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Leichtathletik
Pokal behält seinen Platz in Booßen

Die achtjährigen Oskar Schülke (Mitte) und Till Zernow von der Astrid-Lindgren-Schule haben sichtlich Spaß beim Sprint, während Jason Mutschke (Lennéschule) etwas den Anschluss verliert. Gestartet wurde beim Nikolausstiefel in fünf Disziplinen.
Die achtjährigen Oskar Schülke (Mitte) und Till Zernow von der Astrid-Lindgren-Schule haben sichtlich Spaß beim Sprint, während Jason Mutschke (Lennéschule) etwas den Anschluss verliert. Gestartet wurde beim Nikolausstiefel in fünf Disziplinen. © Foto: Michael Benk
Kerstin Bechly / 12.12.2019, 02:15 Uhr - Aktualisiert 12.12.2019, 06:42
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wenn wir gewinnen, dann wünsche ich mir, dass wir so weitermachen. Wenn nicht, dann beim nächsten Mal wieder." Maria Haake von der Grundschule Am Mühlenfließ zeigt sich fair, als beim Pokal um den Nikolausstiefel für Frankfurts Grundschulen die abschließenden Rundenläufe im Gange sind. Was sie nicht ahnt: Mit jeder Altersklasse füllt sich Booßens Punktekonto deutlich. 115 sind es am Ende für den Dauersieger.

Dahinter belegen wie im Vorjahr die Erst- bis Sechstklässler der Grundschule Am Botanischen Garten und die Lennéschule die Plätze 2 und 3 – das hat sich nach einer Korrektur der Auswertung ergeben. 183 Kinder, darunter erstmals von der MEKO Neuberesinchen und einige Einzelstarter, nahmen an dem leichtathletischen Mehrkampf teil.

Maria Haake gewann in der W 9 den Sprint, Dreierhopp, Medizinballdruckwurf und Dauerlauf, war beim Schlängellauf Zweite. Mit der Platzziffer 6 erzielte sie neben Nick Wolff (Mitte/M6) das beste Ergebnis aller Altersklassen. Mehrfach stand Maria in den Vorjahren auf dem Podest und brachte sich so ins Blickfeld der Trainer des gastgebenden SC Frankfurt, die sie für die Leichtathletik werben wollten. "Doch ich wollte bei Union Booßen Fußball spielen. Erst in diesem Jahr bin ich zum SC gekommen. Mir macht das Rennen am meisten Spaß", erzählt das aufgeweckte Mädchen.

Vereinskameraden wie Ian Constantine Kehder (Lenné), Jakob Windmüller (Booßen) und Lukas Pape (Lindgren) haben beim Nikolausstiefel ebenfalls Punkte für ihre Schulen beigesteuert. Emilia Thaens vom SC fand in ihrer Schulkameradin und Turnerin Helen Best eine gleichstarke Konkurrentin. Beide Zehnjährigen standen am Ende mit der Platzzifferzahl 8 ganz oben auf dem Podest. Mit ausgeglichen starken Leistungen fielen auch Paul Prochnau (Booßen/Platzziffer 7), Lieselotte Maeding, Melia Schumann, Jakob Windmüller (alle Booßen) und Mia Weidner (Golzow/alle 9), Anastasija Klingbeil (Botanischer Garten), Nele Budow (Booßen) und Michal Gabrysc (Lenné/alle 10) auf.

Dabei sein ist alles

Ihre Schulwertung hatten Ramon Mikeley und Reiko Schulz im Blick, die es ansonsten zum Ringen zieht. "Es wäre schön, wenn unsere Lennéschule es weit nach vorn schaffen würde, aber dabei sein ist alles", befand Ramon, der bei seiner Premierenteilnahme sein bestes Ergebnis mit dem Medizinball als Sechster erreichte. Reiko hatte besonders viel Spaß "beim Sprint aus der Bauchlage und dem Schlängellauf." Zwar konnte in der AK10 keiner der vier Lenné-Jungen Punkte beisteuern, dafür gelang dies gleich drei Mädchen – Ramons Zwillingsschwester Vivien (3.), Hanna Kasprzak (5.) und Maja Stolzenbach (6.).

"Booßen ist einfach nicht zu schlagen. Wir können die Disziplinen nicht speziell trainieren. Dafür reicht unsere kleine Sporthalle, die sich zwei Klassen teilen, nicht aus", berichtet Kathrin Lingk, Sportlehrerin an der Lennéschule. "Der Nikolausstiefel ist super organisiert. Mich freut auch, dass so viele Eltern hiergeblieben sind", fährt sie fort. Aus ihrer langjährigen Erfahrung regt sie an, die Teilnehmerzahl pro Schule zu begrenzen, "damit alle die gleichen Chancen haben".

Ähnlich sieht das auch Angelika Stepanek von der Siegerschule. "Gerade, wenn noch mehr Schulen mitmachen möchten, ist die Begrenzung in den Altersklassen besser." Warum die Booßener, die den Wanderpokal schon zwölfmal gewannen, immer so gut sind? "Der Wettkampf trägt sich mittlerweile von allein. Manche Kinder sind jedes Jahr dabei, die Jüngsten hören davon und wollen dann mit. Wir sprechen auch gezielt starke Sportler an", sieht Angelika Stepanek einige Gründe, die wieder zum euphorischen Jubel geführt haben.

Wettkampfleiterin Riccarda Bohrisch nimmt die Anregungen mit in den SC-Vorstand. Der Verein hatte schon zweimal auf den wachsenden Zuspruch reagiert, die Zwölfjährigen und die eigene Kita-Gruppe herausgenommen. "Ich würde es schade finden, wenn die Schulen nur noch ihre sportlichsten Kinder schicken und die, die einfach gern mitmachen wollen, ausklammern. Wir wollen auch unsere eigenen Sportler, deren Schulen nicht kommen, nicht ausschließen", gibt sie zu bedenken.

Lob an die Helfer

Ein großes Lob will sie an die Helfer – Sportler, Eltern, Freunde – loswerden: "Der gut vierstündige Wettkampf läuft auch deshalb so gut, weil wir jede Station mit einem eigenen Kampfrichter absichern können. Ich finde es fantastisch, wie top unsere Jugendlichen ihre Aufgaben als Riegenführer oder im Kampfgericht hinbekommen, selbst die Zwölf- und Dreizehnjährigen."

Schulwertung beim Pokalwettbewerb

1. Am Mühlenfließ Booßen (43 Teilnehmer/115 Punkte), 2. Am Botanischen Garten (33/48) und Lennéschule (47/41), 4. Astrid Lindgren (28/25), 5. Evangelische GS (6/12), 6. MEKO Neuberesinchen (7/5) und 19 Einzelstarter

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