Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bayerischer Wald
Dem Himmelreich so nah

Stefan Klug / 31.05.2018, 13:19 Uhr - Aktualisiert 01.06.2018, 17:36
Lam (MOZ) Es gibt es also tatsächlich, das Himmelreich. Gar nicht mal so weit weg, nur knapp 600 Kilometer von der Mitte Brandenburgs entfernt. Und es geht nicht nach oben, sondern Richtung Süden über verträumte tschechische Autobahnen. Bei Fuhrt im Wald gelangt man in selbigen oder genauer gesagt in den bayerischen, also zurück nach Deutschland. Noch ein kleines Stück weiter, geschafft. Lam heißt der Ort und hier findet der Reisende auf knapp 700 Metern Meeres-Höhe, in den seicht ansteigenden Hang gebettet, den gelobten Ort. Dankbar für die Steilvorlage in Sachen Marketing begrüßt denn auch das ansässige Hotel Sonnenhof die Gäste mit „Willkommen im Himmelreich“ und nutzt für den schönen Spruch schlicht die Postadresse des 4-Sterne-Superior-Hauses.

Der vielfältige Verweis an gar überirdische Möglichkeiten lässt natürlich die Ansprüche an irdischen wachsen. Dabei braucht sich das mittlerweile über 40 Jahre alte Hotel nicht zu verstecken. Der Empfang charmant, auch zu nachtschlafender Zeit noch. Die Zimmer in Sachen Größe typisch für die 70-er. Nicht besonders ausladend, aber dafür praktisch eingerichtet. Vor kurzem wurden alle 149 zusammen mit den 17 Suiten verschönert. Den Gast erwartet eine interessante Mischung aus urigem Landhausstil und modernem Zeitgeist, nur auf den ersten Blick nicht zwingend passend. Dazu gibt es Balkone mit Sonnengarantie und Jalousie, deren schwere Türen das Geschnatter der Frühbader im beheizten Außenpool draußen lässt.

Apropos Pool. Nicht von ungefähr wirbt der Sonnenhof mit seinem ausladenden Wellness-Bereich. Wenn manchem die Zimmer vielleicht etwas klein erscheinen, Spa & Co wirken im Vergleich zur Gästezahl fast schon überdimensioniert- vor allem im Hinblick auf andere Häuser gleicher Kategorie. Denn mit 120 Quadratmetern lockt nicht nur der ganzjährig 31 Grad warme Außenpool, sondern auch das Sport-Schwimmbecken im Innenbereich. Nicht zuletzt gibt es, im Verhältnis ebenfalls groß, einen Whirlpool mit verschiedenen Massagestrahlern. Ein Spa mit einem halben Dutzend Soft-Saunen und Dampfbädern schließt sich an, richtige Saunafans werden sich über das im im Außenbereichetwas versteckte finnische Blockhaus freuen.

Für Wassersportler, -freunde und Genießer ist also gesorgt. Aber auch alle anderen kommen nicht zu kurz. Squash und Tennis-Courts, letztere innen wie außen, Basketball-Feld, Tischtennis, Minigolf - der sportlichen Möglichkeiten sind viele, ein Teil auch wetterunabhängig indoor, ein Teil ohne Zusatzkosten. Nicht zuletzt ist dem Hotel mit dem Golfclub Sonnenhof noch ein 9-Loch-Platz angegliedert. Eine gute Möglichkeit, den Sport mit dem weißen Ball zu erkunden, die Platzreife zu machen oder seine Skills zu trainieren. Fordernd sind die meisten der am Hang liegenden Bahnen in jedem Fall. Schmale Fairways und nicht einsehbare Landezonen, dazu tiefe Roughs - Bälle sollte genug mitnehmen, wer den Parcours nicht kennt oder noch nicht so sicher mit seinen Richtungen ist. Dazu stellt das enorme Gefälle nicht nur hohe Ansprüche an die Physis des Golfers, sondern auch an dessen Course-Management. Schließlich spielt man hier kaum einen Schläger wie für die Längen daheim. Wer Unterstützung braucht ist bei Pro Anthony genau richtig. Der lässt nicht unentwegt Bälle schlagen, sondern ist vor allem ein Mann des Wortes und der Geschichten. Am Ende zeigt sich aber, dass der höhere theoretische Anteil an der Trainerstunde sich durchaus in praktischen Nutzen ummüntzen lässt.

Wer die sportlichen Möglichkeiten in und um den Sonnenhof glaubt ausgeschöpft zu haben, muss aber nicht abreisen. Denn auch der nächste Werbespruch, dieses Mal der Gegend, klingt verheißungsvoll. Inmitten von acht Tausendern, ruft zwar nicht die Alpinisten auf den Plan, dafür aber Wanderer, die rund um und mitten durch die hiesigen Berge 300 ausgeschilderte Wanderwege jeglicher Schwierigkeit finden. Wer’s schneller mag steigt aufs Mountainbike oder - etwas leichter - leiht sich ein E-Bike. Mit letzterem wird die Erkundung des Bayerwaldes zur komoden Art von Natur-Sightseeing. Wie auch immer, am Ende des Tages wartet Entspannung im Wellness-Bereich. Und dies mit dem guten Gefühl, nicht schon beim Frühstück eine Liege reservieren zu müssen. Da ist dann auch noch Zeit für eine Massage. Allerdings, das Angebot ist breit wie die Termine knapp, hier sollte man ein einziges Mal nicht unbedingt in den Tag hinein leben, wozu den Sonnenhof ja sonst geradezu einlädt.

Das betrifft auch die Kulinarik. Die Restaurant-Ebene, aufgegliedert in verschieden designte Bereiche, ist ebenso auf die volle Gästezahl eingestellt undob Buffet morgens oder abends, Drei-Gänge-Menü am Ende des Tages, die Auswahl der Speisen ist reichhaltig, die Qualität hochwertig und die Zubereitung schmackhaft. Und ein nettes Wort zum meist osteuropäischen Restaurant-Personal sorgt dafür, dass, sollte mal etwas fehlen, schnell nachgelegt wird. Kurzum, vom Bademantel-Frühstück bis zum Gourmet-Dinner wird der hungrige Gast versorgt. Und irgendwie fühlt man sich nach ein paar Tagen aktiver oder auch passiver Erholung tatsächlich wie im Himmelreich und freut sich über dessen irdische Genüsse.

Anreise: Auf deutschen Autobahnen Richtung Regensburg, stressfreier jedoch durch Tschechien über Prag; Vignette notwendig

www.sonnenhof-lam.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG