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Nissan Qashqai
Solider Praktiker für Sport und Freizeit

07.06.2019, 17:39 Uhr
Frankfurt (Oder) Als Nissan 2007 seinen Qashqai auf den Markt brachte, glaubte kaum jemand an einen nachhaltigen Erfolg des Crossovers mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen. Doch weit gefehlt: Der Asphalt-Cowboy wurde die absolute Erfolgsgeschichte des japanischen Herstellers, verkaufte sich seitdem allein in Deutschland bis Ende 2018 mehr als 292.000 Mal. Wenngleich er nicht mehr der Jüngste ist, sieht er deshalb noch lange nicht altbacken aus. Zumal er mit dem kürzlich eingeführten 1.3er Vierzylinder-Turbobenziner, der mit 140 und 160 PS zu haben ist über eine saubere und moderne Antriebstechnik verfügt. Der Märkische Markt hat sich im Test mal den Globetrotter mit dem 140-PS-Antrieb angeschaut.

Benannt nach dem südiranischen Nomadenvolk der "Kaschgai" wandert der Kompakt-Crossover weiter hurtig auf seiner Tour durch die Autowelt. Er gefällt mit harmonischen Proportionen und stilistischer Geradlinigkeit, weil die Designer fast gänzlich auf aggressive Attribute verzichteten. Zu den gewölbten Stoßfängern passen die dynamische Front mit zugespitztem V-Grill und die geschlitzten Scheinwerfer, die für 950 Euro Aufpreis mit LEDs erstrahlen. Dazu bietet der Hochbeiner ausgestellte Radhäuser, die optional selbst 19-Zöller aufnehmen und hinten LED-Rückleuchten in Bumerang-Form.

Auch innen gefällt uns der Japaner mit seiner subtilen Art von Behaglichkeit. Hier ist alles auf die Bedürfnisse des urbanen Kunden abgestimmt, der sich gern verwöhnen lässt: viel Platz und passgerechte Sitze, die mit Seitenführung und weicher Polsterung punkten und aus denen man selbst nach langer Fahrt erholt aussteigt. Dazu trägt auch die von Nissan verordnete Ruhe im Auto bei: Aerodynamische Innovationen aus dem Flugzeugbau sorgen am Unterboden für weniger Lärm, ebenso die dickeren Scheiben und eine verstärkte Fahrzeugdämmung an der Karosserie. Vorn registrieren wir ein formschönes Cockpit mit kristallscharfen Displays, viel Alu-Look und übersichtlichen Rundinstrumenten. Für 615 Euro extra gibt es ein Navi, welches über Staus in Echtzeit informiert. Der Fahrer greift zudem in ein handfestes unten abgeflachtes Dreispeichen-Lenkrad.

Ausreichend groß ist auch der Kofferraum (430 l). Praktiker dürfte hier das Unterbodenfach sowie eine Verstaumöglichkeit für das Gepäckraumrollo freuen.

Und der Antrieb? Die neuen Turbo-Benziner, die aus der Kooperation mit Renault stammen und auch in der Mercedes A-Klasse ihren Dienst tun, ersetzen die alten 115 PS starken 1,2-­Liter­-Benziner sowie das 163 PS starke 1,6er ­Aggregat. Wir haben im Test die 140-PS-Variante an Bord, die einen Benzinpartikelfilter hat und stets an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt ist. Los geht’s mit Startknopf. Mit Leichtigkeit setzt sich der Qashqai in Bewegung, stürmt munter mit respektablen 240 Nm vorwärts. Wer indes dieses Temperament zu sehr strapaziert, kommt beim Verbrauch mit den durchschnittlich angegebenen 5,3 Litern nicht klar. Das schafft nur, wer mit den Zehenspitzen Gas gibt. Sparfüchse sollten also eher auf das sanfte Ansprechverhalten des Motors im unteren Drehzahlbereich setzen.

Zügig beschleunigen kann das kleine Kraftwerk natürlich auch. Bei hohen Touren gibt es sich jedoch unangenehm brummig. In der Summe gefällt das Aggregat durchaus mit Kultiviertheit und Effizienz. Hierfür wurde u. a. der Turbolader technisch verbessert. Statt wie bislang mit pneumatischen Ventilen haben die Ingenieure ihn mit einem elektrisch betriebenen Bypass­-Sicherheitsventil (e­Wastegate) bestückt. Einer der Vorteile: Durch geringere Wartungskosten sinken die Betriebskosten, denn die Service-­Intervalle wurden von 20.000 auf 30.000 Kilometer erweitert.

Loben wollen wir noch die Dämpfung sowie das gut trainierte Handling des Qashqai, seinen ruhigen Geradeauslauf und die bissig eingreifende Bremsanlage. Serienmäßig verfügt das Basismodell bereits u. a. über eine Klimaanlage, DAB-Radio samt Smartphone-Integration, geteilt umlegbare Rücksitze und einen Tempomat. Als Minuspunkte stehen im Protokoll: zu hohe Ladekante (77 cm), knappe Kopffreiheit im Fond, geringe Zuladung und eine leicht schwammige Lenkung.

Alles in allem ist der Qashqai ein mobiler Hochsitz, der kaum Schwächen aufweist, nicht zu teuer ist und sich auch sonst als ein solider Praktiker für Sport und Freizeit erweist.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Nissan Qashqai 1.3

Nissan Qashqai 1.3 DIG-T

Motor: 1,3-l-Vierzylinder-Turbobenziner, Frontantrieb, Sechsgangschaltung, 140 PS

0 - 100 km/h: 10,5 Sek.

Spitze: 193 km/h

Verbrauch: 5,3 l Super

CO²-Wert: 121 g/km

Kofferraum: 430-1585 Liter

Preis: ab 21.350 Euro

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