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Hyundai i30 Fastback
Sportlicher Pulsbeschleuniger

07.06.2019, 17:30 Uhr - Aktualisiert 07.06.2019, 17:37
Frankfurt (Oder) Unter den muskulösen Kompakten, außen aufgemotzt und mit ordentlich Power unter der Haube, ist zwar der Golf GTI immer noch der Platzhirsch, doch ist seine vermeintlich unantastbare Vormachtstellung längst ins Wanken geraten. Hat doch inzwischen fast jeder Hersteller in dieser Gattung so einen Pulsbeschleuniger in Pipeline. Bei Hyundai mutierte jüngst mit der N-Variante des i30 Fastback sogar eine coupéhafte Limousine zum Pistenschreck. Der Märkische Markt hat die sportlichen Ambitionen des Athleten getestet.

Der Bengel drückt die Nase an die Scheibe und kriegt den Mund nicht zu: "Läuft der wirklich so schnell?" Nun ja, nicht ganz – der Tacho reicht bis 300 km/h. 250 sind dennoch sauschnell. Dann wird nämlich elektronisch abgeregelt. Derlei Power sieht man dem Auto eigentlich nicht unbedingt auf den ersten Blick an. Denn am Fastback N erkennen Laien erst beim näheren Hinschauen die Details einer Rennmaschine und es macht sich Gänsehaut-Feeling breit.

Die bekannten N-Insignien sind auch bei der gedopten Fastback-Version, die mit 12 Zentimetern mehr Karosserielänge (4,46 Meter) und rund drei Zentimetern niedrigerer Dachhöhe im Vergleich zum Fünftürer daherkommt, gekonnt verbaut. So gibt es u.a. mächtige Schürzen an Bug und Heck. Der markentypische Kaskaden-Grill leuchtet in Schwarz, rote Leisten zieren die Frontlippe und hinter den serienmäßigen LED-Scheinwerfern ist die Blende schwarz eingefärbt.Zur Sportschau tragen am Heck ein Diffusor, ein in die Heckklappe integrierter Spoiler sowie eine Abgasanlage mit zwei prallen Endrohren bei. Und unter den aufgeblasenen Kotflügeln warten 225er-Pirelli-Reifen auf 19-Zöllern sowie rot lackierte Bremssättel auf ihren Auftritt. Nettes Detail: Mittig im Heckstoßfänger fungiert eine Leuchte in Triangel-Form als Nebelschlussleuchte.

Die professionellen Auto-Fummler von Hyundai wuselten auch innen durch jeden Winkel, um die Synthese von Emotion und Funktion zu verbessern. Wir registrieren neben einer Alupedalerie, zahlreichen Einlagen in Chrom- und Alu-Look, vielerlei Zierelemente in knalligem Rot, Kontrastnähte an Lenkrad, Schaltknauf und Sitzen. Letztere sind natürlich für die Vorderleute besonders maßgeschneidert, passen wie ein Sprinter-Dress. Toll: Über zwei große Tasten am Lenkrad lassen sich Parameter wie Lenkkräfte, Motorsound oder die adaptiven Dämpfer (serienmäßig) von komfortabel bis besonders sportlich justieren. Und nicht zuletzt haben die Instrumente im Cockpit eine eigene Skalierung mit roten Zeigern sowie eine LED-Schaltanzeige für das kurz gefasste Sechsgang-Getriebe .Sie informiert über den optimalen Schaltzeitpunkt.

So viel zum Schein. Kommen wir zum Sein. Und das steht der Optik in nichts nach. Beispielsweise Kraft. Davon hat nämlich der Koreaner mehr als genug. Verantwortlich ist ein echter Pulsbeschleuniger, denn der Zweiliter-Turbobenziner mit 275 PS ist kein getunter Staubsauger, der kann es wirklich. Autobahnfahrten sind daher alles andere als eine Kaffeefahrt an die Elbe. Wir rollen diszipliniert auf eine solche (ohne km/h-Begrenzung!) und lassen den Hyundai mal kurz von der Kette. Mit seinem Drehmomentgebirge (353 Nm!) schnellt der rollende Muskel scheinbar mühelos und widerstandslos vorwärts, der Turbo verpasst einem beinahe einen Leberhaken. Dabei sprudelt die Leistung so, als würde man einen Hydranten aufdrehen. Doch selbst jetzt, so scheint es, krempelt sich der Koreaner nur mal kurz die Ärmel hoch. Dass die hauseigene Motorsport-Abteilung in die Feinabstimmung des Fahrwerks einbezogen war, spürt man allenthalben. Spannt es sich doch wie ein unsichtbares Sicherheitsnetz um ein eventuell überschäumendes Piloten-Temperament. Federn, Dämpfer, Stabilisatoren und die pizzagroßen Bremsscheiben sind jedenfalls bestens auf die Fahrsicherheit eingeschworen.

So soll sich eine Lenkung anfühlen, so will das Handgelenk die sechs Gänge einklicken. Die uns begleitenden Motortöne reichen von heiser bis dumpf röchelnd. Zudem erlaubt eine variable Klappensteuerung, die Klangkulisse dem eigenen Duktus anzupassen.

Also alles ohne Fehl und Tadel? Nicht ganz. Der Abrollkomfort könnte etwas besser sein, die Übersicht ist eingeschränkt und die Kopffreiheit im Fond nur mäßig. Kleinkram. Was man über die Ausstattung indes nicht behaupten kann. Denn bei dem fairen Preis ist so gut wie alles für Komfort und Sicherheit schon an Bord.

Fazit: Der N-Fastback ist rundum gelungener Sportler zum fairen Preis. Denn deutsche Konkurrenten sind deutlich teurer platziert. Und nicht zuletzt bietet die Fastback-Variante dank ihres 450-Liter-Kofferraums Platz für sportliches Gepäck oder Kinderwagen und Co. – ist also etwas für den eiligen Vater.R. Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Hyundai i30 Fastback

Hyundai i30 Fastback

N 2.0 T-GDI

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Frontantrieb, 275 PS

0 - 100 km/h: 6,1 Sekunden

Spitze: 250 km/h

Verbrauch: 8,2 Liter Super

CO²-Wert: 188 g/km

Kofferraum: 450 bis 1351 l

Preis: ab 33.700 Euro

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