Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mottenlarven überziehen Sträucher mit klebrigen Netzen / Raupen fressen darunter alles kahl

Gespenstisch weiße Büsche

Frank Groneberg / 05.06.2012, 07:19 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Mehrere Büsche im Stadtgebiet sind derzeit Brut- und Fressplatz einer Schmetterlingsart. Blätter und Zweige sind von dichten Netzen überzogen und werden darunter von gierigen Raupen kahl gefressen.

Es sieht gespenstisch aus, was sich da seit Tagen in der Eisenbahnstraße abspielt. Links und rechts der Straßenbrücke sind mehrere Sträucher mit dichten weißen Netzen überzogen. Unter diesen klebrigen Gebilden sind die Zweige ratzekahl abgefressen. Kein Blatt ist mehr zu sehen, selbst die Stängel sind weggeknabbert. Und wer das sieht, dem läuft unweigerlich ein Schauer über den Rücken.

Es ist jetzt 35 Jahre her, dass William Shatner erstmals als Tierarzt Robert Hansen auf der Kinoleinwand versuchte, die Einwohner einer amerikanischen Kleinstadt vor den "Mörderspinnen" zu retten. Erfolglos - denn wer sich an den Film erinnert, wird die Bilder der am Ende komplett eingesponnenen Stadt schnell vor Augen haben.

Mit solchem Horror haben die eingesponnenen Sträucher in der Eisenbahnstraße aber überhaupt nichts zu tun. Denn die Netze, unter denen sie versteckt sind, wurden nicht von achtbeinigen Gliederfüßern gesponnen, sondern von den Raupen der Gespinstmotten. Alle paar Jahre treten die Gespinstmotten - kleine Falter mit weißen, schwarz gepunkteten Flügeln, und zur Familie der Schmetterlinge gehörend - in großer Anzahl auf. Im Hochsommer legen die Mini-Schmetterlinge, deren Flügel eine Spannweite von nur zwei Zentimetern haben, ihre Eier an den Zweigen ab. Die Eiraupen schlüpfen nach drei bis vier Wochen, überwintern dann geschützt auf den Sträuchern.

Mit dem Blattaustrieb im Frühjahr verlassen sie ihre Verstecke und beginnen mit dem Fraß. Ihr Appetit ist anfangs gering, wird aber größer bis hin zum Kahlfraß. Die Raupen spinnen ihre Wirtspflanze ein, um beim Fressen unter dem Gespinst vor Vögeln und anderen Feinden sicher zu sein. Ende Juni ist die Entwicklung der Larven mit der Verpuppung abgeschlossen, der Kreislauf beginnt erneut.

An den Büschen in der Eisenbahnstraße sind die vollgefressenen Raupen und die ersten Puppen, die über dem Boden hängen, gut zu erkennen. Anfassen sollte man die Raupen nicht. Die Sträucher werden nicht dauerhaft geschädigt: Die Netze fallen irgendwann ab, es wachsen wieder neue Blätter.

Übrigens: Wie ein Blick ins Internet zeigt, können die Raupen auch Fahrräder, Autos und sogar ganze Spielplätze einspinnen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG