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Probefahrt
Autotest Volvo XC90

Echter Schwede - Volvo XC90
Echter Schwede - Volvo XC90 © Foto: Hajo Zenker
Hajo Zenker / 04.10.2019, 09:06 Uhr
Berlin In Deutschland hat die schwedische Marke in diesem Jahr bisher um stolze 25,5 Prozent zugelegt, während der gesamtdeutschen Schnitt gerade 2,5 Prozent beträgt. Das liegt vor allem daran, dass der neue Volvo XC40 einen furiosen Start hatte. Aber auch der Bestseller der Marke, der XC60, konnte weiter zulegen. Das Flaggschiff XC90 dagegen fiel im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Motor

Volvo, lange bekannt etwa für Fünfzylinder, arbeitet auch im Flaggschiff nur noch mit Vierzylinder-Motoren mit zwei Litern Hubraum, die per Turbo und Kompressor zu Leistung getrieben werden. Auch der Diesel ist bei Volvo ein Auslaufmodell, es gibt nur noch einen Selbstzünder mit 235 PS. Dazu kommen zwei Benziner (250/310 PS). Und da Volvo auf Geheiß des chinesischen Eigentümers Geely möglichst schnell elektrisch werden soll, gibt es diese drei Verbrenner ganz neu jeweils als Mild-Hybrid-System - mit einem Generator, einem 48-Volt-Bordnetz und einem Bremsenergie-Rückgewinnungs-System. Der Generator wandelt die beim Bremsen entstehende kinetische Energie in elektrische Energie um. Diese wird im Akku gespeichert und unterstützt den Verbrennungsmotor etwa beim Anfahren und Beschleunigen, um gerade im Stadtverkehr Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren. An die Steckdose aber kann man diese XC90 nicht hängen, das bleibt der Top-Motorisierung vorbehalten. Der Plug-in-Hybrid kommt alsKombination aus Verbrennungs- und Elektromotor auf 390 PS. Der von uns gefahrene Einstiegsbenziner mit 250 PS ist bereits eine sehr angemessene Motorisierung. Das maximale Drehmoment beträgt 350 Newtonmeter, bereits ab 1800 Umdrehungen. So lässt sich der immerhin fast 2,2 Tonnen schwere Wagen bei kultiviertem Ton in 7,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigen. Und auf der Autobahn sind ohne Probleme 215 km/h möglich. Ihren Beitrag dazu leistet die serienmäßige Acht-Gang-Automatik.

Karosserie/Ausstattung

Das Volvo-Flaggschiff überzeugt Kunden weltweit. Kein Wunder, der aktuelle XC90 sieht großartig aus, außen wie innen. Und lässt zumindest auf den ersten Blick vergessen, dass es sich immerhin um einen 4,95 Meter langen und 1,78 Meter hohen Geländewagen handelt. Schnörkellos-modern steht der schwedische Riese da. Mit einer sehr selbstbewussten Front übrigens. Ganz großes Kino ist auch der Innenraum mit seinen drei Displays. Wobei der in der Mitte des Armaturenbretts angebrachte Touchscreen besonders überzeugt, weil er nicht nur fast so groß wie ein (aufrecht stehendes) Tablet ist, sondern auch hervorragend funktioniert. Und keine große Einarbeitung braucht. Eher normal in so einer Preisklasse sind das Head-up-Display und die digitalen Rundinstrumente. Absolut überzeugend wirken auch die Materialauswahl und die Verarbeitung. Dazu kommen tolle Sitze, die es optional übrigens auch für bis zu sieben Insassen gibt. Als Siebensitzer stehen dann eher übersichtliche 314 Liter Kofferraum zur Verfügung, als Fünfsitzer bereits gewaltige 692 Liter - als Zweisitzer schließlich riesige 1866 Liter. Wie sich das für einen Volvo gehört, ist die Sicherheitsausstattung gewaltig. Der Notbremsassistent aktiviert sich etwa auch in der Dunkelheit, wenn er Fußgänger oder Fahrradfahrer oder Wild erkennt. Gerät man bei Gegenverkehr auf die Gegenfahrbahn, lenkt das Auto automatisch zurück. Um nur einige Beispiele zu nennen. Ansonsten gibt es serienmäßig etwa WLAN-Hotspot, Infotainmentsystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Fernlichtassistent, Tempomat, beheizbare Außenspiegel und elektrische Heckklappe.

Fahrwerk

Beim Fahrwerk kann man zwischen Blattfedern und Luftfederung wählen. Bei Letzterer, im Testwagen verbaut, lässt sich elektronisch die Härte verändern. Und auch die Bodenfreiheit kann man so noch von 24 auf 27 Zentimeter anheben. Trotzdem bleibt es dabei, dass der XC90 in erster Linie ein Reisemobil ist, mit dem sich bequem lange Strecken abspulen lassen, mit dem man sich aber notfalls auch ins Gelände wagen kann. Der Allradantrieb ist mittlerweile serienmäßig an Bord.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen XC90 gibt es ab 65.150 Euro für den Diesel. Der von uns gefahrene 250-PS-Benziner beginnt bei 65.750 Euro. Aber dann muss noch längst nicht Schluss sein mit dem schwedischen Premiumniveau - mit allerlei netten Extras landete der Testwagen bei stolzen 91.980 Euro. Da kann einem schon mal die Luft wegbleiben. Dafür kann man tatsächlich mit gut acht Litern Super auf 100 Kilometer (nach Normangabe 7,9 Liter und 184 g/km CO2) hinkommen.

Fazit

Der XC90 überwältigt mit Design, Raum und Sicherheit. Das hat aber auch seinen skandinavischen Preis. Volvo zeigt im Übrigen, dass sich selbst solch ein Flaggschiff mit einem Vierzylinder überzeugend bewegen lässt. Der im Trend der Zeit dann auch noch etwas elektrisch unterstützt wird. Hajo Zenker

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