Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit den richtigen Geräten lassen sich eine bessere Sprachqualität und Spareffekte erreichen

Digitaltechnik
Was Internettelefonie kann

Die meisten Gespräche laufen heute übers Internet - auch wenn der Nutzer dabei ein Festnetz-Telefon ans Ohr hält.
Die meisten Gespräche laufen heute übers Internet - auch wenn der Nutzer dabei ein Festnetz-Telefon ans Ohr hält. © Foto: dpa/Andrea Warnecke
Thomas Schörner / 16.10.2017, 22:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Festnetz in Deutschland ist nicht mehr das, was es einmal war. Vielerorts wurde es bereits durch Voice-over-IP, also Internettelefonie, abgelöst. Das hat einige Vorteile, wenn man denn die richtige Technik dafür hat.

Eingestaubt, verwaist: Festnetztelefone fristen in vielen Haushalten ein trauriges Dasein, wenn es denn überhaupt noch einen Platz dafür gibt. Dabei ist das Festnetz heute ein ganz anderes als das vor einigen Jahren. Die Gespräche laufen meist per Voice-Over-IP -damit und mit der richtigen Technik lässt sich zum Beispiel auch das Smartphone als Festnetztelefon nutzen. Das kann unter Umständen sogar Geld sparen.

Je nach Router gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Festnetztelefon zu verwenden. Sogenannte All-IP-fähige Router haben heute mindestens eine oder mehrere TAE-Buchsen. Das ist das, was viele als Telefonbuchse kennen. "Dort können neuere und ältere Analogtelefone eingesteckt und wie bisher genutzt werden - egal ob es schnurlose oder kabelgebundene Telefone sind", sagt Alexander Kuch vom Onlineportal "teltarif.de". Einige Router haben auch einen ISDN-S0-Bus für den Weiterbetrieb von ISDN-Telefonanlagen.

"Ein Großteil der Router hat darüber hinaus zusätzlich eine DECT-Basisstation integriert. Mit dieser können vorhandene schnurlose DECT-Telefone gekoppelt werden", so der Experte. Neue Telefone müssen Verbraucher hier nicht mehr kaufen.

Wer trotzdem auf ein neues Telefon umsteigen will, sollte auf die Ausstattung bei Router und Endgerät achten: "Besonders interessant sind dabei DECT-fähige Schnurlostelefone, die die Zusatz-Technologie CAT-iq (Cordless Advanced Technology internet and quality) unterstützen", sagt Julia Froolyks vom Portal "inside-handy.de".

Diese Technologie ermöglicht HD-Voice-Telefonie - hier ist der Klang deutlich verbessert, da ein größerer Frequenzbereich übertragen wird, erklärt Urs Mansmann von der Fachzeitschrift "c't". Analog- und ISDN-Telefone beherrschen diese Technik nicht, moderne DECT-Telefone nach dem CAT-iq-Standard und Smartphones hingegen schon.

Sogar das Smartphone kann man mit dem DECT-Router verbinden und mit einem VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) außerhalb der eigenen vier Wände Anrufe auf die Festnetznummer annehmen. Das funktioniert mit speziellen Apps. Ein weiterer Vorteil eines DECT-fähigen Routers ist der oft eingebaute Anrufbeantworter. "Besonders interessant daran ist, dass dieser aus dem heimischen WLAN oder ebenfalls über VPN weltweit abgehört werden kann", sagt Froolyks.

Allerdings bieten nicht allzu viele Hersteller die Festnetz-Telefonie per Smartphone-App an. Die Telekom zum Beispiel macht mit der HomeTalk-App das persönliche Smartphone zum Festnetzapparat: "Sie funktioniert aber nur bei All-IP-Anschlüssen der Telekom und nur dann, wenn der Kunde sich innerhalb des eigenen WLAN aufhält", sagt Kuch. Eine Alternative ist die FRITZ!App Fon des Router-Herstellers AVM für Android- und Apple-Geräte. Auch hierfür muss das Smartphone des Kunden per WLAN mit dem eigenen Router verbunden sein.

"Der Vorteil dieser beiden Lösungen ist, dass auch die im Smartphone gespeicherten Kontakte angerufen werden können", sagt Kuch. "Und wer sich beispielsweise im Garten aufhält, muss nur das Smartphone und nicht auch noch ein zusätzliches Festnetz-Telefon mitnehmen."

Was nicht funktioniert, ist die "nomadische Nutzung" - also über die Smartphone-App unterwegs im mobilen Internet das Festnetz zu Hause zu nutzen. Das Handy als einzige Lösung ist außerdem dann problematisch, wenn andere Menschen das Festnetz nutzen wollen.

Sparen kann man mit den VoIP-Routern auch, denn gerade Telefonate ins Mobilnetz oder Ausland sind oft nicht über Flatrates abgedeckt. "An Telekom-Anschlüssen funktionieren immer noch die Sparvorwahlen 010xx oder 0100xx, mit denen man günstigere Anbieter wählen kann", rät Mansmann. "Wer den Anschluss eines anderen Anbieters hat und häufig teure Telefonate führt, sollte einen zusätzlichen VoIP-Vertrag mit günstigeren Verbindungspreisen schließen und seinen Router so programmieren, dass die Anrufe je nach Vorwahl automatisch über den günstigsten Telefon-Anbieter geleitet werden."

Es geht mit der Telefonie noch einfacher: "Die größte Flexibilität bieten Telefonie-Dienste wie Skype, WhatsApp Call, Google Hangouts, Viber oder Apple Facetime", sagt Kuch. "Sie sind weltweit über das Internet und oft mit einer Vielzahl an Plattformen verwendbar." Das klassische Festnetz-Telefon wird immer mehr obsolet.(dpa)

IP-Telefonie und VPN


■ IP-Telefonie ist der Standard der nahen Zukunft. Die Telekom will bis 2018 ihr altbekanntes Festnetz auf Internettelefonie umstellen. Auch bei anderen Anbietern ist analoges Telefonieren ein Auslaufmodell. Wer nur telefoniert, merkt von der Umstellung von analog auf IP-Telefonie kaum etwas. Alle jene, die auch Datenverbindungen nutzen, werden in der Regel vor der Umstellung angeschrieben.
■ VPN -Virtual Private Network - ist ein virtuelles privates Kommunikationsnetz. Mitunter spricht man auch vom VPN-Tunnel. Die weit verbreitete Technologie dient der Sicherheit, sie verschlüsselt eine Internetverbindung in Echtzeit. (ima)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG