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Psychische Ausnahmezustände

02.02.2016, 14:14 Uhr
(dpa) In einer akuten psychischen Krise brauchen Betroffene nicht immer professionelle Hilfe. Wichtig ist, dass sie von Freunden und Angehörigen nicht alleine gelassen werden, rät Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Sie sollten Unterstützung signalisieren, Gespräche anbieten und möglichst ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Belastungen und Stress vermeidet man möglichst.

Es kann helfen, Betroffene "anzuregen und dabei zu begleiten, das zu tun, was ihnen aus ihrer Erfahrung heraus gut tut", empfiehlt Hauth. Das könne ein Spaziergang sein, aber auch die Wohnung aufräumen oder etwas kochen - das kann helfen. Von Entspannungsübungen rät Hauth ab: Denn dabei konzentriere man sich noch mehr auf sein Inneres, was zu mehr Anspannung führen kann.

Verlust, Vereinsamung oder ein großer Umbruch - solche Ereignisse können Menschen in eine psychische Krise stürzen. Bei Betroffenen löst entweder ein Schock oder eine andauernde Belastung Angst, Aggressivität, Verwirrtheit oder Halluzinationen aus. "Eine akute Krise beinhaltet den Verlust des inneren Gleichgewichts, den Menschen verspüren", erklärt Hauth. In einer akuten Krise sind oft Denken und Fühlen gestört. Die Gedanken drehen sich endlos im Kreis. Manche Betroffene können die eigenen Gefühle gar nicht wahrnehmen oder sie sind so stark, dass man sie nicht unter Kontrolle bekommt. Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit, Trauer oder Einsamkeit wirken übermächtig und bedrohlich.

Bekommt man diese Situation nicht ohne professionelle Hilfe in den Griff, können Betroffene sich an verschiedene Anlaufstellen wenden:

Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamtes

psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen

psychiatrische Institutsambulanzen

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

ärztlicher (psychiatrischer) Bereitschaftsdienst unter der EU-weiten Telefonnummer 116117

anonyme Telefonseelsorge (kostenlos) unter 0800 1110111 oder 0800 1110222

Bei einem Zusammenbruch sollte der Notarzt gerufen werden, oder man sucht die Notfall-Ambulanz einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf.

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