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FIFA 20
Volta statt Juventus

Cover-Star für FIFA 20: Eden Hazard
Cover-Star für FIFA 20: Eden Hazard © Foto: EA Sports/Mark Robinson
Stefan Klug / 27.09.2019, 15:11 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Dauerwettstreit mit Konkurrent Konami hat EA Sports vor einigen Jahren schon das Terrain erweitert. Zum üppigen Lizenzpaket und Frauenfußball gesellen sich heuer auch noch die Straßenkicker. So erweitert FIFA 20 geschickt die Möglichkeiten für Gamer, sich mit verschiedenen Modi zu beschäftigen. Und ein klein wenig lenkt das auch davon ab, dass die Entwickler-Teams in Kanada und Rumänien auf ein paar große Namen verzichten mussten.

Volta nennt sich der neue Spielmodus im aktuellen FIFA. Drei gegen drei geht es auf Hinterhöfen zur Sache. Ein schnelles Spiel für schnellen Spaß. Und außerdem hat EASports hier gleich noch den Nachfolger jener Story verpackt, in deren Mittelpunkt Alex Hunter stand. Auch wenn die Geschichte bei weitem nicht mehr so gut ist, Volta macht Spaß, ob allein oder in der Gruppe. Zudem ist der Bolzplatz im virtuellen, was er auch in der Realität ist: Eine geeignete Übungswiese für den ganz großen Kick. Der wartet dann wie gewohnt beim Elf gegen Elf in den Arenen. Verschiedene Off- und Online-Matches sind möglich, zur Verfügung steht dabei ein riesiges Lizenzpaket weltweit. Auch wenn 1., 2. und 3. Bundesliga im Angebot sind, dass die nächste echte Partie der selbstgewählten Lieblingsmannschaft gespielt werden kann, findet nicht mehr statt. Aber wer möchte, kann sich freilich seine eigenen Turniere zusammenbasteln. Diese wie auch zahlreiche Online-Modi und Manager-Möglichkeiten, nicht zuletzt die Champions-League, lassen keine Langeweile aufkommen. Nicht zu vergessen die Abteilung Frauenfußball. Doch der Schwerpunkt des Games liegt ganz klar auf FUT, dem Ultimate-Team-Modus. Kein Wunder, hier kann man mit echtem Geld nachhelfen, eine unschlagbare Mannschaft auf die Beine zu stellen. Ebenfalls wieder mit an Bord sind die Hausregeln für einen unbeschwerten Kick. Das ist spaßig und schafft echten Party-Unterhaltungswert. Insgesamt also erweist sich das Game als sehr abwechslungsreich.

Im Simulationsmodus hatte man bisher immer Nachholbedarf in Bezug zu PES. Mittlerweile aber dürfen auch FIFA-Gamer sich die Finger mit Spezialbewegungen wund spielen. Man kommt zwar auch noch ohne die Superskills aus, wer aber in höheren Schwierigkeitsgraden bestehen will, sollte schon mal mit dem Training anfangen. Zumal die Entwickler das Tempo zurückgeschraubt haben, was durchaus Raum für den einen oder anderen Trick sowie deutlich mehr Taktik lässt. Dazu ist man in der Verteidigung auf sich allein gestellt. Die NPCs können nicht mehr per Knopfdruck zum direkten Pressing aufgefordert werden. Hier sollte sich der Spieler rantasten, denn die Balance zwischen den einzelnen Anforderungsstufen scheint nicht so ganz gelungen. Gerade noch kinderleicht kann die nächst höhere Ebene bereits schon zu schwer sein.

Deutlich einen Schritt nach vorn hat die Physik gemacht. Bälle hoppeln mitunter über den Rasen, beim Zusammenstoß von Spielern lässt das Trägheitsmoment deutlich grüßen und nicht jeder Ball klebt am Fuß. Zufällige Fehler sind also durchaus gewollt und realistisch. Nicht nur hier ist man damit näher an der Konkurrenz dran. Ein absolutes Novum für FIFA-Veteranen dürfte sein, dass sie, wie sonst nur PES-Anhänger, auf bestimmte Namen und Orte verzichten müssen. Sei’s die Allianz-Arena oder gleich das ganze Juve-Drumherum. Im ewigen Streit um die Lizenzen hat EASports erstmals Federn lassen müssen. Gleichzeitig wurde der lizensierte Kader aber insgesamt deutlich aufgestockt. Und in Sachen Atmosphäre macht den Kaliforniern ohnehin niemand etwas vor. Da, wo die Rechte gesichert wurden, stimmt einfach alles. Sogar Auswechslungen und Nachspielzeit werden vom Stadionsprecher angesagt. Hier ist das Game einfach konkurrenzlos. Und auch die Grafik spielt auf hohem Niveau mit. Der Rasen ist vielleicht mitunter etwas zu glatt, aber die Animationen passen zu den realen Vorbildern und die Skills der einzelnen Kicker werden auch im Spiel deutlich. Die Bewegungen sind rund und der Ball fliegt nicht unendlich. Sogar die Ermüdung der Aktiven wirkt sich auf Schussstärken aus. Licht, Schatten, Spezialeffekte - hier leistet sich FIFA 20 keine Schwächen.

Rein technisch mögen sich die Veränderungen im Kern des Spiels in Grenzen halten. Doch mit den verschiedenen Spielmodi, Frauenfußball und vor allem Volta ist FIFA 20 sehr breit aufgestellt. Verschieden individuell veränderbare Regeln sorgen dazu für noch mehr Abwechslung und Spielspaß. Letzterer kommt zu keiner Zeit zu kurz. Und dies, obwohl an den Simulationsschrauben gedreht wurde. Fans einzelner Teams wie Bayern oder Juventus müssen lizenzrechtliche Rückschläge hinnehmen, die breite Masse der Freizeitkicker jedoch wird ihr Lieblingsteam wiederfinden.

FIFA 20; EA Sports für PS4; XBoxOne; PC

www.ea.com/de-de/games/fifa/fifa-20

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