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Wie Eichhörnchen über den Winter kommen und wie an ihnen helfen kann

Nüsse her!
Eichhörnchen sind Überlebenskünstler

Eichhörnchen sind ziemliche Überlebenskünstler.
Eichhörnchen sind ziemliche Überlebenskünstler. © Foto: Wolfgang Ewert
Für Kinder
Antje Scherer / 09.02.2019, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Was ist rot, manchmal auch braun oder sogar schwärzlich, mag Nüsse und hat superflauschige Ohren?

Klar, ein Eichhörnchen. Im Moment kann man sie gut erkennen, weil die Bäume keine Blätter tragen: ganz bestimmt hast du im Garten oder im Park schon mal eines gesehen. Wie viele hier bei uns leben, das kann keiner genau sagen, erzählt Christiane Schröder. Sie ist Geschäftsführerin beim Nabu (Naturschutzbund) in Potsdam. Ihr Verband hat deshalb einen Aufruf gestartet, Eichhörnchen zu zählen; Ergebnisse gibt es aber noch nicht.

Hörnchen machen keinen Winterschlaf wie zum Beispiel Igel, erklärt sie. Sie lassen zwar alles ruhiger angehen und bleiben öfter im Kobel (so heißt ihr Nest), aber ihre Körpertemperatur verändert sich nicht. Das bedeutet, dass sie den ganzen Winter hindurch Nahrung brauchen – obwohl ja nichts wächst. Was tun? Sie können ja schlecht, so wie wir, in den Supermarkt gehen. Deswegen ernten sie im Herbst große Mengen Nüsse und Samen und verstecken die Vorräte in vielen kleinen Verstecken. Manche Arten hamstern 10.000 Nüsse – und finden die allermeisten wieder!

Gibt es denn Erntesorgen bei den Hörnchen-Familien, weil dieser Sommer so heiß und trocken war? „Das ist schwer zu sagen“, meint Christiane Schröder. An einigen Orten in Brandenburg gab es trotzdem sehr viele Nüsse, woanders war es spärlicher. Man müsse sich um die Eichhörnchen aber keine großen Sorgen machen, meint sie, „zur Not graben die auch Wurzeln aus.“ Am liebsten fressen sie Nüsse, Früchte und Samen, auch mal Pilze, Insekten oder ein Vogelei. Sie sind sehr gute Aufräumer; sie durchsuchen Laub so gründlich, bis sie jeden Zapfen und jede Blaubeere gefunden haben.

Sie sind ohnehin ziemliche Überlebenskünstler – „am liebsten haben sie Mischwälder, aber sie geben sich auch mit einem Park zufrieden“. Wer ihnen jetzt helfen will, kann sie mit Nüssen und Samen füttern, „aber in Maßen“, sagt Schröder, „und bitte die Futterstelle sauber halten“. Statt Frost könneeher schon ein sehr warmer Winter ein Problem werden, weil sie dann zu aktiv sind, zu viel Energie verbrauchen (also viele Nüsse knabbern) – und dann fehlt ihnen im Frühling Futter.

Am meisten Stress macht den Nagetieren der Straßenverkehr. Manchmal passiert es, dass eine Mutter überfahren wird – das kann der Grund sein, wenn man ein ungewöhnlich zutrauliches kleines Eichhörnchen alleine antrifft. Wenn ganz sicher ist, dass es keine Mutter mehr gibt, kann man sie in einer Auffangstation abgeben. Auch Christiane Schröder hat schon mal zwei Waisen aufgezogen.

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