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Mitsubishi Space Star
Knuffiger Bonsai im frischem Gewand

Hajo Zenker / 11.06.2020, 16:14 Uhr - Aktualisiert 19.06.2020, 15:30
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit 2013 ist bei Mitsubishi der Space Star am Start. Der in Thailand gebaute und bei uns nur als Viertürer erhältliche Kleinwagen verkauft sich seitdem wie geschnitten Brot. Allein in Deutschland waren es seit seinem Marktstart mehr als 106.000. Jetzt wurde der Knirps rundum überarbeitet. Der Märkische Markt hat ihn getestet.

Außen kommt der nur 3,85 Meter kurze Bonsai schon mal mit einem frischeren Blechbody daher. Künftig präsentiert sich der Neuling wie seine größeren Mitsubishi-Brüder im markentypischen "Dynamic Shield"-Design, das die Front insgesamt breiter und kräftiger wirken lässt. Prägnant am Heck sind kantig konturierte Ecken sowie horizontale LED-Rückleuchten mit L-Signatur. Zur gelungenen Optik sollen gleichwohl neue Außenfarben sowie flotter gestaltete 15-Zoll-Alufelgen beitragen. Gut, auch damit ist er noch kein Vorzeige-Model und hier und da hätten wir uns tatsächlich etwas schwungvollere Linien gewünscht. Doch besonders glitzernde oder schmückende Details wie ein selbstverliebter Blech-Body oder ausgeprägte Falze standen beim neuen Outfit des Space Star nicht vorn auf der Agenda. Und das ist auch gut so, denn gerade die gefällige Schlichtheit lässt ihn elegant wirken. Den Japanern ging es eher um praktische Werte wie Platz und Zweckmäßigkeit, als um einen Lifestyle-Knirps.

Auch innen erhielt dieser ein Update. In den 1,51 Meter hohen Viertürer steigt man ohne Verrenkung ein. Es ist spürbar, dass hier alles auf eine möglichst gute Raumökonomie und Übersicht ausgelegt ist. Die Armaturentafel wurde ansprechender beseelt, hier und da auf mehr Qualität und Eleganz getrimmt. Auch lassen sich Instrumente und Displays nun besser ablesen. Flächen strahlen im Carbonmuster, elegante Ziernähte sorgen für Pep und in der teuersten Ausstattung gibt es u. a. gar ein neues "Smartphone Display Audio System" (SDA) mit 7-Zoll-Display.

Allerdings kann auch der jüngste Space Star nicht kaschieren, dass der Rotstift regierte, was an manch billig verbauter Hartplastik deutlich wird. Auch fehlt es dem mit neuen Bezügen versehenen Gestühl an der Vordersitzen weiterhin an stabilen Wangen und einer ausreichenden Beinauflage. Gute Kaufargumente hingegen bietet der 5-Sitzer mit seinem 235 Liter fassenden Kofferraum. Ein Wert, der im oberen Klassendurchschnitt liegt.

Als Motorisierungen stehen zwei millionenfach erprobte, kreuzbrave Dreizylinder-Konstruktionen mit 1,0 und 1,2 Liter Hubraum sowie 71 und 80 PS bereit, welche für den Neuling nochmals optimiert wurden. Auch wenn beide Antriebe nicht unbedingt als Wetzeisen daherkommen, schiebt schon der Basis-Benziner den Zwerg ausreichend flott über die Straßen. Die von uns etwas ausführlicher getestete 80-PS-Variante macht allerdings einen etwas reiferen Eindruck (106 statt 88 Nm). Freilich taugt er selbst damit nicht unbedingt zum Ampelrennen. Und auch Überholmanöver wollen oft rechtzeitig geplant sein, da die dazugehörige stufenlose CVT-Automatik nicht selten hektisch reagiert und recht übereifrig hoch und runter schaltet. Locker mitschwimmen kann man mit dem Space Star jedoch allemal. Erfreulich, dass der Geräuschpegel im Innenraum trotz knurriger Ansätze des Dreizylinders einigermaßen moderat bleibt.

Das Fahrwerk des City-Hoppers wehrt sich erfolgreich gegen die meisten Querrillen, holpert nicht, macht mit der modifizierten Fahrwerksabstimmung und dem verbesserten Fahrkomfort allerlei Späße selbst in engsten Kurven mit. Hierzu hätten wir uns eine direktere Lenkung gewünscht. Zusätzliche Sicherheit beim Anfahren an Steigungen bietet die serienmäßige Berganfahrhilfe. Und nicht zuletzt macht den Space Star  ein Wendekreis von nur 9,2 Meter zu einem agilen Innenstädter. Gern in Kauf nimmt man auch seine Genügsamkeit, verlangt er doch theoretisch im Schnitt nach nur 4,6 Liter. In der Praxis war es ein Liter mehr.

Der Basispreis liegt bei 10.490 Euro. Dafür werden sich laut Mitsubishi wohl 40 Prozent der Kunden entscheiden, wenngleich im Grundmodell nur das Nötigste an Bord ist. Wer es etwas netter haben will, beispielsweise  mit Klimaautomatik, DAB-Audiosystem samt CD-Player, Sitzheizung vorn, 6,5-Zoll-Touchscreen, Navi, hinten abgedunkelte Scheiben, Berganfahrhilfe  oder 15-Zoll-Alifelgen, muss deutlich tiefer ins Portmonee greifen. Die von uns gefahrene Variante mit 80 PS, CVT-Automatik und Intro-Edition-Plus-Ausstattung kostet 15.590 Euro.

Übrigens gibt es beim Kauf der Intro-Edition-Modelle bis 30. Juni einen Einführungsrabatt von 2.000 Euro.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Mitsubishi Space Star

Mitsubishi Space Star 1.2 mit CVT Intro Edition Plus

Motor: 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner, 80 PS, CVT-Automatik

0 - 100 km/h: 13,5 Sek.

Spitze: 173 km/h

Verbrauch: 4,6 Liter Super

CO²-Wert: 106 g/km

Kofferraum: 235 bis 912 l

Preis: ab 15.590 Euro

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