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Motorola Moto360
Praxistest: Uhr und Smartwatch zugleich

Stefan Klug / 20.06.2020, 09:30 Uhr - Aktualisiert 20.06.2020, 11:28
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit der Moto360 in dritter Generation meldet sich Motorola in Sachen Smartwatch zurück. Einst gehörten die Amis - heute in chinesischem Besitz - zu den Pionieren der Branche und brachten 2014 die erste runde Uhr mit dem Google-Betriebssystem Wear OS auf den Markt.

Rund ist die 360 immer noch, hat aber ansonsten nur noch wenig mit dem Urahn von vor sechs Jahren gemeinsam. Das es sich um eine Smartwatch handelt erkennt man dabei wohl erst auf den zweiten Blick. Denn der erste gibt typische Äußerlichkeiten preis, wie sie vor allem für hochwertige Zeitmesser aus eidgenössischer Produktion stehen. Das gebürstete Edelstahlgehäuse kommt mit fast 43 Millimetern Durchmesser und fast zwölf Millimetern Höhe nicht gerade bescheiden daher. Dazu ein edles Echtlederarmband mit Dornschließe in Gehäusefarbe. Gleiches trifft auf die zwei rechtsseitigen Drücker zu, von denen sich der obere als drehbare Krone entpuppt. Schließlich ist das Gorilla Glass3 von Corning mit einer ebenfalls farbigen Lünette umrandet. Kurzum, wer auf richtige Uhren steht wird designseitig sicher schnell mit der Moto360 warm.

Amoled-Display verrät das Wearable

Diese Menschen sind es auch, die bisher mit den sogenannten Wearables vor allem deshalb gefremdelt haben, weil man den Plastikdingern die Computer- bzw. Smartphoneabstammung sofort angesehen hat. Das ist bei der Generation drei nun wirklich nicht zu befürchten. Lediglich die stets dunkle oder auch leuchtende Oberseite verrät den technischen Ursprung. Hier allerdings gibt’s den ersten kleinen Dämpfer. Denn das wirklich kristallklare, ungemein berührungsempfindliche und kontraststarke Amoled-Display hat einen knapp zwei Millimeter dicken Rand. Der fällt vor allem auf, wenn aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden digitalen Ziffernblätter solche ebenfalls mit Umrandung ausgewählt werden. Dann wirkt die Uhr kleiner als sie ist. Und das passt irgendwie nicht so wirklich zum sonst raumgreifenden Auftritt.

Wie schon der Urahn wird auch die neue Moto360 mit WearOS von Google betrieben. Für die richtige Taktung sorgt ein Qualcomm Snapdragon Wear 3100. Ein GB RAM steht als Arbeitsspeicher zur Verfügung und immerhin acht, um notwendige Software und gewollte Apps unterzubringen. Von letzteren sind aktuell über 1000 verfügbar, darunter die gängigen wie WhatsApp oder Spotify sowie natürlich eine Vielzahl für sportliche Aktivitäten. Hierzu zählt Google Fit, das vorinstalliert ist. Gleiches gilt für einen Timer zum Händewaschen - also auch in Sachen Corona ist man mit der Moto360 up to date. Neue Apps wie auch Ziffernblätter beispielsweise können ganz easy aus dem PlayStore heruntergeladen werden. Dazu ist natürlich zwingend die Verbindung zu einem Smartphone vonnöten. Mit diesem wird die Uhr fest gekoppelt, so dass wechselseitig Funktionen genutzt werden können. Das Anzeigen von Benachrichtigungen und Terminen beispielsweise in die eine Richtung oder die Auswertung von Aktivitäten in die andere. Letztendlich können sich Watch und Handy gegenseitig aufspüren, was vor allem für verstreute Zeitgenossen von Vorteil ist.

Ortung für den ganzen Planeten

Zahlreise Sensoren wie Barometer oder Pulsmesser sind mit an Bord. GPS natürlich, aber auch die chinesische Variante Beidou oder die europäische Galileo. Sogar das russische Glonass kann empfangen werden. Damit geht der Moto-Besitzer auf dieser Welt definitiv nicht verloren. Nicht alle Daten wertet die Uhr allerdings direkt aus. Mitunter sind Apps auf dem Handy dafür erforderlich. Manchmal ist dort allerdings auch nur die Ansicht besser, weil größer. Vorhanden ist von der Anwendungsbreite alles, was guter Standard ist mit Ausnahme eines Schlaftrackers. Diese Lücke allerdings kann eine entsprechende Handy-App füllen.

Zwei Bedienungskonzepte erwecken die Moto zum Leben: haptisch und hands free. Wer die Smartwatch mit Apps bestückt hat, kann auf das Hauptmenü mittels des oberen Drückers zurückgreifen und dann mit der Krone durch die Auswahl scrollen. Gewählt wird dann per Fingertipp auf den Bildschirm. Dort ist es aber auch möglich, gleich mit Wischgesten durch die Menüs zu gehen. Für die maximal fünf Favoriten-Ansichten ist dies ohnehin so vonnöten. Gleiches gilt, um in der Ebene einen Schritt zurück zu gelangen oder Standard-Infos wie Wetter oder Nachrichten abzurufen. Das funktioniert aber auch mit Handgelenk-Schüttelbewegungen. Der untere, zweite Drücker schließlich ist für den Schnellzugriff auf einen bestimmten Programmpunkt gedacht. Die meisten werden hier wohl eine Fitness-App platzieren. Allerdings bieten auch die Totalisatoren im Ziffernblatt selbst diese direkte Zugriffsmöglichkeit. Kurzum, wer Muße hat kann seine Moto360 bis ins Kleinste personalisieren und Ansichten, Bedienungen und Infos so individuell für Anzeige und Abruf belegen wie gewünscht.

Schnellladung in 60 Minuten

Egal wie, die Uhr reagiert schnell und ohne Verzögerung auf die Befehle. Die Darstellung ist dank der selbstleuchtenden Farbpixel des ausgezeichneten Amoled-Display bei allen Lichtverhältnissen hervorragend. Wer die Moto nachts trägt und lichtempfindlich ist, sollte das allerdings entsprechend einstellen, sonst wird das Ziffernblatt fast zur Taschenlampe. Trotz der Intensität kann man gut einen ganzen Tag mit einer Batterieladung auskommen. Das ist ordentlich. Und wenn’s doch mal knapp mit dem Akku wird, in 60 Minuten Schnellladung steht die volle Power wieder bereit. Dafür gibt’s eine praktische Ladeschale, die mit Magnetisierung dafür sorgt, dass die Uhr fest sitzt. So lässt sich das ganze dann auch drehen für all diejenigen, die das gute Stück ein wenig präsentieren wollen.

Neben der Ladevorrichtung gehören zwei Armbänder zum Lieferumfang. Eines, wie erwähnt, aus Echtleder, eines aus Silikon. Mit einem Schnellverschluss sind beide im Handumdrehen gewechselt, so das die Smatwatch nach dem Workout mit ins Büro genommen werden kann. Dazu passen alle 20-Millimeter-Standardarmbänder an die Moto, praktisch auch für später. Roségold, grau und schwarz sind die Farbvarianten der PVD-beschichteten Gehäuse.

Mit knapp 300 Euro gehört die Moto360 preislich sicher nicht zu den Schnäppchen im Segment. Dafür bekommt der User aber eben nicht nur eine Smartwatch, sondern eine richtige Uhr. Wertig in Aussehen, Haptik und Handhabung. Kompatibel sowohl mit Android- wie auch iOS-Smartphones ohne Einschränkung in der Nutzbarkeit. Lediglich ein Google-Konto muss vorhanden sein. Und wer Google-Pay nutzt, kann auch direkt mit der Uhr über NFC bezahlen.

https://moto360.com/de/

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