Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Hilfe
Was tun gegen die Einsamkeit?

Wenn das Alleinsein zur Einsamkeit wird. Etwa 30 Prozent der Haushalte in Oberhavel sind Single-Haushalte. Vor allem ältere Menschen, denen es an Kontakten fehlt, leiden darunter, niemanden zu haben, mit dem sie sich austauschen können.
Wenn das Alleinsein zur Einsamkeit wird. Etwa 30 Prozent der Haushalte in Oberhavel sind Single-Haushalte. Vor allem ältere Menschen, denen es an Kontakten fehlt, leiden darunter, niemanden zu haben, mit dem sie sich austauschen können. © Foto: dpa
Gabriele Zaspel / 28.12.2018, 12:38 Uhr
Oberhavel Die Festtage zum Jahreswechsel genießen die meisten Menschen mit Familie und Freunden. Aber nicht für alle erzeugt die Aussicht auf das Fest ein positives Gefühl. Viele Menschen sind allein.  Dabei gibt es in Oberhavel zahlreiche Angebote, um der Einsamkeit zu entfliehen.

Wer allein ist, muss nicht unbedingt einsam sein. Wenn aber das Alleinsein als Einsamkeit wahrgenommen wird, leiden viele Betroffene besonders unter dem Gefühl, zu niemandem wirklich zugehörig und sozial isoliert zu sein. In Deutschland nimmt die Zahl der Alleinstehenden immer weiter zu. Nach statistischen Erhebungen waren in Deutschland  2015 von 41 Millionen Haushalten 17 Millionen Single-Haushalte, das sind 41 Prozent. Insbesondere in den Städten steigt die Anzahl der Ein-Personenhaushalte stetig an. Auch in Oberhavel ist in den vergangenen Jahren die Anzahl der Single-Haushalte weiter gewachsen. Laut dem Amt für Statistik Berlin Brandenburg 2017 gut 30Prozent  aller Haushalte in Oberhavel – also etwa  29 900 Ein-Personenhaushalte. Von den sogenannten Senioren ab 60 Jahre leben in Brandenburg 36 Prozent als Single, wobei der Anteil mit zunehmendem Alter insbesondere bei Frauen weiter wächst.

Nicht jeder Single ist von Einsamkeit betroffen und auch Menschen, die in Partnerschaften leben, können einsam sein. Einsamkeit ist auch nicht an Altersgruppen gebunden, es gibt sie sowohl in der Jugend als auch im höheren Lebensalter. Da hier aber die sozialen Kontaktmöglichkeiten durch Ausscheiden aus dem Berufsleben oder auch Auseinandergehen von Partnerschaften immer mehr eingeschränkt werden, tritt Einsamkeit im Alter verstärkt auf. Wer sich in seiner aktiven Lebensphase interessanten Hobbys widmet und einen Freundeskreis aufbaut, kann sich häufig auch in Krisensituationen oder im Ruhestand darauf verlassen. Aber es kann schon vorkommen, dass, mehr oder weniger schleichend, die Einsamkeit heranrückt. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass Einsamkeit zum Problem werden und krank machen kann.

Auch in Oberhavel besteht für die politischen Akteure Handlungsbedarf, um gegen Einsamkeit aktiv zu werden. Inwieweit die hier lebenden Singles oder auch andere Gruppierungen von Einsamkeit betroffen sind, ist bisher nicht erfasst. Ebenso gibt es bisher keine eindeutige Übersicht über Erkrankungen bei alleinstehenden Einwohnern, die mit Einsamkeit in Verbindung gebracht werden könnten. Neben politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen kann aber auch jeder Einzelne etwas gegen die Vereinsamung in seinem Umfeld tun. Oft reicht es schon, genauer hinzusehen, wie es den Nachbarn geht und wenn erforderlich, Hilfe anzubieten. Niemand muss allein sein, denn das Angebot an Kontaktmöglichkeiten und interessanten Betätigungen ist in Oberhavel groß.

Neben der Möglichkeit, nette Menschen kennenzulernen, werden vielfältige interessante Beschäftigungen angeboten, bei denen man sein Wissen und seine Fähigkeiten einbringen und Spaß haben kann. In den vielen Vereinen in Oberhavel ist jeder gern willkommen. In den Vereinsverzeichnissen der Städte und Gemeinden werden die vielen Aktivitäten aufgeführt. Sei es beim Sport, Tanz, Spiel, in einem der vielen Chöre, in Gesprächskreisen der Kirchen, im Natur- und Umweltschutz, in Heimat- und  Geschichtskreisen und Theatervereinen kann jeder seinen Neigungen und Interessen entsprechend tätig werden und Anschluss finden.

So bietet beispielsweise das Regine-Hildebrandt-Haus in Oranienburg ein interessantes und umfassendes Programm, an dem jeder teilnehmen kann. Jeder Tag in der Woche ist ausgefüllt. Es gibt Computerkurse, mehrere Gymnastik-Gruppen, Qigong wird gelehrt, Gedächtnistraining, Malzirkel, ein Chor, Spielegruppen, Line Dance, Handarbeitsgruppen und vieles mehr. Das Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg bietet ebenfalls ein vielfältiges Angebot für Jedermann.

Das Bürgerzentrum ist ebenso wie das Regine-Hildebrandt-Haus barrierefrei gestaltet. Hier laden die Herrensportgruppe, eine Seniorensportgruppe, mehrere Tanzgruppen, eine Bläsergruppe, Gesangsensemble, Kochgruppe für Senioren und vieles andere zum Mitmachen ein. Im Kulturkreis Hohen Neuendorf e.V. gibt es ebenfalls ein breites Angebot für alle kulturell Interessierten. Es gibt einen Geschichtskreis, der sich mit der Ortsgeschichte beschäftigt, einen Literaturzirkel, den Chor Cross Over, einen Handarbeitskurs, die Arbeitsgruppe Brot und Salz und neuerdings noch eine Theatergruppe.

Für die älteren Bürger bietet die Volkssolidarität in vielen Orten in Oberhavel Treffpunkte an, an denen neben aktiver Freizeitgestaltung auch Bildung, Beratung und vor allem Begegnungen möglich sind. Kontaktadressen kann jeder beim Landesverband der Volkssolidarität in Oranienburg erfragen. Darüber hinaus hat die Stadt Velten eine Broschüre mit dem Titel „Seniorenwegweiser“ herausgegeben, in dem neben Angeboten zu Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auch Informationen zu Beratung und Hilfe, Betreuung und Wohnen enthalten sind.

Informationen über Ansprechpartner werden in den Tageszeitungen  veröffentlicht, es kann sich jeder aber auch in den zuständigen Kommunalverwaltungen, in den Bibliotheken oder auch im Internet informieren.

Wer sich lieber ehrenamtlich betätigen und helfen möchte, kann sich zum Beispiel beim Roten Kreuz, im Kinderschutzbund oder beim Märkischen Sozialverein melden. Für die Betreuung von Kranken,  Kindern und Senioren werden immer Helfer gesucht. Auch in Vereinen zur Betreuung von Geflüchteten, als Übungsleiter in Kindersportgruppen oder ganz einfach als Vorleser oder Begleiter in Kindergärten und Grundschulen sind aktive Mitstreiter gern willkommen. Es gibt eine bunte Palette, die es ermöglicht, der Einsamkeit zu entfliehen und neue Kontakte zu knüpfen. Man muss nur den ersten Schritt machen.

Kontaktadressen

■ Regine Hildebrandt Haus

Sachsenhausener Straße 1

16515 Oranienburg

Telefon 03301 531307

■ Bürgerzentrum

Begegnungsstätte

Albert-Buchmann-Straße 17

16515 Oranienburg

Telefon 03301 836698

■ Kulturkreis Hohen Neuendorf e.V.

Karl-Marx-Straße 24

16540 Hohen Neuendorf

Telefon 03303 408449

■ Volkssolidarität

Kreisverband Oberhavel

Bernauer Straße 18a

16515 Oranienburg

Telefon 03301 6004014

■ Märkischer Sozialverein

e.V.

Liebigstraße 4

16515 Oranienburg

Telefon 03301 6896910

■ Stadtverwaltung

Velten

Rathausstraße 10

16727 Velten

Telefon 03304 379222

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG