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Renault Clio
Französische Kampfansage

Wolfgang Brekeller / 27.06.2019, 14:00 Uhr
Berlin Renault ist Clio. Der 1990 eingeführte Kleinwagen hat es zum meistverkauften Modell der Franzosen gebracht.

Rund 15 Millionen Exemplare von mittlerweile vier Clio-Generationen konnte Renault bislang absetzen. Im September geht die fünfte Auflage des Bestsellers an den Start und sie hat, so das vorgezogene Fazit unserer ersten Testfahrten, das Zeug dazu, die Konkurrenz von Polo, Corsa & Co. aufzumischen. Preise stehen noch nicht fest. Sie sollen bei knapp unter 13.000 Euro beginnen.

Was angesichts der immer engeren Verkehrsflächen vor allem in den Städten schon mal besonders lobenswert ist: Clio V fällt nicht länger aus als die 2012 eingeführte Nummer IV, im Gegenteil. Eingekürzt wurde zwar nur um einen guten Zentimeter auf 4,05 Meter, doch dank cleverer Konstruktion der völlig neuen Plattform ist der Raumgewinn erheblich.

Vorne wie hinten gibt es mehr Ellbogenfreiheit, der Knieraum im Fond wurde um 2,6 Zentimeter erweitert. Und das nicht auf Kosten des Kofferraums. Der legte um 40 auf 340 Liter zu und zählt damit zu den größten der Klasse. Leider jedoch muss das Gepäck über eine ziemlich hohe Ladekante gewuchtet werden.

Obwohl kraftvoller proportioniert, gibt sich der fünftürige Neuling schon auf den ersten Blick als Clio zu erkennen. Und das ist auch gut so, denn der Vorgänger hat schließlich das bis heute gültige, nach wie vor frische Renault-Markendesign begründet. Der Evolution im Außendesign steht eine Revolution der Inneneinrichtung gegenüber. Da ist Hartplastik hochwertigem Soft-Touch-Material gewichen. Die erhöhte Mittelkonsole, die den kurzen Schalthebel besser zur Hand liegen lässt, ist dem Fahrer zugewandt. Darüber thront als Zentrale des neuen Easy-Link-Systems, das R-Link ablöst, einer der größten Touchscreens der Klasse. Der hochformatige Monitor verfügt über eine 9,3 Zoll Bildschirmdiagonale (23,6 Zentimeter). Alternativ gibt es eine Sieben-Zoll-Variante. Unter beiden sitzt eine Schalterleiste, mit der häufig genutzte Funktionen sicher und ohne Ablenkung aufgerufen werden können. Easy Link erlaubt das Aufspielen von Navigations- und Software-Updates via LTE-Netz,sozusagen "over the air". Google-Suche, Tomtom-Service, fast alles ist jetzt möglich. Selbstverständlich lassen sich Smartphones beider Betriebssysteme integrieren. Auch eine Ladeschale ist auf Wunsch an Bord.

Ebenfalls neu im Cockpit ist das Kombiinstrument in TFT-Technik (bis 10 Zoll groß), das alternativ zu Analoguhren in der Basisversion angeboten wird. Der Fahrer kann Farbe und Darstellung der Anzeigen individuell konfigurieren. Personalisieren lässt sich darüber hinaus auch das Fahrerlebnis des neuen Clio, dem Renault jetzt sein sogenanntes Multi-Sense-System spendiert. Es stehen die Fahrmodi Eco und Sport zur Auswahl. Gasannahme, Lenkwiderstand, Schaltvorgängedes Doppelkupplungsgetriebes und anderes mehr lassen sich aber auch frei konfigurieren.

Maßstäbe setzt der frische Franzose nicht zuletzt in Sachen Fahrer-Assistenzsysteme. Da gibt es nicht nur die autonome Notbremse mit Fußgängererkennung, den Fernlichtwächter und den Verkehrszeichenleser (Serienausstattung genau so wie Voll-LED-Scheinwerfer!), sondern auch 360-Grad-Kamera, Totwinkelwarner und Spurhalter. Ein Novum in der Kleinwagenklasse ist der Autobahn- und Stauassistent, der einen großen Schritt zum vollautomatisierten Fahren macht. Das mit dem adaptiven Tempopiloten gekoppelte System kann auf mehrspurigen Straßen den Clio komplett übernehmen, Lenkarbeit inbegriffen. Im Stau meistert es ohne Zutun des Fahrers den nervenden Stop-and-go-Verkehr.

Der Autobahn- und Stauassistent, der bislang nur für Oberklasse-Autos angeboten wird, ist der Clio-Topmotorisierung vorbehalten. Das ist ein Vierzylinder-Turbo, der aus 1,33-Litern-Hubraum 130 PS schöpft und generell im Verbund mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe seinen Dienst versieht. Eine sehr dynamische Fuhre, die den gut gedämmten und und eher komfortabel als straff abgestimmten Clio in 9,0 Sekunden bis auf Tempo 100 treibt und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ermöglicht. Da kann sich ein Normverbrauch von 5,2 Litern wohl sehen lassen. Darunter rangieren 1,0-Liter-Dreizylinder mit 100 PS (Turbo), 73 und 65 PS. Im nächsten Jahr gesellt sich ein Vollhybrid mit 1,6-Liter-Benziner und zwei E-Motoren hinzu.

Und ein Elektro-Clio? Nicht nötig, schließlich hat Renault ja den in der Größe vergleichbaren E-Bestseller Zoe im Programm, der soeben aufwändig renoviert wurde. Saubere Diesel, obwohl vorhanden, werden für den neuen Clio in Deutschland nicht angeboten. Und da wir gerade beim Verzicht sind: einen Kombi (Grandtour) wird es künftig nicht mehr geben.

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Kampfansage Deutschland Kleinwagen Clio

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