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Fiat Panda Hybrid
Mini-Showmaster für das Stadtgewimmel

17.07.2020, 17:44 Uhr
Frankfurt (Oder) Ein Panda ist ein Panda? Falsch. Tummeln sich doch inzwischen im Fiat-Gehege der kleinen Bärenbrüder verschiedenste Varianten. So gehören zur Sippe Modelle mit verschiedensten Outfits, mit Front-oder Allradantrieb. Bei den Motoren kann der Kunde wählen zwischen Benzinern, Antrieben mit Flüssiggas (LPG) oder Erdgas. Neuerdings präsentiert Fiat für den praxisorientierten Panda auch einen Dreizylinder-Benziner mit Mild-Hybrid-Technologie. Der Märkische Markt hat ihn als Sondermodell "Launch Edition" mit Hybrid-Technik ausprobiert.

Die frech und rustikal aussehende Mini-Showmaster-"Launch Edition" basiert auf der ansehnlichen Ausstattungsvariante City Cross Plus und ist an der exklusiven Karosseriefarbe "Tau Grün" zu erkennen. Freilich ist er mit den crossigen Optik-Gags am "Fell" im Prinzip nur ein Blender, der bereits vor dem kleinsten Sandhügel kapituliert. Aber einer, der anmacht. Zur Offroad-Optik gehören neben schwarzen Karosseriedetails zudem die Stoßfängereinsätze in Wagenfarbe. Unter die Frontleuchten wurden auch gleich die Nebelscheinwerfer integriert. An den Seitenpartien registrieren wir 15-Zöller im spezifischen Design mit weißen Radkappen sowie breiter ausgestellte Radhäuser, die die Robustheit unterstreichen sollen. Und mit den steilen Scheiben rundum mimt der Kleine weiterhin den viel Platz bietenden Praktiker.

In der kleinen Schachtel geht es denn auch fast zu wie in einem Mini-Van (1,64 Meter hoch). Alles wirkt so vertraut, wie in einem Panda eben. Auch hier ergänzen sich altbekannte Elemente mit etwas Cross-Touch und einem Hauch Lifestyle. Das Cockpit wirkt übersichtlich und praktisch, es gibt ausreichend Ablagen, sogar zwei Handschuhfächer. Statt großem Infotainment-Bildschirm wird die Audioanlage um eine Smartphone-Halterung auf der Armaturentafel samt USB-Anschluss ergänzt, auf der beispielsweise auch ein Navi genutzt werden kann.

Die vorderen Polster sind bequem, auch an Seitenhalt mangelt es nicht. Platz auf der Rückbank ist ebenfalls genug, zumindest zwei Erwachsene können es dort auf der geteilt umlegbaren Dreier-Bank auch längere Zeit aushalten. Und an die Verbesserung der Umwelt hat Fiat auch gedacht. So bestehen die Sitzbezüge in dem Auto – passend zur Nachhaltigkeitsphilosophie des gesamten Projektes – aus recycelten Plastikfasern. Der eingesammelte Kunststoffabfall – meist PET – wird zur Verarbeitung als Garn erst zu Flocken zerkleinert. Im Webprozess werden die unterschiedlichen Komponenten gemischt, anschließend umweltfreundlich gefärbt und veredelt.

Und wie fährt sich der nur 3,68 Meter kurze City-Piccolo mit Mildhybrid-Technik? Angenehm, wie erwartet. Als Antrieb dient ihm ein neuer Dreizylinder-Benziner, der 70 PS aus einem Liter Hubraum bündelt und die Kraft über ein 6-Gang-Getriebe an die Vorderräder schickt. Der Motor ist zudem verbandelt mit einem im 12-Volt-Bordnetz arbeitenden Riemen-Starter-Generator sowie einer Lithium-Ionen-Batterie. Diese ist beim Panda hinter der Rücksitzbank montiert. Das System rekuperiert beim Bremsen und im Schubbetrieb. Die so gewonnene elektrische Energie wird dann in der Batterie mit einer Kapazität von elf Ampere-Stunden gespeichert.

Soweit die Theorie. Wir starten den kleinen Blechfloh und swingen uns durchs Stadtgewühl. Freilich darf man bei 92 Nm keinen Ferrari-Sprint erwarten. Auch wenn der RSG den Motor unterstützt und beim Anfahren stets all sein Können aufbietet. Mit 3,6 kW sind das dennoch nur 4,9 PS zusätzlich. Trotzdem kommt der stets etwas rauh klingende Dreizylinder recht ordentlich vom Fleck. Zumal die neue mit Leichtlauföl versorgte Schaltbox exakt die Gassen ansteuert. Lobenswert: Während andere Motörchen dieser Kategorie bei Tempo 60 im 6. Gang stottern und poltern, bleibt der Dreizylinder-Sauger selbst hier noch kultiviert.

Segeln kann er übrigens auch. Fährt das Auto unter 30 km/h, wird der Fahrer durch ein Symbol im Cockpit aufgefordert, den Leerlauf einzulegen und so in den Segelmodus zu wechseln. Gemacht, getan. Jetzt versorgt die Lithium-Ionen-Batterie alle elektrischen Verbraucher an Bord. So kann man entspannt bis zur nächsten roten Ampel rollen. Dann bei Grün kurz einkuppeln und der Motor springt wieder an. Klingt gewöhnungsbedürftig, ist es auch. Doch Übung macht auch hier den Sparmeister.

Ein Saubermann ist der Kleine übrigens auch: Weil Saugrohreinspritzer rußärmere Rohemissionen produzieren erfüllt der Motor selbst ohne teuren Benzin-Partikelfilter bereits die Abgasnorm Euro 6d. Zufrieden sind wir auch mit dem Fahrkomfort. Schmiegt sich doch der Panda unterwegs federleicht in die engsten Kurven. Und das Fahrwerk bügelt trotz fast schon sportlich-straffer Abstimmung selbst ruppige Straßenbeläge erstaunlich gut aus. Minus: Manche Kunststoffe haben scharfe Kanten, das Lenkrad ist nur in der Höhe verstellbar, den elektrisch bedienbaren vorderen Fenstern fehlt ein Einklemmschutz und die hinteren Seitenscheiben lassen sich nur halb öffnen.

Kleinkram. Ist es doch ansonsten ein ansehnliches Wägelchen mit Persil-Schein und Mild-Hybrid-Technik, eines das mit seiner effizienten und gleichzeitig erschwinglichen MHEV-Technologie Maßstäbe setzt. Der günstigste Panda Hybrid (ab City-Cross-Ausstattung) kostet 13.490 Euro. Unsere Launch-Edition-Variante ist ab 15.190 Euro zu haben. Zur Serie gehören dann beispielsweise Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Multifunktions-Lederlenkrad, elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, getönte hintere Scheiben, Nebelscheinwerfer, Audioanlage mit USB.Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Fiat Panda 1.0 GSE-Hybrid

Fiat Panda 1.0 GSE-Hybrid Launch Edition

Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, 70 PS

0 - 100 km/h: 14,7 Sek.

Spitze: 155 km/h

Verbrauch: 4,1 Liter Super

CO²-Wert: 93 g/km

Kofferraum: 225 bis 870 l

Preis: ab 15.190 Euro

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