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Auf die Botschaften ist selten Verlass

Fleischkonsum
Werbung oft Verwirrspiel für Kunden

Rinderhackfleisch mit einer Haltungskennzeichnung der Stufe "Bio" liegt in einem Supermarkt des Lebensmitteldiscounter Penny im Kühlregal. Deutschlands Discounter informieren bei Fleischprodukten immer öfter über die Haltungsbedingungen der Tiere.
Rinderhackfleisch mit einer Haltungskennzeichnung der Stufe "Bio" liegt in einem Supermarkt des Lebensmitteldiscounter Penny im Kühlregal. Deutschlands Discounter informieren bei Fleischprodukten immer öfter über die Haltungsbedingungen der Tiere. © Foto: Marius Becker/dpa
dpa-tmn / 08.02.2019, 16:22 Uhr
München Beim Fleischkauf müssen Kunden beachten, dass die Werbebotschaften im Handel oft irreführend sein können.

Darauf weisen die Verbraucherzentralen hin. Nach bundesweiten Stichproben in 17 Supermärkten und Discountern sprechen die Tester von einem Verwirrspiel. So werben Anbieter den Angaben zufolge häufig mit idyllischen Bildchen und Werbeslogans wie „Weidehaltung“, „mehr Platz“ oder „kleine Tiergruppe“. Damit wollen sie Kunden ködern, die mit gutem Gewissen Fleisch kaufen möchten. Doch die Botschaften seien selten verlässlich und nachvollziehbar.

So zeigte die Verpackung für ein Schweine-Minutensteak in der Stichprobe ein Foto mit frei herumlaufenden Schweinen. Das daneben abgebildete Haltungszeugnis der Stufe 1 entsprach jedoch lediglich dem gesetzlichen Mindeststandard der Stallhaltung.

Mit solchen Marketing-Tricks würden Verbraucher hinters Licht geführt. Ihre Erwartung von Fleisch aus vermeintlich besserer Tierhaltung werde nicht erfüllt, kritisiert die Verbraucherzentrale Bayern. Begriffe wie artgerecht, tiergerecht oder Tierwohl seien bislang rechtlich nicht geschützt und würden willkürlich genutzt.

Derzeit gebe es lediglich bei Geflügel festgeschriebene EU-Vermarktungsnormen. Bezeichnungen wie „extensive Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ und „bäuerliche Freilandhaltung - unbegrenzter Auslauf“ seien eindeutig definiert. Sie schreiben genau vor, wie viel Platz die Tiere haben, wie groß ihr Auslauf ist und wie sie gefüttert werden. Solche Vorgaben unter anderem für Ställe, Transport und Schlachtung sieht auch das von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplante Tierwohlkennzeichen vor. Das staatliche Label soll voraussichtlich ab 2020 zunächst für Schweinefleisch in den Handel kommen.

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