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Neue Regeln auf Mallorca
Augen auf bei der Ferienhaus-Miete

Urlaubstraum. Eigenes Haus mit Pool auf Mallorca. Seriöse Anbieter sind wichtig.
Urlaubstraum. Eigenes Haus mit Pool auf Mallorca. Seriöse Anbieter sind wichtig. © Foto: fincallorca
Redaktion / 21.06.2019, 11:53 Uhr - Aktualisiert 21.06.2019, 12:51
Palma de Mallorca (MOZ) Seit jeher ist Mallorca als der Deutschen liebste Insel bekannt. Viele Urlauber sind jedes Jahr dort und inzwischen ist weitläufig bekannt, dass die Baleareninsel ein echtes Traumziel ist – auch und vor allem abseits von Ballermann und Partymusik. Zwar werden aktuell deutlich weniger Buchungen auf der Baleareninsel verzeichnet als in den Vorjahren, dies liegt aber vor allem am Brexit und an den starken Tourismusregionen im östlichen Mittelmeer, zum Beispiel der Türkei. Dennoch bleibt es dabei: Mallorca isteines der Top-Ziele der Deutschen.

Durch den kontinuierlich großen Ansturm hat die Insel seit Jahren mit dem sogenannten "Overtourism" zu kämpfen. Damit sind Probleme gemeint, die zwischen Einheimischen und Besuchern an stark besuchten Zielen entstehen. Insbesondere die Angebote vonPlattformen zur privaten Wohnungsvermittlung, Kreuzfahrt-Reedereien und Billig-Airlines verstärken die Besucherströme und sorgen für große Schwierigkeiten. Auf Mallorca ist das zum Beispiel die Wohnungsnot, vor allem in der Hauptstadt Palma. Dort werden immer mehr Wohnungen für Touristen angeboten, die lokale Bevölkerung wird verdrängt, Mietverträge nicht verlängert, um mit Ferienwohnungen mehr Profit zu machen.

Im Sommer 2018 griffen der mallorquinische Inselrat und der Stadtrat von Palma de Mallorca erstmals durch: Mit einem umfangreichen Bündel restriktiver Maßnahmen und dem Entwurf einer Zonen-Regelung sollte vor allem dem Wildwuchs bei der Anzahl an Gästebetten der Kampf angesagt werden. Zu stark vom Tourismus frequentierte Regionen sollten dabei entlastet werden. Andere Teile Mallorcas – so der Plan des Inselrates – sollten durch die Maßnahmen dagegen verstärkt vom Tourismus profitieren. Dabei beziehen sich die neuen Regeln allerdings nicht auf bereits bestehende Lizenzen, sondern lediglich auf neu hinzukommende Objekte.

Im Detail ist rund ein Drittel der Insel zur "grünen Zone" erklärt worden, in der es künftig gar keine neuen Gästebetten mehr geben darf. In Industrie- und Gewerbegebieten darf ebenfalls nicht vermietet werden. Der Rest der Insel teilt sich - sowohl an der Küste, also auch im Inselinneren - in "gesättigte" und "nicht gesättigte" Gebiete. In den gesättigten darf nicht neu vermietet werden, in den nicht gesättigten soll der Tourismus durch den neuen Zonenplan gefördert werden. Zudem gibt es die gelbe Zone, in der die ganzjährige touristische Ferienvermietung einzig in Einfamilienhäusern gestattet. Einzelne Wohnungen dürfen lediglich an maximal 60 Tagen im Jahr vermietet werden – sprich eine Nutzung als reine Ferienunterkunft ist hier nicht möglich.

Ein Problem ist natürlich auch: Neben den vielen lizenzierten Ferienobjekten, die sich an die neuen Zonenregeln halten müssen, gibt es auch eine Vielzahl nicht lizensierter Objekte, also Wohnungen oder Ferienhäuser, die illegal und weitgehend unbehelligt an Urlauber vermietet werden. Auch hier sollten die Maßnahmen des Inselrates ansetzen. Und tatsächlich: Die Zahl illegaler Ferienvermietungen ist seit der Einführung der Gesetze kontinuierlich gesunken. Im Gegenzug gibt es eine Steigerung bei den lizenzierten Häusern. Dazu beigetragen hat sicher auch ein erstes Gerichtsurteil gegen einen "Riesen" im Bereich der Privatwohnungs-Vermieter der für seine nicht-lizenzierte Vermietung im großen Stil im Februar 2019 rund 300.000 Euro Strafe zahlen musste.

"Weg von den Bettenburgen in den touristischen Zentren, hin zu einem verstärkten Individualtourismus in den ländlichen Gebieten der Insel: Das Vorhaben der Inselregierung zur Reglementierung ist die umfangreichste Initiative ihrer Art und kommt zum richtigen Zeitpunkt. Es gilt die Weichen zu stellen, um den Tourismus auf der Insel zum Wohle der Mallorquiner und dem Schutz der Natur nachhaltig und behutsam weiterzuentwickeln. Wir begrüßen insbesondere die Absicht des Inselrates, bislang deutlich unterrepräsentierten Regionen die Chance einzuräumen, künftig verstärkt am Tourismus teilzuhaben. Von der angestrebten Umverteilung profitieren am Ende des Tages Menschen, an denen der Tourismusboom bislang vorbeiging", so Elvira Touati, Geschäftsführerin von fincallorca.de, dem Marktführer bei der offiziellen Vermittlung von Fincas und Ferienhäusern auf Mallorca.

Aber was bedeutet das alles für den Urlauber? Welche Risiken drohen und wie findet er einen seriösen Vermieter? Die große Gefahr ist natürlich, dass der Mallorca-Reisende einem Betrüger aufsitzt: Er bucht beispielsweise über das Internet, der Vermieter erhält die Rate und gegebenenfalls auch noch die Kaution vorab ‒ was durchaus üblich ist. Danach hört der Urlauber allerdings nichts mehr von seinem vermeintlichen Traumobjekt. Bei Prüfung durch Inspektoren des Tourismusministeriums wird dann festgestellt: Das Objekt steht gar nicht zur Vermietung. Das Haus gehört einem nichtsahnenden Mallorquiner, der nichts davon wusste, dass sein Haus im Internet zur Vermietung angeboten wird. Der angebliche Vermieter ist nicht auffindbar, das Geld ist weg und die Ferien fallen ins Wasser.Ähnlich kann es auch ablaufen, wenn Urlauber zum vermeintlich gebuchten Objekt fahren und erst vor Ort merken, dass die Immobilie gar nicht existiert. Auch hier ist das bereits bezahlte Geld weg.

Die zweite Gefahr besteht darin, dass ein Anbieter zwar ein echtes Objekt zu vermieten hat, allerdings keine Lizenz hat und zwischen der Buchung und dem Reisedatum "auffliegt". Damit muss der geplante Urlaub auch ausfallen. Auf der sicheren Seite ist nur, wer bei einem lizenzierten Vermieter bucht. Für registrierte Immobilien vergibt das Tourismusministerium diese Lizenznummern. Diese müssen auf der Webseite der Immobilie oder des Vermittlers angegeben werden.

Wer das Risiko für Online-Betrug bei der Ferienbuchung noch weiter verringern möchte, sollte eine ganze Reihe von Sicherheitsmerkmalen beachten. Ganz grundsätzlich müssen bei jedem angebotenen Feriendomizil auf der Online-Plattform die vollständige Adresse und alle Kontaktdaten des Anbieters angegeben sein. Vorsicht: Wenn nur eine E-Mail-Adresse oder eine Handy-Nummer genannt wird, empfiehlt es sich nicht zu buchen. Außerdem gilt es zu beachten, dass sich Urlauber bei der Buchung über ausländische Anbieter auf das dortige Recht einlassen. Reklamationen können in manchen Ländern sehr langwierig und kostspielig werden. Interessenten sollten unbedingt die Adresse und das Impressum nach der Landes-Angabe prüfen und sich im Zweifel für einen etablierten deutschen Anbieter wie www.fincallorca.de entscheiden.

● Vollständiger Zonenplan www.conselldemallorca.net/media/53535/3_Mapa.pdf

● Check der Lizenznummern von Ferienobjekten www.caib.es/cathosfront/%20cens?lang=ES

● App "Verificador alquiler turístico" überprüfen zum Check der Lizenznummern https://play.google.com/store/apps/details?id=org.fundaciobit.cathos.buscadorvt&hl=de

● Infos zu seriösen Vermietern, Verband Deutscher Ferienhausagenturen e.V. https://www.vdfa.de/informationen-zur-sicheren-ferienhausbuchung/

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