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Bei einer Kunstausstellung in Potsdam kannst du sehen, wie viele winzige Pünktchen zum Bild werden.

Kunstausstellung
Sieht fast aus wie echt

Für Kinder
Uwe Stiehler / 19.01.2019, 13:00 Uhr - Aktualisiert 04.02.2019, 16:57
Potsdam (MOZ) Was ist die größere Kunst, etwas so zu malen, dass es so echt aussieht, als wäre es mit einer exzellenten Kamera fotografiert oder Dinge durch Verfremdung so darzustellen, dass sie die stärksten Eindrücke und Empfindungen hervorrufen?

Diese Frage beschäftigt Künstler schon sehr lange. Und besonders verbissen wurde über sie um das Jahr 1900 herum gestritten. Warum? Es war die Zeit, als sich die Fotografie etablierte und die Malerei davon befreite, so wirklichkeitsgetreu wie möglich sein zu müssen. Das konnten jetzt die Fotos und sie konnten es meistens besser als die Maler mit ihren Pinseln.

Was die gemalten den fotografierten Bildern allerdings voraus hatten, war ihre Wirkung und ihre Farbigkeit. Fotos ließen sich damals nur schwarz-weiß machen. Seit Jahrhunderten aber haben Maler mit Farbe und Licht experimentiert, damit ihre Bilder nicht nur Abbildungen sind, sondern die Menschen auch berühren.

Und dann, als die Dampfmaschinen große Fabriken und Eisenbahnen antrieben, als an den ersten Autos herum experimentiert wurden – die wie Pferdekutschen ohne Pferde aussahen – fingen die Maler an, die Natur zu verfremden. Sie überließen die Detailgenauigkeit der neuen Fotografie und versuchten durch ihre Bilder Stimmungen zu transportieren.

Und einer, der sich dafür einer besonders komplizierten Maltechnik bediente, war der Franzose Henri-Edmond Cross. Er malte nicht mit Pinselstrichen, sondern mit winzigen Pünktchen, die er mit dem Pinsel ganz dicht nebeneinander setzte. Wenn man sich ganz dicht vor seine Bilder stellt, sieht man nur bunte Punkte. Treten wir aber einige Schritte zurück, verbinden sie sich in unserem Auge zu einem Motiv.

Das kannst du selbst ausprobieren, wenn die jetzt mit Deiner Familie nach Potsdam ins Museum Barberini fährst. Das zeigt nämlich gerade die größte Ausstellung von Henri-Edmond Cross, die bisher in Deutschland zu sehen war. Da siehst du, wie er durch seine Pünktchentechnik – Pointilismus nennen sie die Fachleute – mit Farben und Licht spielt. Deshalb heißt die Ausstellung auch so: „Farbe und Licht“.

So zu malen ist allerdings sehr mühselig und zeitaufwendig, deshalb hat Cross auch weniger Bilder gemalt als seine Kollegen. Und warum hat dann nicht anders gearbeitet? Hat er, das wird auch in Potsdam gezeigt. Am Anfang malte er noch fast so wie fotografiert. Aber dann fragte er sich, wie kann man das darstellen: die Hitze, die von einer sonnenüberfluteten Landschaft aufsteigt, die Kühle eines Schattens, den Wind, der das Meer streichelt.

Ob ihm das gelungen ist, kannst Du in Potsdam selbst herausfinden. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre müssen im Museum Barberini übrigens keinen Eintritt bezahlen.

https://www.museum-barberini.com

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