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Mieten
Fast 10.000 Wohnungen mehr in Brandenburg

Seit Beginn der 1990er Jahre haben allein die Mitglieder des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen fast 17.000 Wohnungen gebaut.
Seit Beginn der 1990er Jahre haben allein die Mitglieder des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen fast 17.000 Wohnungen gebaut. © Foto: dpa/Bernd Settnik
Kerstin Bechly / 12.12.2019, 06:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) In Potsdam bleibt das Wohnen mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 6,03 Euro je Quadratmeter im Bestandsbau am teuersten, gefolgt von Potsdam-Mittelmark (5,74), Dahme-Spreewald (5,54) und dem Barnim (5,50).

Dies weist der aktuelle Marktmonitor des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) aus. Am günstigsten wohnt es sich in der Prignitz, Elbe-Elster und Ostprignitz-Ruppin (4,43 bis 4,72).

Während die Bestandsmiete in Brandenburg  von 2017 zu 2018 auf 5,14 Euro/m2 gestiegen ist (plus zehn Cent/zwei Prozent), erreichte sie bei Neuvertragsmieten 5,76 Euro (+2,7 Prozent) und bei Erstbezug 9,72 Euro.

Die Wohnungsmarktlage im Land Brandenburg zeigt sich immer stärker ausdifferenziert und mit ausgeprägten regionalen Unterschieden. Der Wohnungsbestand ist wie in den beiden Vorjahren um 0,7 Prozent und 9801 Wohneinheiten gestiegen. Während Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark die höchsten Zuwächse durch Neubau verzeichneten, überwogen in einigen berlinfernen Regionen, so auch in Frankfurt (Oder), die Wohnungsabgänge durch den Rückbau von Wohnungen.

Weitere 4000 Einheiten geplant

Die Mitgliedsunternehmen des BBU im Land Brandenburg investieren kräftig in Neubau und Bestand. Seit Beginn der 1990er-Jahre haben sie rund 16,5 Milliarden Euro in die Hand genommen und knapp 17.000 Wohnungen gebaut. Bis 2023 wollen die Brandenburger Unternehmen die Errichtung von weiteren rund 4000 Wohnungen auf den Weg gebracht haben. Regionaler Schwerpunkt der Neubauinvestitionen wird weiterhin das Berliner Umland, allen voran Potsdam, sein.

Was dem Verband bei seinen jährlichen Untersuchungen aufgefallen ist: Die Mieten bei Bestands- und neu vermieteten Wohnungen steigen in Brandenburg deutlich langsamer als die Baupreise. Und so betont BBU-Vorstand Maren Kern: "Auf Dauer schwächt eine solche Entwicklung die Investitionskraft der Wohnungswirtschaft." Die Mitgliedsunternehmen ihres Verbandes erwarten deshalb vor allem in den strukturschwächeren Regionen mehr Unterstützung durch das Land. "Das gilt insbesondere für den Stadtumbau und den Ausbau der Infrastruktur, ganz besonders aber für die Unterstützung beim Strukturwandel in der Lausitz." Maren Kern hofft hier auf eine "Zukunftsregion Wohnen", um neue Wohnideen oder auch die Energiewende voranzubringen.

Die Untersuchungen haben ergeben, dass Bestands-, Neuvertrags- und Erstvermietungsmieten teilweise deutlich unter dem jeweiligen Marktdurchschnitt liegen. Das zeige: "Die BBU-Mitgliedsunternehmen sind klar gemeinwohlorientiert und stehen für gutes und bezahlbares Wohnen in Berlin und dem Land Brandenburg." Das müsse berücksichtigt werden – beispielsweise durch die Ausnahme gemeinwohlorientierter Wohnungsunternehmen vom Berliner Mietendeckel.

Falle Mietendeckel

Eine andere Vorgehensweise hätte deutliche Folgen: Eine aktuelle Umfrage habe ergeben, dass sich die Einnahmeverluste der Berliner BBU-Unternehmen über fünf Jahre auf rund 1,1 Milliarden Euro summieren würden. In Investitionen ausgedrückt – ein Euro Eigenkapital finanziert fünf Euro Investitionen – sind das bis zu 5,5 Milliarden Euro. Entsprechend gehen die Unternehmen davon aus, ihre Neubaupläne um mindestens ein Viertel reduzieren zu müssen. Entsprechend würden Wohnungen für mindestens 24.000 Mieter nicht gebaut.

Für den BBU-Marktmonitor 2019 wurden Daten für fast 55 Quadratkilometer Wohnfläche in Berlin und Brandenburg – das entspricht der Fläche des Staates San Marino – ausgewertet.

Untersuchungsmethode

Der BBU-Marktmonitor wertet für  die Wohnungsmärkte Berlin-Brandenburgs Daten aus rund 900 000 Bestands- und Neumietverträgen und weitere Studien aus.

Er weist reale Bestands-, Neuvertrags- und Erstvermietungsmieten aus, während andere Studien nur auf die Anzeigen in Wohnungsportalen zurückgreifen.⇥red

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