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Eine Premiere ist für Theaterleute immer etwas Besonderes – auch im Frankfurter Theater des Lachens

Premiere
"Toi, toi, toi" und ein Tritt in den Po

Für Kinder
Stephanie Lubasch / 23.03.2019, 12:00 Uhr - Aktualisiert 24.03.2019, 13:31
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Frankfurter Theater des Lachens ist es ein festes Ritual: Nach einer Premiere gibt es für die Schauspieler immer Blumen  – und für das Publikum Apfelsaft und Kuchen: bunten Streuselkuchen, Käsetorte und natürlich mit weißer und dunkler Schokolade überzogene Mini-Schaumküsse.

Auch vor Kurzem war das wieder so, als das Stück "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?" zum ersten Mal aufgeführt worden ist. Das nämlich verbirgt sich hinter dem Wort Premiere: die erste Aufführung eines Theaterstückes, einer Oper, eines Musicals oder eines Filmes. Sogar Bücher und CDs können eine Premiere feiern, neue Autos oder Möbel – dann, wenn sie erstmals öffentlich vorgestellt werden.

Eine Premiere ist also immer etwas Besonderes. Klar, dass alle, die damit zu tun haben, vorher ganz schön aufgeregt sind. Im Theater des Lachens war das gerade vor allem die Puppenspielerin Irene Winter, die in der neuen Inszenierung ganz allein auf der Bühne steht.

"Ich bin immer sehr aufgeregt", verrät sie. Dieses Mal hätten ihr die Beine sogar so doll geschlackert, dass sie sich einen Stuhl habe hinter die Bühne stellen müssen, um sich kurz hinzusetzen. Nach der Premiere sei es dann aber ganz anders: "Wenn es ein schönes Stück ist, mit dem man sich richtig wohlfühlt, dann ist man nach der Premiere ganz glücklich und erleichtert."

Damit nichts schief geht, haben die Theaterleute übrigens ein paar Rituale, also Sachen, die sie immer wieder machen, um sich gegenseitig gutes Gelingen zu wünschen. Zum Beispiel sagen sie einander "toi, toi, toi" über die linke, die "Herz"-Schulter, wie Theaterchef Torsten Gesser erzählt. Ganz wichtig: Man darf danach nicht "danke" sagen, das bringt angeblich Unglück. Von ihren polnischen Kollegen haben die Frankfurter übbrigens noch etwas anderes gelernt: "Dort tritt man sich von hinten mit dem Knie in den Po, um sich Glück zu wünschen."

Ein weiteres Ritual, das Irene Winter und ihre Kollegen pflegen, ist, dass man sich, bevor es losgeht, hinter der Bühne noch etwas schenkt. "Eine Kleinigkeit", erzählt die Puppenspielerin. "Meist etwas, das zum Stück passt." Sie selbst hat dieses Mal kleine Hasen verschenkt.

Das sei einfach ein kleines Dankeschön an alle, die zum Gelingen einer Vorführung beitragen. Denn selbst, wenn Irene Winter nur allein auf der Bühne zu sehen ist: Im Hintergrund haben auch Regisseur, Ausstatter und Techniker an der Inszenierung mitgearbeitet. Darum bekommen sie ebenfalls nach der Premiere noch einmal Blumen geschenkt. Und, wenn alles gut gelaufen ist so wie bei der ersten Aufführung von "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?", einen donnernden Applaus vom Publikum.

Fast jeder Schauspieler hat aber auch schon mal eine Premiere erlebt, die daneben gegangen ist. Bei ihr, erzählt Irene Winter, habe zum Beispiel mal ein goldener Vorhang geklemmt, mit dem sie eigentlich auf der Bühne habe spielen sollen. "Der ging einfach nicht mehr auf." Und dann habe eine Puppe mal ein Bein verloren. Da Irene Winter aber schon ganz lange Puppenspielerin ist, fällt ihr in solchen Momenten dann meist eine lustige Bemerkung ein – und das Publikum findet die Panne gar nicht mehr schlimm.

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