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Rotes Huhn mit goldenen Eiern

Bilderbuch der Vergangenheit: Ortsb³rgermeister Dietrich Giersch strotzt voller Ideen zur touristischen Nutzung von Schloss, Park und Dorf Zichow. Unter seiner Leitung entstanden jetzt zwei Wander- und Tourismusf³hrer.
Bilderbuch der Vergangenheit: Ortsb³rgermeister Dietrich Giersch strotzt voller Ideen zur touristischen Nutzung von Schloss, Park und Dorf Zichow. Unter seiner Leitung entstanden jetzt zwei Wander- und Tourismusf³hrer. © Foto:
oschwers / 25.01.2008, 07:52 Uhr
Zichow Ein Hilferuf zur Rettung von Schloss Zichow erreichte das brandenburgische Kulturministerium. Doch eine Antwort über finanzielle Hilfe steht immer noch aus. Jetzt zeigt der Förderverein mit einer Sonderausstellung die historische Bedeutung von Schloss und Dorf.

In Zichow fehlt ein rotes Huhn. Denn ein solches Exemplar soll der Sage nach goldene Eier gelegt haben. Es gehörte einer alten Frau, die einem Teufelsspuk am Mittelalterturm des Zichower Schlosses gefolgt war und so zu Reichtum kam. Doch Frau und Huhn gibt es nicht mehr. Genau das ist der Grund, warum niemand im Dorf goldene Eier für die Schlossrettung übrig hat. Woher man heute ein rotes Huhn bekommt, weiß Ortsbürgermeister Dietrich Giersch auch nicht so genau. Dennoch setzt er alle Hebel in Bewegung, um in mühseliger Kleinarbeit den Blick auf das einzigartige Barockdenkmal zu lenken.

"Die Gemeinde ist auf keinen Fall in der Lage, das Gebäude allein zu sanieren", sagt Thomas Sommer von de unteren Denkmalbehörde der Kreisverwaltung. "Aber sie kann das Denkmal in das Bewusstsein des Dorfes rücken und einen Teil des Hauses selbst nutzen." Allerdings müsste man dann das bisherige Gemeindehaus - den genau davor liegenden Speicher - aufgeben.

Doch der Ortsbürgermeister warnt vor zu schnellen Entscheidungen der Gemeindevertretung. "Ich bin nicht gegen den Verkauf des Schlosses, aber man muss immer sehen, wer dahintersteht. Vorsicht vor windigen Hunden."

Giersch hat zur Schlossrettung fast das gesamte Dorf hinter sich gebracht. "Eine gesellschaftliche Plattform", nennt Thomas Sommer das Engagement von Abgeordneten, Amt Gramzow, Senioren, freiwilligen Helfern, Denkmalpflegern und einer Architektin. Sie alle hoffen auf finanzielle Unterstützung von der Landesregierung. Ein Bettelbrief an den Ministerpräsidenten gelangte inzwischen zur Kulturministerin. Doch eine Antwort gibt es bisher nicht.

"Wir müssen den Tourismus nutzen, um das Schloss ins Rampenlicht zu rücken", wirbt der Ortschef. Dank einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Arbeitsagentur gelang ihm nun eine Forschungsarbeit zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde. Radtouren, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Wanderwege sind in zwei kleinen Heften veröffentlicht. Eine Sonderausstellung im Speicher - das Schloss darf wegen Baufälligkeit derzeit nicht betreten werden - informiert über die Geschichte der Denkmale und des Dorfes.

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