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Schorle und Schläfchen
So kommen Senioren gut durch den Sommer

Viel trinken – und im Sommer etwas mehr: Wasser und Co. sind bei Hitze überlebenswichtig, gerade für die etwas Älteren.
Viel trinken – und im Sommer etwas mehr: Wasser und Co. sind bei Hitze überlebenswichtig, gerade für die etwas Älteren. © Foto: Christin Klose/dpa
dpa / 12.05.2019, 15:59 Uhr
Bonn (dpa) Eine Jahreszeit zum Fürchten? Gerade für Ältere ist der Sommer nicht ganz ungefährlich. Mit ein paar Tipps bleiben Senioren aber locker auf der Sonnenseite. Allen voran: viel Wasser, viel Creme – und eine Siesta.

Wärme macht glücklich, Hitze macht schlapp. Die wärmste Jahreszeit ist voller Gegensätze, gerade für Senioren. "Der Sommer kann für Ältere hinreißend sein, aber auch hochgefährlich", sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA).

Wer im Alter den Sommer richtig genießen will, sollte deshalb ein paar Tipps beachten. Allen voran den Klassiker: Trinken, trinken und dann noch etwas trinken. Das gilt unabhängig vom Alter. Denn Senioren brauchen nicht mehr Flüssigkeit als Jüngere - sie merken aber nicht so schnell, wenn ihnen welche fehlt. "Im Alter nach Gefühl zu trinken ist falsch", warnt Sowinski. "Denn das Durstgefühl lässt im Alter nach, das kann also trügerisch sein."

Stattdessen rät die Expertin, nach einem festen Plan zu trinken. "1,5 Liter pro Tag sind auch bei älteren Menschen der von uns empfohlene Orientierungswert", sagt Theresa Stachelscheid von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Allerdings ist dieser Wert wirklich nur Orientierung - individuell kann es auch mehr oder weniger sein. Und im Sommer muss es ohnehin etwas mehr sein. "Wie viel mehr, hängt unter anderem davon ab, wie jemand körperlich aktiv ist", so die Expertin. Manche Menschen sollten aber auch nicht ganz so viel trinken: "Bei Krankheiten wie Schädigungen der Nieren oder einer Herzinsuffizienz kann es nötig sein, die tägliche Flüssigkeitsmenge zu begrenzen."

Ingrid Dänschel aus dem Vorstand des Deutschen Hausärzteverbands plädiert ebenfalls dafür, es auch im Sommer nicht zu übertreiben. "Einfach unbegrenzt immer mehr zu trinken, ist irgendwann auch nicht mehr gut für das Herz", sagt sie.

Schmecken darf das Getränk übrigens auch. Denn Wasser ist natürlich in der Regel die beste Wahl - nur ein wenig langweilig. Die DGE rät da zum Aufpeppen, mit Ingwer oder Orangenscheiben etwa. Sogar Saft ist nicht tabu, sagt Dänschel, im Gegenteil: "Besser als Wasser kann eine Saftschorle aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser sein."

Mit dem Trinken allein ist es im Sommer aber noch nicht getan. "Irgendwann gibt es mehr Hitze, als man überhaupt trinken kann", sagt Sowinski. Sie rät daher, zumindest im Hochsommer den Tagesrhythmus zu ändern. "Also relativ früh aufstehen, die Wohnung lüften und Dinge wie Einkaufen erledigen. Und dann wirklich schon um 11.00 Uhr die Fenster wieder schließen, die Wohnung abdunkeln und einen langen Mittagsschlaf machen."

Auch morgens und abends gilt allerdings: Nicht ohne Sonnenschutz aus dem Haus gehen. Eine Kopfbedeckung ist Pflicht, genau wie Sonnencreme. "Die Sonnenschäden aus der Kindheit oder Jugend kommen in vielen Fällen erst im Alter zu Tage", sagt Dänschel. "Gerade diese geschädigten Hautstellen sollte man dann besonders schützen und mindestens mit Lichtschutzfaktor 30 eincremen." Wichtig außerdem, so die Ärztin: Stirn und Kopfhaut, vor allem bei Männern mit Glatze, sowie die Ohren.

Derart geschützt, spricht dann nichts gegen einen Ausflug in die Sonne - im Gegenteil. Denn da zeigt sich, dass der Sommer auch seine guten Seiten hat: "Die Sonne ist auch ein Therapeutikum. Licht und Wärme wirken sich positiv auf alle möglichen Körpervorgänge aus", sagt Sowinski.

So sei Helligkeit zum Beispiel ein Antidepressivum. "Und Menschen mit Gelenk- und Knochenproblemen, die in Herbst und Winter unter kalt-klammer Luft leiden, fühlen sich von der Sonne richtig durchgewärmt."

Generell ist gesunde Ernährung, die Spaß macht, im Sommer leichter. "Es gibt eine große und bunte Auswahl an heimischem Obst und Gemüse - das ist nicht nur nachhaltiger, sondern häufig auch nährstoffreicher", sagt DGE-Expertin Stachelscheid. "Denn bei Obst und Gemüse aus Übersee ist der Nährstoffgehalt durch die lange Lagerung und den Transport oft geringer."

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