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Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand
Aus Fantasy wird Wirklichkeit

Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand
Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand © Foto: NewKSM
Stefan Klug / 07.12.2019, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Eben noch in Amerika auf umjubelter Lesereise zu seinem Roman "Oliver Twist", holt Charles Dickens im heimatlichen London die Wirklichkeit ein. Denn zwei nachfolgende Bücher floppten, die Ausgaben steigen und zu allem Unglück wohnt nun auch sein Vater wieder bei ihm. In seiner Verzweiflung entschließt sich der Autor, in den wenigen Wochen bis Weihnachten ein neues Buch herauszubringen, das die Leute noch zum Fest kaufen können. Inspiriert wird er zwar von einer Geschichte, die das Dienstmädchen den Kindern erzählt, aber dennoch muss er sich den Fortgang der Story selbst ausdenken. Das will nicht so recht gelingen und das Fest rückt immer näher. Doch dann, eines Tages, erscheint Dickens seine Hauptfigur in der Schreibstube leibhaftig. Und später noch eine, noch eine und so weiter. Er kann sie sehen, mit ihnen sprechen, so, wie sie mit dem Schriftsteller reden. Und so scheint es, als würde das Weihnachtsmärchen doch noch wahr.

Die dickenssche Weihnachtsgeschichte ist berühmt und steht für den Sinn des Festes der Liebe. Die Menschen öffnen ihr Herz und denken an jene, denen es nicht so gut geht. Verbürgt ist die hier gezeigte Entstehung der Erzählung freilich nicht, aber sie sieht sich ebenso großartig an wie die Vorlage selbst. Bharat Nalluri hat sie mit viel Gefühl in Szene und die Rollen mit einem großartigen Cast besetzt. Allen voran Dan Stevens, als der sympathische, verzweifelte, willensstarke Dichter, gefolgt von Christopher Plummer als Scrooge. Wunderschöne und authentische Kulissen entführen die Zuschauer ins London des 19. Jahrhunderts. Und dort verschwimmen im Haus der Dickens dann die Grenzen zwischen Fantasy und Wirklichkeit. Allerdings ist der Stoff sicherlich für kleinere Kinder schwer fassbar, zudem gibt es die eine oder andere gruselige Stelle. Auch wenn es eine uneingeschränkte Empfehlung als Familienfilm zum Fest gibt, sollte man den Nachwuchs dabei nicht allein lassen.

Genre: Unterhaltung; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: NewKSM; Bharat Nalluri; Dan Stevens, Christopher Plummer, Patrick Joseph Byrnes; Ir/Ca 2017

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