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Ausstellung
Comics hinter Glas

Für Kinder
Stephanie Lubasch / 25.05.2019, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Eine Ausstellung in Frankfurt (Oder) zeigt, dass auch Bildergeschichten große Kunst sein können.

Mit den Comics ist es so eine Sache. Wenn du selbst gern welche liest, kennst du das sicher: Viele Leute rümpfen die Nase und meinen, du solltest vielleicht lieber mal zu einem richtigen Buch greifen. Sprechblasen, kurze Texte – und dann immer diese Ausrufe: "Zisch, boing, bang!" Das sei doch keine Literatur! Und auch keine richtige Kunst, finden viele Experten für klassische Malerei und Grafik.

Ulrike Kremeier, die Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), sieht das ein bisschen anders. Für sie sind viele Graphic Novels, wie man die Comics im Buchformat auch nennt, gar nicht so weit von der klassischen Malerei entfernt. Um das zu zeigen, hat sie zwei Zeichner und eine Zeichnerin jetzt eingeladen, gemeinsam im Frankfurter Packhof auszustellen.

Georg Barber, der unter dem Namen Atak arbeitet, ist selbst Frankfurter, lebt aber mittlerweile in Berlin. Schon mit 13 hat er sich an eigenen kleinen Strips versucht, Szenen abgemalt und dazu eigene Texte gestellt. Das war noch zu Zeiten der DDR, wo Comic-Hefte mit Donald Duck und Lucky Luke verboten waren.

Heute ist Barber 51 Jahre alt und nicht nur selbst ein anerkannter Zeichner. Als Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle bringt er auch jungen Künstlern bei, wie man gute Graphic Novels zeichnet. In der Frankfurter Ausstellung kann man von ihm zum Beispiel seine Illustrationen zum Buch "Der geheimnisvolle Fremde" von Mark Twain sehen. Dort geht es um den neuen Spielkameraden einiger Dorfjungen – den Teufel höchstpersönlich.

Georg Barber war elf, als ihm die Geschichte zum ersten Mal in die Finger fiel. Sie habe ihn damals regelrecht "umgehauen". Vor ein paar Jahren hat er dann einen Comic draus gemacht – so wie meist in seinen Bildern mit kräftigen Farben und bis in den letzten Winkel ausgefüllt mit jeder Menge fantasievoller Details. Diese Zeichnungen nun in einer Ausstellung anzuschauen, das ist auch ohne den dazu gehörigen Text richtig spannend.

Etwas, das auch für die Bilder von Anke Feuchtenberger und von dem Franzosen Blexbolex gilt, die das Zeichnertrio komplett machen. Blexbolex ist in der Comicwelt ein Superstar; er hat bereits mehr als 50 Bücher gestaltet. In Frankreich sind Comic und Graphic Novel als Kunstform übrigens viel anerkannter als in Deutschland. Von dort kommt auch die Geschichte, mit der einst Ulrike Kremeiers Liebe zum Comic begann: "Tim und Struppi".

Noch bis 2. Juni, Di–So 11–17 Uhr, BLMK, Packhof, C.-Ph.-E.-Bach-Str. 11, Frankfurt (Oder), Tel. 0335 4015629

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