Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Schule Finowfurt um ein naturwissenschaftliches Kabinett erweitert / Gemeinde investiert 98 000 Euro

So macht Physik Spaß

Das Kabel muss da rein und der Stecker dort: Aaron, Kenneth und Marie (v. l.) bauen einen Stromkreis und lassen die kleine Glühbirne leuchten. Die Achtklässler der Schule Finowfurt weihen damit offiziell ihr neu ausgestattetes naturwissenschaftliches Kabi
Das Kabel muss da rein und der Stecker dort: Aaron, Kenneth und Marie (v. l.) bauen einen Stromkreis und lassen die kleine Glühbirne leuchten. Die Achtklässler der Schule Finowfurt weihen damit offiziell ihr neu ausgestattetes naturwissenschaftliches Kabi © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Katrin Hartmann / 06.12.2017, 06:40 Uhr - Aktualisiert 06.12.2017, 15:58
Finowfurt (MOZ) Jetzt kommt der Strom nicht mehr von unten, sondern von oben. Die Finowfurter Schule ist um ein neu ausgestattetes Fachkabinett reicher. Für das moderne Liftsystem hat die Gemeinde Schorfheide 98 000 Euro investiert.

Erst blau, dann orange, jetzt apfelgrün. Die acht Versorgungsarme im Physikraum der Grund- und Oberschule Finowfurt fallen auf. In derselben Farbe gehalten sind die Stühle. "Das sieht doch cool aus", sagt Sidney aus Groß Schönebeck. Um den mit Steckdosen bestückten Versorgungsarm von oben herunterzuklappen, reicht die Armlänge des 14-Jährigen noch nicht aus. Physik- und Mathelehrer Matthias Wolter eilt mit einem Haken zu Hilfe. Einen Moment später ist der Arm ausgeklappt.

Was die Schüler der Klasse 8b am Dienstagmorgen offiziell einweihen dürfen, ist bereits der dritte Mercedes in den Räumlichkeiten der Schule Finowfurt, sagt Schulleiterin Iris Kosanke. Mit Schwerpunkt auf den Physikunterricht steht den mehr als 500 Schülern jetzt ein neuer Fachunterrichtsraum zur Verfügung.

Die Gemeinde Schorfheide hat als Schulträger dafür rund 98 000 Euro bereitgestellt. "Vor einigen Jahren hätte sich die Schule diese Entwicklung noch nicht träumen lassen", sagt Iris Kosanke. Damals stand der Schulstandort noch auf der Kippe. "Ich bin froh, dass wir es gemeinsam so weit geschafft haben", sagt Finowfurts Ortsvorsteher Wilhelm Westerkamp froh über die neue Anschaffung.

Die Schüler haben mittlerweile den Stromkreis, den Matthias Wolter an die interaktive Tafel vorgezeichnet hat, gesteckt. Das Licht in der Sitzreihe von Sidney will noch nicht leuchten. Die Schüler müssen die Kabel am Stromkreis noch einmal umstecken. "Das ist wie mit der Lichterkette am Weihnachtsbaum", sagt Matthias Wolter. Irgendwo muss eine Unterbrechung im Stromkreis sein. Die Mädchen und Jungen haben den Fehler gefunden, stecken das blaue und rote Kabel noch einmal um. Et voilà: Die kleinen Glühbirnen brennen. Den Strom liefern die apfelgrünen Versorgungsarme.

Vorteil des neuen Medienliftsystems, insbesondere im Vergleich zur alten Ausstattung, ist, dass der Frontalunterricht aufgelockert werden kann. "Die Tische sind nicht mehr festgeschraubt. Wir können sie je nach Belangen umstellen", erklärt Matthias Wolter. Etwa für eine Unterrichtstunde mit Stationsbetrieb oder zur Bildung von Schülergruppen oder interaktiven Experimenten.

Das hochmoderne System wurde in einem Spezialmöbelwerk hergestellt. Die Besonderheit besteht darin, dass alle Versorgungsleitungen über ein unter der Zimmerdecke montiertes System installiert sind. Alle notwendigen Medien werden so von oben, und nicht wie bisher üblich, von unten fest verbunden, an die Schülertische geführt. "So befinden sich auch keine störenden Leitungen mehr an den Tischen", sagt Matthias Wolter.

Das neu ausgestattete naturwissenschaftliche Fachkabinett ist vorrangig auf den Physikunterricht ausgerichtet. Aber auch Biologie und Chemie können dort, wie bei den anderen beiden Mercedes, unterrichtet werden.

"Ich bin froh, dass wir unseren Schülern diese tollen Unterrichtsbedingungen bieten können. Das trägt auch dazu dabei, dass sich wieder mehr Kinder und Jugendliche für technische und naturwissenschaftliche Themen begeistern. Außerdem steigt die Attraktivität der Einrichtung, die im Oberbarnim die einzige weiterführende Schule im ländlichen Raum ist", sagt Bürgermeister Uwe Schoknecht. "Wir sind eben keine Dorfschule, sondern ein moderner Bildungsstandort", hebt Iris Kosanke hervor. Allein für die Ausstattung der Oberschule hat die Gemeinde seit 2011 rund 1,27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Am 12. Januar können sich künftige Siebtklässler und Eltern die Fach- und Klassenräume anschauen. Zum Tag der offenen Tür informiert die Schule von 9.30 bis 13 Uhr, um 17 Uhr mit einem Vortrag in der Aula.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG