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Gewalt in der Pflege
Strategie für Stress-Momente zurechtlegen

Pflegefachkräfte sind derzeit gefragt: Sie haben beste Aussichten auf einen krisensicheren Arbeitsplatz.
Pflegefachkräfte sind derzeit gefragt: Sie haben beste Aussichten auf einen krisensicheren Arbeitsplatz. © Foto: dpa/Markus Scholz
dpa / 09.01.2019, 17:53 Uhr - Aktualisiert 09.01.2019, 17:57
Berlin (dpa) Gewalt in der häuslichen Pflege ist leider keine Seltenheit. Verbale oder körperliche Übergriffe gibt es dabei sowohl von Seiten der Pflegebedürftigen als auch von Seiten der pflegenden Angehörigen.

Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, schreibt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in einem neuen Ratgeber zu dem Thema: Wenn Angehörige Gewalt anwenden, ist häufig ein Gefühl der Überforderung oder der Isolation der Auslöser. Bei den Pflegebedürftigen sind es zum Beispiel Hilflosigkeit, Scham oder Schmerzen.

So unterschiedlich wie die Ursachen sind auch mögliche Gegenmaßnahmen: Angehörige können bei der Tagesplanung zum Beispiel darauf achten, Zeitdruck zu vermeiden, Termine also nicht zu eng zu staffeln. Das verringert die Zahl möglicher Druck- und Stresssituationen.

Feste Tagesabläufe mit kurzen Ruhepausen für schöne Momente - das Blättern in einem Fotoalbum vielleicht – helfen ebenfalls, und zwar beiden Seiten. Pflegebedürftigen gibt eine solche klare Struktur Sicherheit, und Pflegende können daraus Kraft für schwierigere Phase schöpfen.

Ganz vermeiden lassen sich Stress und Anspannung aber wohl nicht. Pflegende sollten deshalb eine Strategie parat haben, um eigene Aggressionen in solchen Momenten entschärfen zu können. Das kann schon ein kurzer Blick aus dem Fenster oder tiefes Durchatmen sein. Werden Pflegebedürftige selbst aggressiv oder gewalttätig, sollten Angehörige sich selbst schützen: Mögliche Wurfgeschosse oder Schlagwaffen räumen sie am besten weg. Danach kann man versuchen, die Situation mit einer Ablenkung und ruhigem Zureden zu entschärfen.

Kommen Gewalt-Situationen öfter vor, egal von welcher Seite und in welcher Form, sollten sich die Betroffenen Hilfe holen. Mögliche Anlaufstellen sind zum Beispiel Ärzte oder Pflegefachkräfte, die Pflegekassen, Selbsthilfegruppen von Angehörigen oder Beratungs- und Hilfsangebote wie das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums.

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