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Probefahrt
Autotest Volvo XC40 Plug-in Hybrid

Angenehm kantige, so gar nicht weichgespülte Karosserie: XC40
Angenehm kantige, so gar nicht weichgespülte Karosserie: XC40 © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 19.06.2020, 13:49 Uhr - Aktualisiert 19.06.2020, 14:53
Berlin (MOZ) Volvo hat als einziger Hersteller bisher für jedes Modell auch einen Plug-in Hybrid, also die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die sich per Stecker aufladen lässt, als Motorisierung im Angebot. Corona hat auch die erfolgsverwöhnten Schweden bei uns das Geschäft verdorben. Allerdings kam Volvo in Deutschland mit einem Minus von 23,6Prozent nicht ganz so unter die Räder wie andere Hersteller davon - über den ganzen Markt gab es einen Verlust von 35 Prozent.

Übrigens ist trotz allem der XC40 des Modelljahrs 2020 bereits ausverkauft.

Motor

Volvo hat als einziger Hersteller bisher für jedes Modell auch einen Plug-in Hybrid, also die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die sich per Stecker aufladen lässt, als Motorisierung im Angebot. Neuerdings hören dabei bei den Schweden alle elektrischen und somit aufladbaren Modelle, egal ob Plug-in oder rein elektrisch, auf den Namen Recharge - entweder Recharge Plug-in Hybrid oder Recharge Pure Electric. Letztere Variante wird hierzulande aber erst in etwa einem Jahr ausgeliefert. Bis dahin gibt es für Freunde der Elektromobilität den von uns gefahrenen Plug-in Hybrid. Der vereint einen Dreizylinder-Benziner mit 180 PS und einen Elektromotor mit 82 PS. Das ergibt grundsätzlich eine flotte Fuhre, in 7,3 Sekunden kann man von 0 auf Tempo 100 kommen. Beide Motoren harmonieren ganz wunderbar, auch die Sieben-Gang-Automatik passt einwandfrei. Unser Testwagen brachte es noch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 205 Stundenkilometer, wer jetzt ordert bekommt einen Wagen, der bei 180 km/h abgeregelt wird. Die rein elektrische Spitze beträgt übrigens 125 km/h. Volvo tut viel dafür, die Elektromobilität zu befördern. So kann man ein E-Mobil einschließlich Ladestation kaufen – die wird von Volvo montiert, einschließlich eventuell nötiger Verlegung von Stromleitungen. Zudem übernimmt das Unternehmen ein Jahr lang komplett die Stromkosten für die rein elektrisch zurückgelegten Kilometer eines Plug-In Hybrids. Weil es noch zu viele Fahrer eines Plug-In gebe, die zwar Umweltprämie und Steuervorteil mitnähmen, aber den Stecker nie auspackten und lieber Benzin verbrennen würden, lautet die Erklärung für das Angebot. Eine App zeichnet dazu die E-Kilometer auf. Volvo rechnet durch diese Kostenübernahme damit, dass Volvo-Besitzer jährlich 15.000 Kilometer im Jahr stromgetrieben zurücklegen. Wir allerdings konnten unabhängig davon kostenlos Strom ziehen - die nächstgelegene Ladesäule steht im Kaufland. Vom Bund gefördert und vom Handelsriesen mit kostenlosem Strom versorgt - allerdings nur innerhalb der Öffnungszeiten des Marktes. Nach einem einstündigen Einkauf war die Batterie zur Hälfte geladen. Wer sehr vorsichtig fährt, soll im reinen Elektromodus bei voller Batterie um die 50 Kilometer kommen können. Zwischen 30 und 40 Kilometer sind realistischer.

Karosserie/Ausstattung

Kompakte SUV sind im Trend, entsprechend stark wächst das Angebot. Doch Volvo hat es geschafft, aus dem Design-Einerlei herauszustechen, gerade auch die mögliche Zweifarbigkeit lässt den Wagen toll aussehen. Sonst hat die angenehm kantige, so gar nicht weichgespülte Karosserie den Vorteil, den Insassen für einen 4,43 Meter langen Wagen ordentlich Platz zu bieten. Auch der Kofferraum ist mit 460 Litern größer als man meinen könnte (und im Plug-in trotz Batterie genauso groß wie im Verbrenner). In der Funktionalität kann der XC40 ebenfalls überzeugen, nur die Software, mit der man es auf dem großen Touchscreen zu tun hat, wirkt nicht mehr ganz frisch. Die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau, auch wenn etwas Abstand zu den größeren Volvo-Brüdern gehalten wird. Ab Werk gibt es für jeden XC40 sieben Airbags, ESP, Schleudertrauma-Schutzsystem, LED-Scheinwerfer, Leichtmetallräder, Klimaautomatik, Regensensor, Tempomat, beheizbare Außenspiegel, Müdigkeitswarner, fernbedienbare Zentralverrieglung. Der Plug-in hat dann etwa stets auch Standheizung, elektrische Heckklappe und Navigation an Bord. Übrigens kann man per App jemand anderem das Benutzen des Wagens ermöglichen, ohne dass derjenige den Schlüssel haben muss.

Fahrverhalten

Das Fahrwerk ist harmonisch angestimmt, Kurven lassen sich trotzdem dynamisch durcheilen. Die Lenkung könnte etwas direkter sein. Als Plug-in gibt es den Wagen nur mit Frontantrieb.Wirtschaftlichkeit Den Einstieg in einen reinen Verbrenner-XC40 gibt es ab 31.100 Euro. Ein Plug-in startet dann erst bei 49.550 Euro und der reine Stromer gar erst bei 62.000 Euro. Wobei unser Testwagen davon gar nicht weit entfernt war, denn mit allerlei Extras kam der auf 59.460 Euro. Der offizielle Verbrauch von 2,1 Litern auf 100 Kilometer (48 g/km CO2) ist natürlich sehr theoretisch. Alles hängt davon, wie sehr man tatsächlich den Elektromotor in den Vortrieb einbindet. Entsprechend breit sind die realen Verbrauchswerte. Wem der Ladezustand seiner Batterie egal ist und wer nur Benzin verbrennt, braucht jedenfalls sieben Liter Super.

Fazit

Elektrisch und trotzdem SUV - mit dem XC40 hat Volvo ein skandinavisch schönes und skandinavisch hochwertiges Fahrzeug im Angebot, das voll in die Zeit passt. Man muss sich aber auch mühen, die Möglichkeiten der Elektromobilität wirklich zu nutzen. Und zudem einen spürbaren Aufpreis zum reinen Verbrenner zahlen.

Wir haben den Volvo XC40 getestet
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