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Fiat 500 und Panda
Jetzt hat’s auch bei Fiat gefunkt

Die Fiat-Minis Panda (oben) und der 500 machen den Hybridantrieb in der Kleinwagenklasse attraktiv.
Die Fiat-Minis Panda (oben) und der 500 machen den Hybridantrieb in der Kleinwagenklasse attraktiv. © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 19.02.2020, 14:21 Uhr
Frankfurt (Oder) Das hat aber lange gedauert: Jetzt macht auch Fiat Ernst mit der Elektromobilität – wenn auch zunächst nur mit Mild-Hybrid-Antrieben (MHEV), bei denen der Stromstoß lediglich zur Verbrauchsreduzierung des Verbrenners beiträgt. Die europäischen Kleinwagen-Bestseller Fiat 500 (Limousine/Cabrio) und Panda unterbieten als Hybrid-Versionen mit 88 bzw. 89 Gramm Kohlendioxid-Emissionen je Kilometer, was einem Durchschnittsverbrauch von 3,9 bzw. 4,0 Litern entspricht, die von der EU gesetzte 90-Gramm-Grenze, ab der künftig Strafzahlungen für die Hersteller fällig werden. Und sie machen den Hybrid-Antrieb für breite Käuferschichten attraktiv. Die Preise beginnen bei 13.990 Euro für die 500er Limousine bzw. 13.490 für den Panda.

Zwar ist die Antriebstechnologie beider Modelle identisch, doch kommt im Fiat 500 Hybrid als Verbrenner ein völlig neuer 1,0-Liter-Dreizylinder zum Einsatz, der leichter, stärker (70 statt 69 PS) und dank vergleichsweise hoher Verdichtung effizienter als der altbekannte 1,2-Liter Vierzylinder ausfällt. Dem Dreizylinder zur Seite steht ein vom 12-Volt-Bordnetz versorgter Riemen-Startergenerator (RSG), der auch die Nebenaggregate antreibt. Während der RSG einerseits beim Bremsen und im Schubbetrieb kinetische in Elektroenergie umwandelt und einem platzsparend unter dem Fahrersitz verstauten Lithium-Ionen-Akku zuführt, spendet er andererseits, zum Beispiel beim Beschleunigen, zusätzliche 3,6 Kilowatt Antriebsleistung. Damit wirkt der wendige, 3,57 Meter kurze 500 Hybrid unter allen Fahrbedingungen hinreichend spritzig. Bei Bedarf rennt er bis zu 167 km/h. Der lang übersetzte sechste Gang des ebenfalls neuen Schaltgetriebes für beide Autos soll übrigens für eine gut verträgliche Geräuschkulisse auch beim Topspeed sorgen.

Wer es gemächlich angeht, ist zeitweilig flüsterleise unterwegs. Beide Fiats können schon bei einer Geschwindigkeit von weniger als 30 km/h segeln, also mit abgeschaltetem Motor dahingleiten -vorausgesetzt, der Fahrer befolgt den Tipp aus dem Cockpit und legt den Leerlauf ein. Was jedoch etwas nervt, ist das ziemlich hölzerne Fahrwerk der neuzeitlichen "Knutschkugel". Dagegen erschien uns bei ersten Testfahrten die ohnehin praktischere, weil geräumigere und fünftürige "tolle Kiste" beinahe als Sänfte. Kleines Minus: Der 1,2-Liter-Vierzylinder (70 PS) im Panda Hybrid geht etwas rauer zu Werke als der Drilling im 500er.

Die beiden neuen Fiats, die bereits die künftige Abgasnorm Euro 6d erfüllen, warten zum Verkaufsstart als reich ausgestattete Launch Edition in der Karosseriefarbe "Tau Grün" auf. Dem Grün verpflichtet erweisen sich zum Beispiel auch die Sitzbezüge der Launch-Modelle, die komplett aus recyceltem Kunststoff bestehen. Zehn Prozent der zu Garn verarbeiteten Kunststoffe wurden aus den Meeren gefischt. Wolfgang Brekeller

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