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Kia Optima SW GT 2.0
Eleganz bis in die letzte Kante

MOZ / 19.06.2019, 17:58 Uhr
Frankfurt (Oder) Hieß das Motto bei den Edel–Kombis viele Jahre noch Lifestyle vor Ladevolumen, lieber schick als praktisch so ist es inzwischen wieder umgekehrt. Die Lust-Laster werden eher wieder mehr aus pragmatischen Gründen gekauft. Wie das SW-Modell des Kia Optima. Was er mit 238-PS-Benziner und GT-Ausstattung taugt? Der Märkische Markt hat den Koreaner im Test ausprobiert und ihm mal genauer hinter die Klappe geschaut.

Einen Kombi in der edlen Mittelklasse ordentlich zu platzieren ist nicht so einfach. Buhlen doch hier seit Jahren vor allem die deutschen Wettbewerber erfolgreich um die Käufergunst. Kia versucht es seit 2016 mit dem SW dennoch. Zwar sind die Verkaufszahlen eher bescheiden, eine Bereicherung für das Segment ist die edle Rucksack-Variante dennoch. Schon das Outfit des Mittelklassekombis mit jüngst nachgeschärftem Front-Design gefällt. Mit seinem Wabengrill in der Kia-typischen Form der "Tigernase", den seitlichen Lufteinlässen, der sanft abfallenden Dachlinie, einer markanten Fenstergrafik und dem schlüssig angepassten Heck strahlt der 4,86 Meter lange Kombi jedenfalls selbstbewusst ins Auto-Leben. Verantwortlich für das Blechkleid der Korea-Fregatte ist kein geringerer als Kreativ-Chef Peter Schreyer, quasi der Form-Guru unter den Designern dieser Welt. Dank seines Könnens verströmt das Auto tatsächlich bis in die letzte Kante athletische Eleganz.

Innen präsentiert sich das leicht überarbeitete Modell vorn einer mit einer betont horizontalen Ausrichtung des Armaturenbretts samt hoch verbautem Monitor. Wir schauen am erneuerten Lenkrad auf neue Chromeinfassungen an Startknopf und Rundinstrumenten. Für einen exklusiven Akzent in unserer serienmäßigen GT-Ausstattung sorgt zudem die neue in sechs Farben erhältliche Ambientebeleuchtung – die auch für die Fahrmodi genutzt werden kann.

Auch sonst gefällt uns der diskrete Charme bei Materialauswahl (Soft-Touch-Oberflächen im Cockpit; die Lederausstattung mit roten Ziernähten) und Fertigungsqualität. Sie lassen Fahrer und Insassen zufrieden in die festen Polster sinken. In dem Riesen-Kombi finden bis zu Fünf samt Gepäck ein akzeptables Quartier, selbst hinten wird man großzügig beherbergt. Für die Beine wird genügend Platz geboten, keiner muss sich mit den Knien an der Vordersitzlehne schubbern. Einzig über den Köpfen geht es eher eng zu.

Was man über das durchaus ordentlich heraus geputzte Abteil im Heck nicht sagen kann. Robuster Edelstahl schützt die nur 62 Zentimeter hohe Ladekante. Der Kofferraum packt bei aufgestellter Rücksitzlehne solide 552 Liter ein, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 1686 Liter, die Zuladung des SW beträgt passable 510 Kilo. Was transportiert werden soll, ist auf flauschigen Unterlagen gebettet. Ein Trennnetz, Verzurrösen und ein auf Schienen befestigter Raumteiler sorgen für Ladungssicherheit. Und unter dem glattflächigen 1,01 Meter breiten Kofferraum lässt sich in einem Bodenfach die Gepäckraumabdeckung verstauen.

Als Antrieb fungiert bei uns ein Benziner, der seine Kraft aus zwei Liter Hubraum schöpft, aber mit Turbo gepressten 238 PS und 353 Nm. Wir drücken beherzt den Startknopf. Sofort spürt man: Das sportliche Herz ist getrimmt auf absolute Power und so fährt er sich auch. Kurz das Gaspedal gedrückt und schon verschlingt der Kia mit seinen 1,8 Tonnen Leergewicht gierig den Asphalt. Wenn es sein soll stürmt der Kombi dann davon, als wäre eine ganze Meute an Samurais gleichzeitig hinter ihm her.

Unterwegs erhebt der SW zwar das Kurvenfahren nicht zum Vergnügen. Dennoch fährt er mit ausreichender Sicherheit durch Biegungen jeglicher Art. Dazu trägt die zielgenaue Lenkung bei, die angenehme Bedienkräfte mit ausreichender Rückmeldung verbindet. Und wird es doch mal eng, realisieren seine standhaften Bremsen beruhigend kurze Anhaltewege. Auch beim Komfort schmust sich der Kia bei uns ein, mit einem beeindruckend niedrigen Geräuschpegel im Innenraum, einem kommoden Fahrwerk das selbst größere Schlaglöcher souverän pariert und einer Sechsgang-Automatik, die jederzeit die passenden Anschlüsse findet.

Der Preis von knapp 42.000 Euro klinkt erst einmal happig. Doch ist da bereits alles Erdenkliche drin und dran, u.a. Lederausstattung, LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht, Klimaautomatik, Aktiv-Matrix-Display, Navi, Rückfahrkamera, 18-Zoll-Aluräder, DAB-Audioanlage mit USB, Sitzheizung vorn und hinten. Und es gibt auch hier die von anderen Kia-Modellen bekannten 7 Jahre Garantie.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Kia Optima SW GT 2.0 T-GDI

Kia Optima SW GT 2.0

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner (geregelter Dreiwege-Kat und Otto-Partikelfilter), 238 PS

0 - 100 km/h: 7,6 Sekunden

Spitze: 232 km/h

Verbrauch: 9,2 Liter Super

CO²-Wert: 212 g/km

Kofferraum: 552 – 1686 l

Preis: ab 41.790 Euro

Schlagwörter

Peter Schreyer Beeindrucken Kia Kante Ladevolumen

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