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Eine Professorin erklärt bei der Kinderuni, wie der Klimawandel Brandenburg verändern wird

Klimawandel
Heiße Zeiten

Für Kinder
Antje Scherer / 16.02.2019, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Was fällt dir ein, wenn du an den vergangenen Sommer denkst? Ganz bestimmt eins: Wärme!

Es gab viele sonnige Tage, an denen man ins Freibad oder in den See springen konnte. Das ist schön – einerseits. Aber vielleicht hast du auch von einigen Schattenseiten der Hitze gehört: Den Pflanzen und Tieren fehlte Wasser, Bauern konnten zu wenig ernten, weil das Korn vertrocknet ist, und es gab viele und heftige Waldbrände.

Dieser ungewöhnliche Sommer ist nicht einfach von selbst gekommen, sagt Professorin Uta Steinhardt (54). Sie forscht an der Hochschule Eberswalde unter anderem zum Klimawandel und überlegt sich Ideen, wie die Menschen damit umgehen sollten.

Es ist kein Zufall, dass gerade hier bei uns zu diesem Thema geforscht wird: Brandenburg ist praktisch ein Testlabor – nirgends in Deutschland regnet es so wenig und verdunstet so viel Wasser. Hier kann man schon früher als im Rest von Deutschland sehen, wie sich der Klimawandel anfühlt. Und wie genau muss man sich den nun vorstellen? „Es wird mehr Extremereignisse geben – mehr extrem heiße Tage, mehr Starkregen, mehr Stürme“, erklärt die Professorin für Landschaftsökologie und Landnutzungsplanung.

Und wann kommt dieser Wandel? „Wir sind mittendrin“, sagt sie, „und tun gut daran, uns darauf einzustellen.“ Sie schlägt zwei Sachen vor: mehr Klimaschutz und gleichzeitig aber auch Anpassung.

Im Wald bedeutet das zum Beispiel, dass die Waldbrandgefahr steigt und sich bestimmte Schädlinge stark vermehren. Und für die Landwirte, dass manche Sorten einfach nicht mehr wachsen. Und für uns alle, dass Straßen und Häuser wahrscheinlich öfter überschwemmt werden.

„Wir müssen uns für jedes dieser Probleme Lösungen ausdenken“, beschreibt sie. Es könnte künftig auch öfter Streit um Wasser geben – in einem heißen Sommer zum Beispiel, weil Bauern und Anbieter von Paddeltouren gern zusätzliches Wasser hätten, aber in manchen Gegenden nicht genug für alle da ist. Und wenn es dann regnet, kann der ausgetrocknete Boden ihn nicht aufnehmen, und die Kanalisationen fließen über – „dann will keiner das Wasser.“

Sie forscht zum Beispiel an Möglichkeiten, dieses Wasser zu speichern – und sammelt auch Ideen, wie unterschiedliche Gruppen über die Verteilung von Wasser reden können. Denn sie glaubt, dass nur Lösungen Sinn machen, die die Menschen verstehen und akzeptieren. Am besten klappe, was möglichst nah an der Natur sei. „Eine gute Humus-Schicht auf dem Acker funktioniert viel besser als ein künstlich angelegtes Becken.“

Vortrag bei der Kinderuni der Europa-Universität Frankfurt (Oder) am 27. Februar, Start der Kinderuni am Mittwoch, weitere Termine 6./13. März, je 16 Uhr, Anmeldung unter https://www.europa-uni.de/kinderuni

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