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Assassin’s Creed: Odyssey
Die Antike erobern

Assassin’s Creed Odyssey
Assassin’s Creed Odyssey © Foto: Ubisoft
Stefan Klug / 15.11.2018, 16:35 Uhr
(MOZ) Vorwärts, es geht weiter zurück, ruft Ubisoft den Assassin’s-Creed-Jüngern zu. Nach dem alten Ägypten warten nun die Griechen. Damit reisen wir via Animus ins Jahr 431 v.Ch. Es ist der Vorabend des Peloponnesischen Krieges, entsprechend angespannt ist die Lage auf Festland und Inseln. Erstmals in der Spiele-Reihe dürfen die Gamer zwischen zwei Charakteren wählen. Mit Kassandra oder Alexios stehen Geschwister zur Auswahl, die Entscheidung beeinflusst jedoch nicht den Fortgang des Geschehens. Und auch, dass die beiden Spartaten sind, hat keinen Einfluss auf die Geschäfte und Aufträge, die sie für beide streitende Seiten ausführen. Dabei sind der Quests viele, nicht nur im Hauptstrang, sondern nicht minder drumherum. Auch entscheiden darf man sich, ob der CPU einen sanft durch die Handlung leitet, oder ob man ganz auf sich allein gestellt zusieht, wo man bleibt. Letztere Variante ist zeitaufwendiger, macht aber wegen des notwendigen Erkundungsfaktors deutlich mehr Spaß. Und so ganz allein wird man ja auch nicht gelassen. Auf der Kompassanzeige sind Aufträge sogar mit der aktuellen Entfernung vermerkt.

Wie wir es schon von den Vorgängern kennen, bekommen auch im antiken Hellas Personen der Zeitgeschichte ihren Auftritt. Sokrates, Perikles, Hippokrates - hier haben die Entwickler viel Phantasie walten lassen, um die bekannten Namen unterhaltsam in die Geschichte einfließen zu lassen. Natürlich kommen Kassandra oder Alexios ebenso an berühmten Bauwerken vorbei. Die Zeitreise ist also komplett. Zu entdecken gibt es dabei immens viel, Schätze, Höhlen, Tempel sind in der riesigen und frei erkundbaren Spielewelt massenhaft vorhanden. Ebenso wie Feinde, die einem ans Leder wollen. Dem entspricht das Kampfsystem mit all seinen Feinheiten. Wie gewohnt, können wir unsere Helden komplett einkleiden und ausrüsten, lassen sich RPG-typisch all diese Dinge hochleveln und kombinieren. Dazu kommen mit steigendem Erfahrungslevel der Protagonisten auch stärkere Waffen ins Spiel. Das alles wiederholt sich dann auf dem Wasser, denn wie schon bei Black Flag gibt es astreine Seeschlachten zu schlagen. Dabei passt das System die normalen Quests an die jeweilige Fähigkeitsstufe an, nur die Abschnitts- und Bossgegner nicht. Hier muss man u.U. später zurückkehren, um Erfolg zu haben. Um zu verhindern, dass die Helden wilde Sau in der Antike spielen, sind ihnen bei Verstößen schnell Kopfgeldjäger auf den Fersen. Die sind ein zäher Haufen und eine besondere Gegnerspezies.

Die Welt von Odyssey ist nicht nur groß, sondern auch vielfältig gestaltet worden. Echt mediterranes Feeling überkommt den Spieler. Weite Sichten auf beeindruckende Berge, türkisfarbenes Wasser im Meer, plätschernde Bäche, große Pinienwälder - da alles sieht zudem überragend aus, auch wenn die Hardware mitunter an ihre Grenzen stößt und deutlich sichtbar nachladen muss. Es fehlen natürlich nicht die berühmten Aussichtspunkte, die für das Freischalten der Karten notwendig sind. Allerdings entpuppen sich die Bauwerke als nicht so kletterintensiv, wie man es noch aus den Vorgängern kennt. Apropos: Da die Reihe in Ägypten ja eigentlich bei den Anfängen des Geheimbundes der Assassinen gelandet ist, bedienen sich die Entwickler hier eines Tricks, indem sie defacto dessen Vorgänger etablieren. Dennoch dürfte inhaltlich nunmehr das Thema ausgereizt sein, zumindest was den Gang in die Geschichte betrifft. „Odyssey“ ist mehr klassisches Rollenspiel als ein Assassinen-Actioner.

Insgesamt erwarten den Spieler ausufernde Aufgaben im Haupt- und Nebenstrang, mitunter ist dabeiGeduld gefragt. Aber es gibt auch immer wieder Highlights, die eventuelle Durststrecken angenehmer machen. Freie Neben-Quest erschöpfen sich bald in ihrer Vielfalt und werden nur noch als Punktelieferant mitgenommen. Unterm Strich ist der neueste Teil der Saga zugleich der umfangreichste, was die zu erkundende Welt und die Fülle der Aufgaben und die Vielzahl der tierischen und menschlichen Gegner anbelangt. Das schlägt sich natürlich in der Gesamtspielzeit nieder, die locker für einen langen und mürrischen Winter reichen dürfte.

Assassin’s Creed Odyssey; Ubisoft für PS4, XBoxOne; PC

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