Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jubiläum
Hohenwalde war Fontanestoff

Ines Weber-Rath / 25.08.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 25.08.2019, 10:22
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Countdown läuft für die Organisatoren der 725-Jahrfeier von Hohenwalde, zu der am 7. und 8. September viele Besucher im Frankfurter Ortsteil erwartet werden.

Am Freitag hat Dieter Hartung die letzten Bilder für die "Hof-Galerie" aus der Druckerei geholt. "An etwa 40 Grundstücken wird so anschaulich Einblick in die Geschichte gegeben", freut sich der Vorsitzende des Hohenwalder Heimatvereins.

Die Festschrift ist im Druck

Auch der Festumzug, an dem sich rund 50 Mitwirkende aus dem Dorf beteiligen, stehe. Die etwa 50 Seiten starke Festschrift ist im Druck. Dass es zur Jahrfeier nicht gelungen ist, die von Heimatgeschichtsforscherin Hannelore Skirde in mühevoller Kleinarbeit erstellte Chronik des Ortsteils zu drucken, bedauert Dieter Hartung sehr: "Die Druckkosten für die rund 300 Seiten in Höhe von rund 5000 Euro können wir einfach nicht stemmen. Dafür müssen wir noch Mitfinanziers auftreiben", sagt der Cheforganisator des Jubiläumsfestes.

So werden die Hohenwalder und ihre Gäste einige der historischen Sensationen, die Hannelore Skirde ans Licht geholt hat, wohl erst später nachlesen können. Dazu gehört im Fontane-Jubiläumsjahr die Tatsache, dass der Dichter auf seinen Wanderungen durch die Mark eine Hohenwalder Geschichte gehört und aufgeschrieben hat.

Die Geschichte findet sich im Band "Fünf Schlösser" und handelt von Conrad von Quitzow, der um 1410 in Hohenwalde ein Schloss besessen haben soll. Im Unterschied zum berühmt-berüchtigten Rest seiner Raubritter-Familie war Conrad redlich und wurde "der gute Quitzow" genannt. Dennoch soll er der einzige gewesen sein, der in der Elbe ertrank, als eine Fähre voller Ritter sank, schreibt Fontane.

Etwas kurios ist auch die Tatsache, dass Hohenwalde – der Name deutet auf eine Brandrodung hin – 1294 im Zusammenhang mit einem Fleischerstreit erstmals erwähnt wurde. Dem im Stadtarchiv aufbewahrten Protokoll  einer Beratung der Frankfurter Ratsherren vom 30. April 1294 zufolge soll ein jüdischer Fleischer bei Johannes von Hohenwalde gearbeitet haben.

Kurzzeitig in russischem Besitz

Eine historische Besonderheit ist auch die Tatsache, dass Hohenwalde kurzzeitig in russischem Besitz war – durch eine Schenkung des Preußen-Königs an Fürst Alexander Menzikoff, einem Zaren-Günstling, im Jahre 1713. Zuvor hatten Hohenwaldes Bauern den 1668 eingeweihten Müllroser Kanal mit gebaut.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG