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Leid und Herrlichkeit
Antonio Banderas auf Heroin

Leid und Herrlichkeit
Leid und Herrlichkeit © Foto: studiocanal
Stefan Klug / 13.12.2019, 14:21 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Einst war Salvador Mallo ein gefeierter Regisseur. Der Erfolg hat ihn wohlhabend gemacht. Doch genießen kann er das Leben schon lange nicht mehr. Körperliche und auch seelische Zipperlein halten ihn in Atem. Dennoch rafft er sich auf, einen ehemaligen Freund und Kollegen nach vielen Jahren wiederzutreffen. Denn sein bester Film soll wieder aufgeführt werden und mit der Hauptrolle von damals hat er seitdem kein Wort mehr gewechselt. So sucht er jenen Alberto auf und kommt in Kontakt mit Heroin. Das war seinerzeit der Grund der Trennung. Doch heute tut es Salvador gut, er kann abschalten, ist schmerzfrei. Und so schreibt er gar ein neues Stück, in dem er auch einen Teil seiner Jugend verarbeitet.

Es dauert eine Weile, bis Pedro Almodóvar zum Punkt kommt. Bis dahin hat er schon einige Male die Zeitebene gewechselt und seine Hauptfigur umfangreich eingeführt. Der Junge aus armen Verhältnissen, der als einer der wenigen lesen und schreiben kann, dessen Erfahrungen im Priesterseminar nicht so wirklich aufgeklärt werden und der dann später eine innige Beziehung zu einem anderen Mann unterhält. Almodóvar vervollständigt mit jeder Szene diesen Salvador und bringt im großen Ringbau dann seine Geschichte zu einem happy end. Der Spanier erweist sich damit einmal mehr als großer Erzähler, der den Plot um seinen Hauptdarsteller Antonio Baanderas herum gebaut hat. Mit schlurfendem Gang und gebeugter Haltung gibt er dem Elend ein Gesicht, dem ganzen Leid in der einstigen Herrlichkeit. Immer ganz nah an der Grenze zum Kitsch, aber nie darüber hinaus.

Genre: Drama; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 113 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Pedro Almodóvar; Antonio Banderas, Asier Etxeandia; Sp 2019

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