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Von wegen nur Osterglocken
Der Stammbaum der schönen Narzissen

Linda Burder (r) und ihre Tochter Jolene Burder pflücken Narzissen während der Erntezeit auf einem Feld der Gärtnerei Hollam.
Linda Burder (r) und ihre Tochter Jolene Burder pflücken Narzissen während der Erntezeit auf einem Feld der Gärtnerei Hollam. © Foto: dpa/Andrew Matthews
dpa-tmn / 10.03.2019, 15:20 Uhr
Berlin (dpa-tmn) Die im Garten beliebten Osterglocken sind Narzissen. Aber nicht alle Narzissen sind Osterglocken.

Das klingt verwirrend - ist es aber gar nicht. Narzissen sind eine Gattung, also eine größere Gruppe verwandter Pflanzen. Nur ein Teil davon sind die Osterglocken, die sich im Frühjahr und insbesondere rund um das Fest zeigen (Narcissus pseudonarcissus ssp. obvallaris).

Zu der Gruppe gehört eine große Vielfalt an weiteren Arten und Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben und -formen. Es gibt sogar Weihnachts-Narzissen (Narcissus papyraceus). "Sie sind die einzigen, die keine Kälteperiode brauchen bevor sie im Frühjahr oder zu Weihnachten blühen können", erklärt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin.

Welche Varianten der frühlingsblühenden Sorten sind empfehlenswert?

Im Handel findet man vor allem Trompetennarzissen, deren Blüten wie das Endstück des Instrumentes wirken, sowie Varianten mit besonders großen Kronen und Tazetten, die Blütendolden statt Einzelblüten bieten. Beliebt sind aber auch Miniatur-Narzissen. Sie kommen gut im Steingarten zur Geltung, erläutert Van Groeningen. Sie empfiehlt die einfach blühenden Sorten ’Segovia’ und ’Lieke’ sowie die Reifrock-Narzisse (Narcissus bulbocodium).

iBulb, ein Zusammenschluss von Betrieben der Zwiebelblumenbranche, hat die Blumenzwiebel des Jahres 2019 gekürt: Es sind die gefüllt blühenden Narzissen. Beispiele dafür mit ungewöhnlicher Optik sind die apricot-weiß blühende Narzisse ’Replete’ und die schneeweise ’Ice King’. Auch die Sorte ’Rip van Winkle’ mit spitz zulaufenden Blütenblättern und die noch recht junge Sorte ’Peach Cobbler’ gehören dazu. Unter den Miniatur-Narzissen gehört ’Tête Bouclé’ zu den gefüllt blühenden Varianten. Darüber hinaus empfehlen die Experten für den Topf die Sorte ’Bridal Crown’.

Ich will Narzissen im Garten haben. Wann setze ich sie?

Normalerweise im Herbst. Denn Narzissen brauchen den Kälteimpuls, um auszutreiben und zu erblühen. Wer das vergessen hat, kann im Frühling zu vorgetriebenen Blumenzwiebeln greifen. Sie werden laut iBulb im Handel von Januar bis zum Osterfest angeboten.

Sollte ich Narzissen nach der Blüte entfernen?

Nötig ist das nicht. Narzissen können lange am Standort weiterwachsen und jedes Jahr aufs Neue erblühen, wenn sie sich wohlfühlen. Teilweise können sie sich sogar vermehren, indem sich die Zwiebeln teilen. "Die Pflanzen brauchen einen frischen, nährstoffreichen und nicht zu leichten Boden", erläutert Uli Lessnow, Leiter der Fachgruppe Blumenzwiebeln und Rhizome in der Gesellschaft der Staudenfreunde. "Staunässe ist in jedem Fall zu vermeiden." Manche Gärtner wechseln den Standort alle drei bis vier Jahre, da dann der Boden am alten Platz ausgelaugt ist. Alternativ lassen sich die Zwiebeln ausgraben und mit einer Lage frischem Kompost wieder einsetzen.

Meine Narzissen blühen nicht mehr, was kann ich tun?

Gelassen abwarten. "Bei mir gibt es manchmal keine Blüten, nur grüne Blätter, und im Jahr darauf sind dann wieder eine ganze Reihe blühender Pflanzen vorhanden", berichtet Lessnow. Denn dann vergehen die alten Zwiebeln und neue werden gebildet. Ein Bestand kann so zehn Jahre oder länger bestehen, hat sich zwischenzeitlich aber innerlich erneuert.

Wie versorge ich Narzissen dauerhaft gut?

Im Frühjahr erhalten Narzissen viel Wasser und einen Zwiebeldünger, alternativ ein kalireiches Produkt. Das Laub darf erst abgeschnitten werden, wenn es welk und braun geworden ist. Nur so kann die Pflanze die Nährstoffe aus dem Grün noch abziehen und in der Zwiebel speichern. Im Sommer möchten die Zwiebeln lieber etwas mehr Trockenheit zum Ausreifen.

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