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Ergonomie am Arbeitsplatz
Umdenken erwünscht

Stefan Klug / 20.05.2019, 13:36 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt, dass rund ein Viertel aller Arbeitsausfälle auf Schädigungen des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen sind. In Verwaltungsberufen steigen diese Zahlen gar auf 35 bis 50 Prozent. Ursache: fehlende Ergonomie am Arbeitsplatz. Wer diesen Begriff googelt, bekommt bis zu 144 Tipps, wie das eigene Tätigkeitsumfeld besser ausgestaltet werden kann. Profis reduzieren diese eher unüberschaubare Menge auf knappe neun Anforderungen. Die nicht unwichtigsten drei davon lassen sich mit entsprechender Ausstattung am Bildschirmarbeitsplatz erfüllen. Allerdings ist mitunter umdenken angesagt.

Individuelle Anpassbarkeit von Arbeitsstuhl und Schreibtisch ist den meisten geläufig und zumindest beim Stuhl schon größtenteils umgesetzt. Das kann in Sachen Gelenkschonende Arbeitsmittel nicht zwingen behauptet werden. Immer noch bestimmen Mäuse und Tastaturen den Büroalltag, deren Design seit Jahren unverändert und modernen Ergonomie-Erkenntnissen abhold scheint. Rechteckig, praktisch - schlecht für Haltung und Handgelenke sind die Standard-Keyboards. Zaghafte Versuche geteilter Eingabefelder haben es immer noch schwer. Dabei sind auch die nur ein Stück des Weges. Wie es richtig geht zeigen Bakker Elkhuizen, die die Goldtouch Adjustable V2 im Programm haben. Das "einstellbar" im Namen darf dabei ruhig wörtlich genommen werden. Denn die zwei Hälften vom Ganzen sind nur mit einem Kugelgelenk miteinander verbunden, das wiederum durch eine fast schon überdimensionierten Klappbügel fixiert wird. Im Prinzip sind alle horizontalen und vertikalen Ausrichtungsmöglichkeiten einstellbar. Der Hersteller empfiehlt daher, einfach locker die Hände als Faust auf den Schreibtisch zu legen und sich an dieser Handstellung zu orientieren. Das Ergebnis ist verblüffend wie auch ungewohnt. Ohne Frage, wer den Totalumstieg wagt, wird anfangs einige Einarbeitungszeit brauchen, wer schon geteilte Tastaturen nutzt, könnte schneller glücklich werden. Fakt ist, das die natürliche Handhaltung in Kombination mit dem kurzen und butterweichen Anschlag tatsächlich schnell für ein entspannteres Arbeiten sorgt. Da das Tastaturlayout kompakter ist, verweilen die Finger defacto auf einer sehr kleinen Fläche, was wiederum die Handgelenke schont. Einzig die etwas zu klein geratene Return-Taste erweist sich als Stolperstein für den komplett unkomplizierten Einstieg.

Allerdings bedarf die Goldtouch Adjustable V2 auf Grund ihrer Höhe egal in welcher Einstellposition einer Handballenauflage. Hier haben die Holländer mit der Trapezium das Passende im Angebot. Schwer und rutschfest, in der Höhe heutiger Tastaturen und antibakteriell beschichtet, ist die Auflage eine unkompliziertes und zuverlässiges Helferlein.

Wer nur mutig genug ist und offen für neues, kann gleich auf den Ergoslider Plus zurückgreifen. Dann wäre neben der Handgelenksunterstützung auch das Thema Mouse abgehakt. Denn um nichts anderes handelt es sich, wenngleich in einer komplett anderen Auslegung. Der Cursor wird nun mittels einer oben zentral angeordneten schmalen, aber sehr breiten Rolle bewegt, vergleichbar mit der Mouse-Bewegung durch die Hand. Eine direkt darunter positionierte schmale Rolle übernimmt das Mouse-Rad. Letzteres steuert man mit den Daumen, die Bewegung des Cursors oben eher mit den Fingern, je nach Gutso. Da sowohl die Roller-Bar oben klickbar ist wie es natürlich auch die gewohnten Tasten links und rechts gibt, die tatsächlich auch so neben der kleinen Rolle angeordnet sind, ergeben sich viele auch individuelle Möglichkeiten der Bedienung. Nicht zuletzt komplettieren noch die bekannten Zurück- und Vor-Tasten das Gesamtprodukt. In unserer Redaktion war der Ergoslider Plus Liebe auf den ersten Touch, denn dessen Nutzung ist ungemein entspannend und lässt sich nach persönlichen Vorlieben gestalten. Darüber hinaus bewegen sich die Hände nur noch in einer Ebene und es werden dazu beide gleichzeitig gefordert. Großartig.

Qualität und Flexibilität der Bildschirme sind ein weiterer Schritt zum ergonomischen Arbeitsplatz. Entscheidend sind dafür u.a. individuelle Einstellbarkeit von Abstand und Neigungswinkel der Monitore. Am Space-Arm-Single führt deshalb auch kein Weg vorbei. Von 33 bis 62 Zentimeter reicht der Höhenbereich, 25 bis 58 Zentimeter sind es in der Tiefe. Wer die im Internet etwas versteckte Aufbauanleitung gefunden hat, kann die hoch belastbare Befestigung an nahezu allen horizontalen und vertikalen Ebenen anbringen. Dank der integrierten Gasfeder ist es aber umgekehrt möglich, sehr leicht die Position des Bildschirms zu verändern. Nicht nur, wenn andere den Schreibtisch nutzen, sondern eben auch schnell, wenn es während des Tages mal notwendig wird. Zwar nicht aus dem All, aber irgendwie doch aus der Luft wird der Monitor zugeführt. Und das sorgt wiederum für reichlich Platz unter demselben. Wo früher ein klobiger Standfuß den Schreibtisch blockierte ist nur Raum für Schreibgerät, Handy o.ä.

Tastatur, Mouse, Bildschirm - mit der richtigen und individuell passenden Einstellung dieses Dreigestirns hat man seinen Schreibtisch in Sachen Ergonomie schon ein gutes Stück vorangebracht. Mitunter braucht es etwas Mut und vielleicht ebenso ein wenig Ausdauer, sich auf neue und wie hier beschrieben auch ungewohnte Lösungen einzulassen. Doch spätestens nach ein paar Tagen wird sich zeigen, dass die Veränderungen von Erfolg gekrönt sind.

www.bakkerelkhuizen.de

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