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Spielzeit
Im großen Gaming-Meer

Oliver Jastram / 09.05.2020, 03:45 Uhr - Aktualisiert 09.05.2020, 10:07
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wenn es in Gesprächen im Freundeskreis um die Erscheinungen der letzten Jahre oder aktuell anstehende Spiele geht, können meist nur die großen Haie im Gaming-Meer aufgezählt werden. Spiele wie "Grand Theft Auto", "Call of Duty" oder "FIFA" unterdrücken mit ihrer gewaltigen Marketing-Maschinerie ihre Konkurrenz. Interessierte müssen genau hinschauen, um dazwischen noch die Perlen vergleichsweise unscheinbarer Entwicklerstudios zu finden. Ein Aufwand, den viele aus Bequemlichkeit gar nicht erst betreiben.

Wenn wir nun schon bei Perlen und Haien sind, ist anzumerken, dass es auch die kleinen Videospiele wie Sand am Meer gibt – die sogenannten Indie-Games. Das sind Spiele, die von kleineren Entwickler-Teams kreiert werden. Der entscheidende Unterschied zu den großen Games der Industrie ist die Möglichkeit, auf den Mainstream zu verzichten und die unendlichen Weiten des Gaming-Meers mit neuen Impulsen zu beleben. Was dabei entsteht, ist nicht nur unglaublich kreativ, sondern meiner Meinung nach wohl auch ein Beleg dafür, dass Spiele-Entwickler Künstler sind. So können diese bildgewaltige Landschaften kreieren, die  von einem extra dafür komponierten Soundtrack unterstrichen werden – das ist längst keine Seltenheit mehr. Wenn es zusätzlich eine emotional packende Geschichte, wie zum Beispiel in dem 2012 sehr erfolgreichem Indie-Spiel "Journey", gibt, dann spreche zumindest ich von einem Meisterwerk.

Computerspiel-Preise nach Berlin-Brandenburg

Und diese Entwickler müssen nicht in einem weit entfernten Büro sitzen, sondern können direkt aus der Nachbarschaft sein. Beim Deutschen Computerspielpreis gingen jüngst ganze sechs Preise in die Hände der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Zum Beispiel an das Berliner Spiel "Through the Darkest of Times" – ein höchst gesellschaftskritisches Strategiespiel in Zeiten des Nationalsozialismus. Zwar keine leichte Kost, in Zeiten von Fremdenhass aber umso bedeutender.

Oder mein Favorit "Lonely Mountains: Downhill", auch aus Berlin. Dieses Geschicklichkeitsspiel wirkt simpel, man ändert seine Meinung aber schnell, wenn man nach schier unzähligen Unfällen bergab mit seinem Mountainbike endlich im Tal ankommt. Dabei schafft es das Spiel immer wieder, die Entdeckerfreude des Spielers anzuheizen.

Wer also mal mit Ebbe in seiner Spiele-Bibliothek gestraft ist, der sollte über seinen Tellerrand hinausblicken und eine Reise in das Indie-Gewässer vornehmen. Hier können noch echte Perlen gefunden werden, die sich deutlich vom restlichen, oftmals kommerziellen Mainstream abheben.

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