Renault, viele Jahre mit dem 1996 gestarteten Scénic ganz vorn dabei, hat das nicht veranlasst, sein einst so erfolgreiches Modell dem Zeitgeist zu opfern. Stattdessen wurde der Scénic optisch gründlich modernisiert und im Design weitab einer Familienkutsche positioniert. Erfreulicherweise aber ohne klassische Tugenden wie Raum (506 Liter Kofferraum) und Flexibilität (um 16 Zentimeter verschiebbare Sitze, aufpreispflichtig per Knopfdruck versenkbar) gleich mit zu beseitigen. Der neue Scénic ist also sowohl eigenständig-schick (gegen Extrageld auch zweifarbig lackierbar), als auch familientauglich. Letzteres zeigt sich auch in vielen Ablagemöglichkeiten. Dazu kommen überzeugende Materialauswahl und Verarbeitung. Der Touchscreen sorgt für moderne Bedienung, erfordert aber etwas Eingewöhnung. Ab Werk hat der Franzose bereits sechs Airbags, ESP, Nebelscheinwerfer, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, beheizbare Außenspiegel, Fernlichtassistent, Regensensor, Digitalradio, Verkehrszeichenerkennung und eine Fernbedienung, die sich bei Annäherung automatisch entriegelt. Gegen Aufpreis lassen sich natürlich noch mehr Helferlein bestellen, etwa für das Einparken.

Fahrverhalten

Eine typisch französische Sänfte ist der Scénic nicht. Allerdings auch kein Dynamiker. Insgesamt ist das ein familientauglicher Kompromiss. Die superschicken 20-Zoll-Felgen sorgen immer mal wieder für Poltern. Die Bremsen könnten etwas bissiger sein.

Wirtschaftlichkeit

Laut Liste gibt es den Einstieg in einen Scénic ab 23.690 Euro, was angesichts des Gebotenen wirklich in Ordnung geht. Der von uns gefahrene 140-PS-Benziner startet ab 24.990 Euro. Nach Norm verbraucht dieser sechs Liter Super auf 100 Kilometer (136 g/km CO2) – mit einem Liter mehr kommt man gut hin.

Fazit

Familienfreundlichkeit schick verpackt – der Scénic ist nicht nur eine Augenweide, sondern hat auch die alten Tugenden eines Kompaktvans nicht vergessen. Es muss eben nicht immer SUV sein. Hajo Zenker

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