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GRID
Racing zwischen Sim und Arcade

GRID: Zwischen Sim und Arcade
GRID: Zwischen Sim und Arcade © Foto: Codemasters
Stefan Klug / 13.02.2020, 09:10 Uhr - Aktualisiert 19.03.2020, 21:25
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bevor virtuelle E-Renner lautlos über die Bildschirme huschen gibt Codemasters noch einmal richtig Gas. Mit GRID kehren die Briten dabei zurück zu den Anfängen der Serie, was sich auch im einfach gehaltenen Namen widerspiegelt. Allerdings, soviel vorweg, orientiert sich das Game dann auch inhaltlich vor allem am Bekannten.

Dabei mangelt es nicht unbedingt an Abwechslung. In sechs unterschiedlichen Rennklassen stehen jeweils mindestens 13 Events an. Damit darf also reichlich Gummi auf dem Asphalt abgerieben werden. Und ob Tourenwagen, Truck, GT oder Stockcar, die Auswahl deckt so ziemlich alles ab, was landläufig im Rennzirkus zum Einsatz kommt. Und weil nicht jedes Auto für jede Klasse so einfach verfügbar ist, muss sich der Gamer mit einigermaßen Geschick durch den Rennkalender manövrieren, um durch Siege das nötige Kleingeld zum Erwerb der Karossen zu verdienen. Zu Auswahl stehen dann meist fünf verschiedene Wagen, die sich in Sachen Gewicht, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit unterscheiden. Leider nur sehr ungenau in Form einer Balkengrafik anschaulich gemacht. Weit üppiger sind dann die Möglichkeiten der optischen Gestaltung, wenngleich eigene Designs nicht importiert werden können.

Jedes Event besteht aus zwei oder mehreren Rennen und am Ende entscheidet die Summe der eingefahrenen Punkte nach Platzierung. Vor dem Start hat man die Möglichkeit, eines One-Lap-Qualifyings. Und diese Chance sollte nutzen, wer nicht vom Ende des Feldes starten will. Gerade in der Anfangsphase der Kampagne, wenn die Strecken noch nicht so bekannt sind, ist die Qualifikation eine gute Möglichkeit, die Kurse kennenzulernen. Und auch, weil ein eher rudimentäres Setup der Wagen möglich ist und die Quali so oft wiederholt werden kann wie gewollt, besteht zudem die Chance, die besten Einstellungen für das eigene Fahrzeug zu ermitteln. Dies ist insofern sinnvoll, da auch das Anforderungslevel eher etwas grob in Sachen Anpassung daherkommt. Eben noch fährt man vom Ende problemlos an die Spitze, eine Stufe höher dann ist man auch von Pole fast chancenlos. Und nicht jede Strecke liegt jedem gleich gut, da sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Nicht zuletzt geht kaum ein Rennen über drei Runden, da bleibt mitunter wenig Zeit, verlorenes Terrain zurück zu erobern.

Im Gegensatz zur Anzahl der Events nimmt sich die Anzahl der Strecken eher bescheiden aus. Die bunte Mischung aus echten und fiktiven Kursen wird wie gewohnt künstlich aufgepeppt, indem sie vorwärts und rückwärts befahren werden. Doch alsbald schon macht sich da ein wenig Eintönigkeit breit. Ganz schlimm wird’s bei den Kommentatoren oder Streckenansagern. Deren Wortschatz erschöpft sich schon nach der 2. Runde...

Deutlich besser aufgestellt ist GRID in Sachen Fahrspaß. Wenngleich das Game noch weit weg von einer Sim ist und sich vor allem arcademaßig steuert, so gibt es doch viele Eigenschaften, die durchaus realer Fahrphysik entlehnt sind. Besonders bemerkbar macht sich das bei wechselndem Wetter, indem beispielsweise auf nasser Fahrbahn die Bremswege deutlich länger werden. Auch Über- und Untersteuern spielen eine durchaus spürbare Rolle und fordern entweder einen Setup-Eingriff oder eine entsprechende Fahrweise. Wer das Schadenssystem auf beeinflussbar stellt, wird zudem von jedem Rempler oder Crash am flüssigen Fortkommen auch danach gehindert. Da die KI durchaus ruppig zu Werke geht, sollten nicht so leidensfähige Zeitgenossen es bei der rein optischen Beeinflussung belassen. Fliegt das Blech weg, sieht das immer noch sehr beeindruckend aus. Wenn gar nichts mehr geht, darf auch zurückgespult werden. Allerdings sind die Möglichkeiten pro Race begrenzt.

Wenig Schwächen leistet sich GRID in Sachen Grafik. Im Gegenteil. Autos, Strecken, Umgebung, Effekte - sieht toll aus. Bei Karambolagen fliegen teile und Funken - die untergehende Sonne blendet auch mal bis zur Totalen. Da macht es wirklich Spaß, sich hinters virtuelle Lenkrad zu setzen. Und als Racer zwischendurch ist GRID in jedem Fall eine klare Empfehlung.

www.codemasters.com/game/grid/

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