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Eiszeitland
In die Welt der Mammuts eintauchen

Mammut Georg in Joachimsthal
Mammut Georg in Joachimsthal © Foto: Susan Hasse
Für Kinder
Antje Scherer / 20.10.2018, 12:00 Uhr - Aktualisiert 22.10.2018, 15:14
Groß Ziethen (MOZ) Wie groß bist du? So etwa 1,30 Meter? Dann bin ich ungefähr dreimal so groß! Mein Name ist Georg und ich bin ein Mammut, genauer gesagt ein Wollhaar-Mammut-Bulle. Wahrscheinlich würde ich dir mit meinen Stoßzähnen einen ziemlichen Schreck einjagen, wenn du mir plötzlich im Wald begegnen würdest (auch wenn ich Pflanzenfresser bin). Aber mich und meine Artgenossen gibt es heute nicht mehr; wahrscheinlich weißt du, dass wir längst ausgestorben sind.

Im Norden von Brandenburg tauche ich trotzdem auf. In Groß Ziethen bei Angermünde steht an der Straße eine lebensgroße Statue von mir und im Geopark nebenan bin ich das Maskottchen. Dort erfährt man vieles über die Eiszeit; los geht es im Gletschertunnel mit knackendem Eis und kaltem Wind. Ich bin ja ein echter Spezialist für Kälte, dank meines dichten, zotteligen Fellsund der dicken Fettschicht, die ich mir angefressen habe.

Die letzte Eiszeit begann vor etwa 1,8 Millionen Jahren. Es bedeutet, dass es langsam immer kälter wurde; bei uns hier und auf der ganzen Welt. Um 10 bis 15 Grad sanken die Temperaturen. Was war die Folge? Der Schnee in Skandinavien schmolz nicht mehr und wurde allmählich zu Eis. Langsam kann diese Eisschicht in Bewegung und wurde – vor etwa 400 000 Jahren - so mächtig, dass sie sich bis zu uns vorschob! Das hat Jahrhunderte gedauert und wir haben uns deswegen unser dickes Fell wachsen lassen.

Ach so, du fragst dich, warum es uns dann heute nicht mehr gibt? Als es wieder wärmer wurde, schmolz das Eis und unsere Heimat verwandelte sich in Wald. Wir fanden dort nicht mehr genug zu fressen, außerdem habt ihr Menschen uns gejagt … aber das ist eine lange Geschichte. Auf jeden Fall verschwanden wir am Ende der letzten Eiszeit, so etwa vor 10 000 Jahren.

Dass es ausgerechnet im Barnim ein Eiszeitmuseum gibt, liegt daran, dass es hier besonders viele Spuren dieser Zeit gibt; zum Beispiel viele Sölle (kleine Wasserlöcher) auf Äckern, die – ungelogen! -von Eisbrocken stammen. Und es gibt Findlinge (sehr große Steine), die von Gletschern abgebrochen sind und eingefroren im Eis bis dorthin transportiert wurden. Im Geopark kann man auch heute noch Versteinerungen finden – also: Augen auf!

Eiszeitpark geöffnet mittwochs bis sonntags von 10 bis 16 Uhr (bis 31. Oktober), dann nur für Gruppen nach Anmeldung, ab 1. April wieder normal geöffnet, Telefon 01573 1359023 oder 033361 64638

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