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Doom Eternal
Spiele-Test: Der vielleicht beste Shooter

Stefan Klug / 01.05.2020, 18:00 Uhr - Aktualisiert 10.05.2020, 15:40
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit über 20 Jahren begeistert und provoziert Doom Freunde und Gegner von Shootern gleichermaßen. Mit Eternal wird das auf eine neue Ebene gehoben.

Eine Dämonenarmee hat die Erde überrannt und die Menschheit fast ausgelöscht. Der Doom Slayer ist so etwas wie die letzte Hoffnung und zieht als Ein-Mann-Armee in den finalen Krieg. Viel mehr gibt die Story, die hinter dem neuen Doom Eternal steht, eigentlich nicht her. Und da der Name des Games Programm ist und für ein ganzes Genre steht, muss dazu eigentlich auch kaum mehr gesagt werden. Doom hat einst die Shooter begründet und fordert für sich ein, synonym dafür heute noch verwendet zu werden. "Eternal" gibt das durchaus her. Denn im Prinzip durchstreift der Spieler den Slayer steuernd die Level und macht alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Aber, und das muss ausdrücklich festgestellt werden, einfach losballern bringt nur die ersten Minuten etwas. Denn selbst im leichtestes Anforderungslevel stößt der Gamer ziemlich schnell an seine Grenzen.

Das liegt nicht zwingend daran, dass nicht genügend Wummen zur Verfügung stünden. Vielmehr wird die Frage immer wichtiger, welche gegen wen einzusetzen ist. Das hat natürlich mit der Wirksamkeit der Waffen zu tun. Denn je größer und stärker die Dämonen werden, desto spezialisierter der Weg, sie auszuschalten. Darüber hinaus hinterlassen zerlegte Gegner auch Goodies wie Gesundheit, Rüstung und vor allem Munition, die nicht überall im Überfluss herumliegt. Dafür allerdings muss man zwingend in den Nahkampf, was natürlich wieder andere Risiken birgt. Der Spieler kommt also recht schnell an den Punkt, an dem er die Lage erfassen und sein Gegenüber analysieren muss, um dann zur richtigen Taktik, Waffe und Munition zu greifen. Gar nicht so einfach. Denn die Tipps, während der Ladezeiten, nie stehen zu bleiben, werden nicht von ungefähr gegeben.

Doom bleibt brutal und blutig

Obwohl der Level-Aufbau, ungeachtet versteckter Areale und Abkürzungen, recht linear erfolgte, so wartet beim Durchqueren so manche Herausforderung. Die hat dann meistens mit dem richtigen Timing für Sprünge zu tun, um auf höhergelegene Abschnitte oder über Abgründe zu gelangen. Nicht zuletzt gibt es einige versteckte Kostbarkeiten, die nicht so einfach zu erreichen sind. Insgesamt machen die Abschnitte Spaß und erfreuen uns mit reichlich Abwechslung, auch optischer Art.

Apropos: Brutal, blutig sind Begriffe, die Doom seit den späten 1990er Jahren begleiten. Daran hat sich nichts geändert. id hält den Gore-Faktor sehr hoch und roter Pixelfarbstoff wird allerorten verteilt. Dankenswerter Weise hat man das Original-PC-Game von anno dunnemals mit im Paket, so dass ein direkter Vergleich möglich ist. Mal abgesehen von der Grafik liegen aber auch in der Gewalt-Darstellung Welten. Allein daran kann ermessen werden, wie sich die Einstellung und das Level dessen, was man heute bereit ist, zu akzeptieren, verändert hat. Kurzum, auch wenn’s durchweg Monster und Dämonen sind, nicht zu ernst nehmen. Keinerzeit! Während einst ein paar grafische Klötzchen alles waren, was von den Gegnern übrig blieb, geht das Game heute sehr viel weiter in die Details. Allerdings, und auch das gehört zur Wahrheit, hat der Gamer kaum Gelegenheit, die grafischer Pracht wirklich genauer in Augenschein zu nehmen. Denn das Spieltempo ist irrwitzig hoch, was eigentlich schon fast dem taktischen Anspruch widerspricht. Daher darf man sich sicher sein, kaum einen Abschnitt im ersten Durchgang zu absolvieren.

Allzu viele Wiederholungen am Stück werden sich allerdings nur die wenigsten zumuten. Denn neben der Anforderung an Konzentration und Reaktion prasselt noch der geballte Heavy-Metal-Soundtrack auf den Spieler ein. Da muss man echte Nehmerqualitäten zeigen. So bleibt "Doom Eternal" wohl, Shooter typisch, vor allem ein Game, das man zwischendurch, dafür aber immer wieder zockt.

Doom Eternal; id Software;Bethesda Softworks für PC und Konsole

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