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Elektro-Transporter
Paketdienste unter Strom

Nun auch elektrisch: Die ersten e-Crafter wurden von VW Nutzfahrzeuge an Kunden übergeben.
Nun auch elektrisch: Die ersten e-Crafter wurden von VW Nutzfahrzeuge an Kunden übergeben. © Foto: Hersteller
Hajo Zenker / 22.12.2017, 10:55 Uhr - Aktualisiert 22.12.2017, 11:08
Berlin (MOZ) Die Deutsche Post baut ihren elektrischen Transporter für Päckchen und Briefe, Streetscooter genannt, seit 2016 selbst. Begründung des Logistikriesen: Die etablierten deutschen Autohersteller hätten kein brauchbares Angebot gemacht. Mittlerweile beliefert die Post auch andere Unternehmen, wie etwa Deutsche See und Innogy. Offiziell mögen die so kritisierten Anbieter das nicht kommentieren. Allerdings wird mittlerweile gehandelt.

Gerade hat Daimler, auch angesichts der drohenden Diesel-Fahrverbote für Innenstädte, die viele Gewerbetreibende treffen könnten, für das kommende Jahr den Kleintransporter Vito in einer elektrischen Variante angekündigt, 2019 folgt eine Strom-Version des größeren Transporters Sprinter. Und die Tochter Fuso übergab zudem erste Leicht-Lastwagen an deutsche Logistiker wie DB Schenker und Dachser. Nun ist auch VW Nutzfahrzeuge einen Schritt weiter: Die ersten elektrischen Crafter gingen an Großkunden aus Deutschland, Großbritannien, Holland und Schweden.

Auch hier sind es vor allem Paketdienste wie DPD, Hermes, UPS, GLS, die noch bis Mitte 2018 mit dem elektrischen VW-Transporter Erfahrungen sammeln sollen. Die Deutsche Post ist dagegen (natürlich) nicht dabei. Wie Daimler will auch VW im Gegensatz zum Streetscooter nicht auf Komfort verzichten: Der e-Crafter bekommt Assistenz- und Komfortsysteme wie eine Einparkhilfe und eine Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Navi und Sitzheizung. Ähnlich wie bei Daimler setzt Volkswagen voll auf den innerstädtischen Bereich. Die nun belieferten Kunden bewegen Fahrzeuge, die zwischen 70 und 100 Kilometer am Tag zurücklegen. Offiziell hat der e-Crafter 160 Kilometer Reichweite, die Maximalgeschwindigkeit ist auf 90 km/h begrenzt.

Ob es dabei bleibt, werden auch die Kunden mitentscheiden. Denn, sagt Eckhard Scholz, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge, man integriere nun „ausgewählte Fuhrparkbetreiber in die erste Kundenphase, um die tägliche Praxis in die Finalisierung des Zero-Emission-Transporters einfließen zu lassen“. Daimlers Transporter eVito soll in der zweiten Jahreshälfte 2018 an Gewerbetreibende ausgeliefert werden. Er soll mit einer Ladung bis zu 150 Kilometer schaffen - „auf jeden Fall aber 100 Kilometer", so Volker Mornhinweg, der Chef von Mercedes-Benz Vans. Ebenfalls besonders im Visier sind Paket- und Expressdienste, Hermes wurde auch hier bereits als Kunde gewonnen. Die Streetscooter der Deutschen Post werden so wohl nicht mehr lange allein auf weiter (elektrischer) Flur sein. Hajo Zenker

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