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Im Alter ein Selbstläufer

Immergrüner Wacholder: Das pflegearme Gewächs hat kleine Zapfen, die an Beeren erinnern. Sie werden gern zum Kochen verwendet.
Immergrüner Wacholder: Das pflegearme Gewächs hat kleine Zapfen, die an Beeren erinnern. Sie werden gern zum Kochen verwendet. © Foto: dpa/Andrea Warnecke
06.12.2017, 10:14 Uhr
Frankfurt (Oder) (dpa) Grünes fällt im grünen Garten wenig auf - bis der Winter kommt und Laubbäume und viele Sträucher kahl sind. Immergrün sind Nadelbäume wie der Wacholder. Sein Vorteil: Es gibt ihn in vielen Wuchsformen für verschiedene Zwecke im Garten. Und er ist pflegearm.

Der Wacholder hat eine Grundeigenschaft, die viele Hobbygärtner suchen: Er ist pflegeleicht. "Den säulenförmigen Sorten kann man in der Jugend durch Schnitt der Form einen Kick geben", sagt Holger Hachmann vom Bund Deutscher Baumschulen in Berlin. Im Alter sind die Nadelbäume mit Zapfen, die an kleine Beeren erinnern, aber ein Selbstläufer.

Der Wacholder ist außerdem ökologisch wertvoll, denn seine männlichen Blüten sind im Frühling Pollenspender für die Bienen. "In dem dichten Astwerk nisten Vögel gerne", ergänzt Baumschulmeister Hachmann. Und die Beerenzapfen ernähren die gefiederten Gartenbewohner.

"Man unterscheidet zwischen den säulenförmig wachsenden, den kriechenden und den überhängend, trauernden Formen von Wacholder", erläutert der Baumschulmeister Hachmann.

Säulenförmig: Der beliebstete Vertreter der säulenförmigen Wacholder ist die Sorte "Blue Arrow" der Art Juniperus scopulorum - auch als Raketenwacholder bezeichnet. "Die säulenförmigen Wacholder übernehmen in unseren mitteleuropäischen Gärten die Funktion einer mediterranen Zypresse", erklärt der Experte Hachmann. Vor allem in Italien werden diese schlanken, hohen Gehölze als markante Elemente der Gartengestaltung verwendet, allerdings fehlt ihnen in unseren Breiten die Winterhärte.

Die Sorte "Blue Arrow' zeichnet sich durch einen sehr schlanken Wuchs und eine schöne Blaufärbung der Nadeln aus. Die Sorte "Skyrocket' wächst ähnlich, allerdings ist sie anfälliger für Krankheiten wie das sogenannte Zweigsterben.

Kriechend: "Die kriechenden Arten und Sorten werden klassisch als Bodendecker verwendet", erläutert Hachmann. Die dienen überhängend auch als Schmuck von Mauern. Als besonders gesunde Form empfiehlt Hachmann die Sorte "Ice Blue' des Teppich- oder Kriechwacholders (Juniperus horizontalis). Sie hat silbrig blaue Nadeln, bildet dichte Verzweigung und wird nur maximal 50 Zentimeter hoch. Schöne Alternativen sind Sorten mit weißbunten oder gelben Nadeln.

Überhängend: Exemplare mit dieser Wuchsform stammen vor allem vom Virginischen Wacholder (Juniperus virginiana) ab. Ein schöner Vertreter der Wuchsgruppe ist die Sorte "Pendula" der Art Juniperus virginiana. Sie schmückt ihre Seitentriebe mit grünen Nadeln und erreicht dabei eine Höhe von maximal zwei Metern.

Standort: Wacholder haben es gerne sonnig im Garten. "Die Standortbedingungen kann man sehr schön vom Naturstandort des heimischen Wacholders in der Lüneburger Heide ableiten", erläutert der Baumschulmeister. Dort gibt es lehmigen Sand, den Wacholder auch bevorzugen. "Arme Böden sind kein Problem", ergänzt Hachmann. Nach seinen Erfahrungen kommt es aber auf feuchten, zu nährstoffreichen Böden eher zu Krankheiten wie das durch Pilze verursachte Zweigsterben.

Krankheit: Es gibt einen Nachteil, um den Hobbygärtner wissen sollten: Der Wacholder ist Wirtspflanze für den Birnengitterrost. Deshalb sollte Wacholder nie in Kleingartenanlagen gepflanzt werden, da meist schon ein Baum ausreicht, um die Ausbreitung dieses Rostpilzes an den Birnbäumen in einer ganzen Anlage zu fördern. Befallene Obstgehölze erkennt man leicht an orangenen Flecken auf dem Laub. Durch die geschädigten Blätter werden die Bäume geschwächt, die Ernte wird vermindert.

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