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Kinderkonferenz
Auch mal Bestimmer sein

Kinderkonferenz in Strausberg
Kinderkonferenz in Strausberg © Foto: Gerd Markert
Für Kinder
Antje Scherer / 06.04.2019, 12:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Gesetze, Bundestag, Parlament – bist du noch wach? Gut so. Denn Politik mag zwar langweilig klingen, ist es aber gar nicht.

Politiker entscheiden über alle möglichen Dinge – ob ein neuer Spielplatz gebaut wird oder auch wie viele Papierkörbe es in einer Stadt gibt. Dass viel Müll herumliegt, nervt zum Beispiel Kinder in Strausberg.

Auch Marci (11), die in der Stadt nahe Berlin seit Kurzem im Kinder- und Jugendparlament ist. In einem Parlament sitzen Politiker, die vom Volk gewählt worden sind und entscheiden über wichtige Dinge im Staat. Auch Marci ist gewählt, zusammen mit 29 anderen Kinder und Jugendlichen.

Vorher musste sie einen Steckbrief ausfüllen und für sich werben. Im Moment dürfen sie und ihre neuen Kollegen noch nicht viel entscheiden und haben auch noch (fast) kein Geld, das sie ausgeben dürfen, aber das soll nach und nach ausgebaut werden. Ein extra Parlament für Kinder gibt es leider nicht in jeder Stadt.

In Strausberg gibt es zusätzlich noch eine Kinderkonferenz; da treffen sich einmal pro Jahr ungefähr 100 Kinder in einer Halle und sprechen über Themen wie Mobbing oder die Spielplätze in der Stadt. Marci und ihre Freundinnen Lea und Mia von der Grundschule am Wäldchen waren im Januar dabei und haben sogar einen Workshop geleitet.

Puh, waren sie nicht aufgeregt? "Doch, sogar sehr", sagt Mia. "Aber die anderen haben das gemerkt und waren sehr lieb." Vor Aufregung haben sie glatt ihre vorbereiteten Karteikärtchen vergessen – aber es ging dann auch so sehr gut.

Gefragt wurde bei der Veranstaltung auch, was die Kinder in Strausberg gerne ändern würden. "Besseres Schulessen, einen Bolzplatz, den Schulhof mitgestalten", zählen die Mädchen auf. Mit Mitbestimmung haben die drei schon Erfahrung: alle waren schon mal Klassensprecherinnen. Dabei haben sie erlebt, dass sie durchaus etwas verändern können. Aber auch, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, Macht zu haben.

Was würde Marci denn in ihrer Heimatstadt gerne anders machen? "Wir haben kein Kino!", sagt sie. "Ja, und in Strausberg wird richtig viel gebaut, es sollte mehr Grünflächen geben. Kinder spielen lieber auf Rasen – da kann man viel besser Handstand machen", sagt Lea.

So etwas kann Marci bald persönlich der Bürgermeisterin sagen – das Kinder- und Jugendparlament trifft sich nämlich einmal im Jahr mit ihr. Ansonsten hat es in allen Ausschüssen des Erwachsenparlaments ein Rederecht. Bezahlt werden die jungen Politiker zwar nicht – dafür gibt’s bei den Sitzungen Gummibärchen.

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