Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wellensittiche
Plötzlich Vogel-Mutter

Dank  „Jugend forscht“ sehen Emil und Rilana ihre Wellensittiche mit ganz neuen Augen.
Dank „Jugend forscht“ sehen Emil und Rilana ihre Wellensittiche mit ganz neuen Augen. © Foto: Antje Scherer
Für Kinder
Antje Scherer / 23.02.2019, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ob die Vögel wohl in der Tasche versteckt sind? Im Klassenzimmer ist nirgends ein Käfig zu sehen.

Rilana (12) guckt empört: „Die hab ich doch nicht mitgebracht – das wäre für die viel zu stressig!“ Dafür zeigt die Sechstklässlerin Fotos. Zu sehen sind drei winzige nackte Wesen. Vogelbabys. Und Rilana ist ihre Ersatzmutter. Die echte Vogelmutter starb zwei Wochen nach dem Schlüpfen der Jungen.

Rilana hatte sich schon im Herbst für „Jugend forscht“ angemeldet – dass ihr Projekt „Vom Ei zum flugfähigen Wellensittich“ so dramatisch werden würde, hatte sie natürlich nicht geplant. „Es war eine kritische Situation“, sagt sie. Sie hatte nachgelesen, dass Wellensittich-Väter einspringen und sich um die Jungenkümmern – aber meist erst ab der vierten Lebenswoche. Peanut, das kleinste (37 Gramm) und jüngste Vögelchen, hat Rilana mehrmals am Tag mit einer Spritze ohne Nadel gefüttert. Mit Haferflocken, gemixt mit lauwarmem Wasser. Die Fütterung von Pepsi und Popcorn übernahm tatsächlich der Vogelvater. „Er hat das super gemacht“. Es sei schon „sehr, sehr anstrengend“ gewesen, gibt sie zu.

Auch Emil (11) beschäftigt sich seit Wochen intensiv mit Wellensittichen. Eine Stunde lang hat er seinen Vogel Harry jeden Tag beobachtet – und seine Sprache gelernt. „Wenn draußen Vögel auffliegen, dann schreit er“, erzählt der Junge. Vermutlich sei das ein Warnsignal an seine menschliche Familie. Wenn er dagegen entspannt sei, „dann plaudert er richtig gerne“.

Was Harrys Verhalten und Töne bedeuten könnten, hat er in Büchern und im Internet nachgelesen. In einem ist sein Vogel aber sehr ungewöhnlich: „Er mag Staubsauger!“ Auch Harry wird Ende Februar im Wettbewerb nicht persönlich der Jury präsentiert, „das wäre blöd für ihn; er darf immer frei im Zimmer fliegen“ - stattdessen zeigt Emil Film- und Tonaufnahmen und eine Mappe über sein Projekt.

Die Grundschule Am Mühlenfließ in Frankfurt (Oder) ist eine von ganz wenigen Grundschulen, die bei „Schüler experimentieren“ mitmacht; das ist bei „Jugend forscht“ die Kategorie für die Jüngeren bis 14 Jahre. Insgesamt ist das Interesse aber wieder sehr groß: 83 Teilnehmer sind angemeldet. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit Robotern, die man mit Gedanken kontrollieren kann! Der betreuende Lehrer an der Grundschule, Robert Volkmann, lobt Rilana und Emil: „So eine Arbeit neben der Schule – das schafft nicht jeder!“

Jugend forscht - Ostbrandenburger Regionalwettbewerb, am 28. Februar im Zentrum für Erneuerbare Energien „Hermann Scheer“, Brunnenstraße 26a, 16225 Eberswalde; ab 13.30 Uhr offen für Besucher, die Veranstaltung wird organisiert und unterstützt vom Energieunternehmen EWE; Infos www.jugend-forscht.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG