Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Hertha sucht Nachwuchs
Der lange Weg zum Fußball-Star

Auch 2017 fand bei Hertha BSC ein Sichtungsturnier statt.
Auch 2017 fand bei Hertha BSC ein Sichtungsturnier statt. © Foto: Hertha BSC
Für Kinder
Antje Scherer / 06.10.2018, 11:15 Uhr - Aktualisiert 10.10.2018, 15:23
Berlin (MOZ) Von einer Karriere als Fußballstar träumen viele – im Fernsehen sein, viel Geld verdienen, einmal gegen Cristiano Ronaldo kicken … Aber wie wird man Profi? Für Kinder aus unserer Gegend könnte der Weg über Hertha BSC führen, einen Berliner Verein, der in der Bundesliga spielt.

Sie haben insgesamt elf Nachwuchsmannschaften; los geht es bei der U9. Muss man dafür perfekte Kopfbälle können? „Nein, gar nicht. Wir suchen erst mal Kinder, die sich gerne und viel bewegen“, erklärt Frank Vogel. Er ist sportlicher Leiter der Hertha Fußball-Akademie und zuständig für den Nachwuchs.

Zweimal im Jahr organisiert sein Verein ein offenes Sichtungstraining: das heißt, man kommt und spielt, und die Trainer gucken, wer in ihren Augen Talent hat. Denen bieten sie an, zum Probetraining zu kommen. Im November ist es wieder soweit. Das Sichtungstraining ist allerdings leider nur für Jungs, weil Hertha keine Mädchenmannschaft hat.

Los geht es ab acht Jahren -wer Profi werden will, muss früh anfangen. „Zwischen neun und zwölf Jahren ist das beste Lernalter“, sagt Vogel. Training ist dann dreimal die Woche – das klappt also wahrscheinlich nur, wenn man in der Nähe von Berlin wohnt. Für Jugendliche hat Hertha dann auch ein Internat. Da wohnt zum Beispiel Marten Winkler aus Fürstenwalde, der in der U17 kickt.

Um Talente zu finden, reisen Scouts auch durch Brandenburg und beobachten Wettkämpfe. „Unser Ziel ist, den eigenen Nachwuchs auszubilden“, sagt Vogel. Andere Vereine bezahlen viel Geld für erwachsene Profis; Hertha will dagegen junge Talente über Jahre selbsttrainieren - bis einige dann bei der Bundesliga-Mannschaft einsteigen können. Im Moment sind elf eigene Spieler im Profi-Kader.

Was macht denn eigentlich einen Spitzenkicker aus? Neben fußballerischem Talent – „mentale Stärke!“, sagt Vogel. Durchhalten, Disziplin, sei sehr wichtig – und falle vielen heute schwer. Er denkt, dass es in Zukunft kniffliger wird, Nachwuchs zu finden. Kinder würden immer unsportlicher, „viele können keine Rolle vorwärts oder rückwärts mehr“, sagt er. Das liege auch daran, dass sie immer mehr Zeit vor dem Computer oder dem Smartphone verbringen und dass Sport in der Gesellschaft nicht mehr als so wichtig angesehen würde. Dabei habe es Fußball aber im Vergleich zu anderen Sportarten noch gut.

Sichtung am 11. November im Olympiapark, Berlin; Anmeldung bis 8. November per E-Mail an herbstsichtung@herthabsc.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG