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Hard-Wallet
Ledger Nano X für Bitcoin, Etherium & Co

Stefan Klug / 27.01.2020, 11:01 Uhr - Aktualisiert 07.02.2020, 11:59
Frankfurt (Oder) (MOZ) Viele kennen nur Bitcoin, doch Krypto-Währungen boomen, vor allem in politisch unsicheren Zeiten. Da will der User erst recht sicher sein, dass sein virtuelles Geld gut und vor unberechtigtem Zugriff verwahrt ist. Sogenannte Hard-Wallets bieten sich dafür an.

Sie heißen Bitcoin, Ethereum, Ripple oder Tether und sind einige tausend Euro oder nur wenig Cent Wert. Virtuelles Geld, digitale Kohle, die es weder als Schein oder Münze, sondern nur auf Online-Konten gibt. Grundlage dessen ist die Blockchain-Technologie. Sie macht es möglich, dass digitale Informationen geteilt, aber nicht kopiert werden können. Und damit ist sie das Rückgrat aller digitalen Werte, also auch des Geldes. Das wird dezentral verwaltet. Und öffentlich. Was gerade beim Thema Finanzen so manchem den Angstschweiß auf die Stirn treiben könnte, hat vom Sicherheitsaspekt her aber große Vorteile. Denn die Transaktionen, Kryptos zu kaufen, zu verkaufen oder anderen zu geben, ist dem gesamten Netzwerk bekannt, muss von verschiedenen Punkten desselben, sogenannten Minern, bestätigt werden. Somit ist ein Missbrauch ausgeschlossen, da es keinen zentralen Angriffspunkt gibt. Denn nur der Besitzer des öffentlich bekannten Schlüssels ist in der Lage, Kryptowährungen zu versenden.

Das lenkt zweifellos die Aufmerksamkeit auf den Aufbewahrungsort dieses Codes, der den Eigentümer des digitalen Kontos weltweit auch als solchen ausweist. Hier kommen Hardware-Wallets ins Spiel, also digitale Brieftaschen, wenn man so will. Ledger gehört zu den führenden Unternehmen in dieser Branche. Und der Name des französischen Spezialisten ist denn auch Programm, könnte man ihn doch als Konto, Hauptbuch oder Register aus dem Englischen übersetzen. Deren Nano X wurde vor einem Jahr auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt und ist mittlerweile überall zu haben. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein etwas größerer USB-Stick, von dem er sich vor allem durch zwei Knöpfe und insbesondere durch ein LCD-Display unterscheidet. Und er wird nicht irgendwo eingesteckt, sondern verfügt über eine USB-C-Schnittstelle. Über diese wird der 1000 mAh-Akku geladen, der den Nano X am Leben hält sowie die Verbindung zu PC oder Laptop hergestellt. Darüber hinaus kann sich das Wallet aber auch via Bluetooth koppeln, was wohl in der Praxis der gängigere Weg sein wird.

Analoger Schutz für digitale Werte

Selbst die Ersteinrichtung ist drahtlos möglich, es braucht nur ein Smartphone und die Ledger Live App, mit deren Hilfe dann später auch die Transaktionen ablaufen. Der gesamte Einrichtungsschritt mutet zwar ziemlich komplex an, dauert aber im Regelfall nicht länger als fünf Minuten. Wichtigster Punkt dabei ist, das Konto sicher zu verschlüsseln. Dafür wird - Überraschung - eine Pass-Phrase aus 24 Wörtern erstellt, die sich der User aufschreiben muss. Ein entsprechender Notizblock liegt bei. Das letzte Stück digitaler Sicherheit also wird rein analog festgelegt. Was wie ein Anachronismus anmutet, ist aber nur logisch. Neben der öffentlichen Kontrolle online sorgt ein nicht im Gesamtsystem vorhandenes Dokument für perfekten Schutz. Somit kann man seinen Ledger sogar verlieren, denn mittels des 24-stelligen Codes lässt sich das Konto auch auf einem anderen Gerät wieder herstellen. Daher sollte man allerdings nie einen gebrauchten Ledger kaufen, weil nicht das Gerät selbst, sondern die Zugangsdaten die entscheidende Sicherheit garantieren.

Im Gegensatz zum Vorgänger Ledger S können auf dem neuen Wallet bis zu 100 verschiedene Kryptowährungen parallel gespeichert werden. Dazu installiert man die jeweiligen Apps auf dem Stick. Die Kommunikation zwischen der digitalen Brieftasche und allen anderen Geräten ist End-to-End-Verschlüsselt. Und die Private Keys werden separat, auf der selben Art von Chips hinterlegt, wie sie auch in biometrischen Pässen zur Anwendung kommen. Die Hardware selbst wie auch die Benutzeroberfläche sind PIN- bzw. Passwort gesichert.

Dank Bluetooth und Akku ist der Besitzer in der Lage, auch von unterwegs Transaktionen zu tätigen. Darüber hinaus informiert ihn die Ledger Live App nicht nur über den Stand der eigenen Kontos, sondern auch über die Entwicklung derselben. Während aller Aktivitäten werden jedoch keine sensiblen Daten übertragen. Die verbleiben sicher auf dem Nano X.

Der kommt optisch ansprechend mit Hochglanzplastik bzw. gebürsteter Alu-Oberfläche daher. Ein entsprechender Clip für die Befestigung am Schlüsselbund findet sich ebenso im Package wie ein USB zu USB-C-Kabel.

www.ledger.com

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